Jan Josef Liefers und Band bei der Kreissparkassen-PS-Show in Hückelhoven 2019

Show in Hückelhoven : Auf einer Wellenlänge mit Jan Josef Liefers

Jan Josef Liefers war mit seiner Band Radio Doria musikalischer Stargast bei der PS-Auslosung, die die Kreissparkasse Heinsberg in der ausverkauften Aula veranstaltete. 1997 hatte er zur Filmpremiere im Hilfarther Kino ein besonderes Erlebnis mit der Polizei, das ihm nachhaltig im Gedächtnis blieb.

Hückelhoven ist für Jan Josef Lievers ein verdammt heißes Pflaster. Nicht alle Besucher wussten, dass der als Professor Boerne aus dem TV-Tatort in Münster bekannte Schauspieler und Musiker einschneidende Erlebnisse in Hückelhoven hatte, über die der in launiger Weise berichtete. Als Akteur im Kultfilm „Knockin‘ on heaven‘s door“, mit dem der aus Hückelhoven stammende Regisseur Thomas Jahn seine Karriere begann, war Liefers mit Moritz Bleibtreu 1997 Gast bei der Welturaufführung in Hilfarth. Vor der Premiere wurden sie von sechs Polizisten festgenommen, wie er schmunzelnd erzählte. Die Staatsmacht vermutete wohl das Konsumieren verbotener Stoffe bei den beidem Schauspielern, die im Smoking in einem Auto im freien Feld rauchend die Landschaft genossen. Diese Episode blieb bei Liefers nachhaltig in Erinnerung. „Deshalb ist das heute ein großer Tag für mich“, meinte Liefers, den der Moderator des Abends, der charismatische Landwirt und Ortsvorsteher Hastenraths Will, als „Aufschneider von Münster“ mit Blick auf die Rolle als Pathologe im Krimi nannte.

Doch bevor Radio Doria mit Liefers als Sänger die Aula in einen verdammt heißen Rockpalast verwandeln konnte, galt es, dem Anlass des Abends Genüge zu tun, nämlich der Auslosung der Gewinnzahlen im PS-Sparen der Sparkassen aus dem Rheinland und Berlin. Außerdem wurden die fast 700 Besucher in der Aula Augenzeuge einer „Weltpremiere“, wie Hastenraths Will kundtat. Nicht ohne Grund hatte die Kreissparkasse die PS-Auslosung nach Hückelhoven gegeben. Sie freue sich, so Vorstandsvorsitzender Thomas Giessing, so zum Jubiläum von Hückelhoven beizutragen, das 50-jähriges Bestehen als Stadt feiert. Er kam nicht mit leeren Händen, er überreichte dem laut Hastenraths Will „Bürgermeister der Herzen“ Bernd Jansen einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro, mit dem die Arbeit der Tafel in Hückelhoven unterstützt werden kann. Wie wichtig diese Arbeit der Ehrenamtlichen ist, betonte Jansen in seinem Dankeswort, in dem er zugleich die Besucher im „Wohnzimmer von Hückelhoven“ begrüßte. Auch Stephan Pusch, der „beliebteste Landrat im Kreis Heinsberg“, der neben Jansen als Glücksfee bei der Auslosung agierte, wurde vom Moderator nach oben gebeten und als „Politiker, dem man vertrauen kann,“ bezeichnet. Pusch hatte eine Überraschung dabei: einen neuen Werbefilm über den Kreis Heinsberg, der zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Nach 20 bis 30 Jahren sei es an der Zeit, mit einem neuen Kurzfilm für den Kreis zu werben, meinte Pusch. Er werde dazu führen, so Hastenraths Will, dass „der Kreis bald von Touristen überrollt wird“. Menschen und ihre Geschichten werden in dem Film dargestellt, mit einigen markigen Sprüchen: „Bei uns, wo die Sonne im Westen aufgeht“, „Wir haben die ganze Welt in einer Region“, „Wir leben da, wo andere Urlaub machen“.

Liefers und seine Band rockten den Saal mit Stücken aus seiner neuesten CD „2 Seiten“ und einigen älteren Stücken, wobei es Abstriche bei der Akustik gab. Bald zappelten die Besucher auf den Stühlen, tanzten, klatschten und sangen mit. Auch bei den besinnlicheren Liedern, bei denen Liefers über das Unbeschreibliche berichtet wie die Geburt, den Tod, den Krieg und den Frieden, schwammen sie mit ihm auf einer Wellenlänge. Was Liefers zwischen den Stücken erzählte, gefiel, machte auch nachdenklich, wenn er von seinem Besuch im vom Krieg zerstörten Aleppo in Syrien berichtete und der Zerbrechlichkeit des Friedens in Europa, der zwar schon 70 Jahre anhält, aber immer wieder verteidigt werden muss. Und Eines gab er den Besuchern mit auf den Weg. „Wir alle, die wir in Deutschland geboren sind, haben einen Hauptgewinn gezogen. Hier geboren zu werden, ist für einen Erdenbürger so selten wie ein Fünfer im Lotto.“

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