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Hückelhoven: Jugendkirche ein Ort der Herausforderung

Hückelhoven : Jugendkirche ein Ort der Herausforderung

In St. Barbara werden die Kirchenbänke ausgeräumt. Vom 27. April bis 25. Mai steht hier ein Hochseilgarten "Zwischen Himmel und Erde".

"Zwischen Himmel und Erde" will sie hoch hinaus, die Factory Church in Hückelhoven. Die katholische Barbara-Kirche, ohnehin hoch auf dem (Waden-)Berg gelegen, wird als Jugendkirche der Hückelhovener Gemeinden vom 27. April bis zum 25. Mai einen Hochseilgarten anbieten, in dem der Nachwuchs real klettern, aber auch besondere "spirituelle" Erfahrungen machen kann. Referent Achim Kück von der Gemeinschaft der Gemeinden Hückelhoven, in der alle katholischen Pfarreien der Ex-Bergbaustadt zusammengeschlossen sind, und Benedikt Patzelt von der Katholischen Jugendarbeit in der Region Heinsberg/Mönchengladbach sind mit einem Team von Ehrenamtlern mehrerer Altersstufen federführend bei der Vorbereitung der Aktion.

Und die ist ziemlich aufwändig. Allerdings muss man in Hückelhoven keine Metall-Elemente zusammenschweißen, um in den (Kirchen-)Himmel aufzusteigen, denn die neun mal sechs Meter messende Konstruktion ist seit Jahren fertig und hat sich im Ruhrbistum Essen bereits bewährt, Standort ist die Jugendkirche "Tabgha" in Oberhausen (Tabgha ist ein Ort am See Genezareth in Nordisrael). Das Stahlrohrgebilde passt ganz gut in die Barbarakirche, die laut Plänen aus den 30-er Jahren zehn, nach jüngsten Messungen 10,20 Meter hoch ist und selbst aus einem ausgemauerten Stahlgerippe besteht. Aufwändig ist die Aktion "Zwischen Himmel und Erde" auch, weil bei der Stadt eine "Nutzungsänderung" angemeldet und genehmigt werden muss. Dabei hilft Architekt Wolfgang Emondts als Kirchenvorstandsmitglied.

Vor Beginn des Aktionsmonats und der Montage des Klettergartens müssen die Kirchenbänke ausgebaut und ausgelagert werden — da hilft der Ratheimer Max Spies von Büllesheim, indem er landwirtschaftliche Lagergebäude zur Verfügung stellt. 1700 Flyer wurden in Hückelhoven verteilt, angesprochen werden nicht nur die katholischen Jugendverbände und -gruppen, auch die evangelischen Jugendfreizeitheime und die weiterführenden Schulen, die sich an der Aktion für den Religionsunterricht interessiert zeigen. Und auch das ist nicht auf den der Katholiken beschränkt, sondern gilt für alle Religionen mit gemeinsamen Werten. Nur unter etwas anderen Blickwinkeln betrachtet. Finanzhilfen leisten die Kreissparkasse und der Rotary-Club.

Teilnehmergruppen werden spirituell spezifisch angesprochen, kirchenfernere Interessenten "niedrigschwellig", quasi "vorgebildete" wie Ministranten oder Pfadfinder "höherschwellig", wie Benedikt Patzelt ankündigt. Und weiter: "Der Hochseilgarten macht die Jugendkirche zum Ort der Herausforderung, der Selbstbestätigung und Stärkung. Ein religiöser Ort soll geerdet werden. Persönliche Grenze und ungeahnte Talente können hier erfahrbar werden."

(isp)