Interview mit Monika Schmitz-Schibbe: Werbegemeinschaft Hückelhoven feiert 40 Jahre

Jubiläum in Hückelhoven : 40 Jahre Gemeinschaft der Kaufleute

Werbegemeinschaft Hückelhoven feiert 40-Jähriges. Die Vorsitzende blickt zurück – und in die Zukunft.

Auf der Internetseite der Stadt Hückelhoven steht „Werbegemeinschaft von 1978“. Wäre das Jubiläum schon voriges Jahr gewesen?

Schmitz-Schibbe Da scheint wohl ein Fehler unterlaufen zu sein. Ich habe die alte Satzung herausgesucht, die im November 1979 beglaubigt wurde. Zuvor gab es schon den Zusammenschluss „Karstadt-Platz“. Federführend waren dabei Herr Eggert und mein Mann, die Aktionen für die untere Parkhofstraße planten. Daraus wurde die Idee geboren, alle Gewerbetreibenden einzubeziehen.

Als Sie 2014 den Vorsitz übernahmen, war es Ihr Ziel, mehr Mitglieder zu werben. Ist das gelungen?

Schmitz-Schibbe Der Mitgliederstand liegt zwischen 90 und 100. Jeder im Vorstand hat ein eigenes Unternehmen, welches er führt, daher fehlt leider oft die Zeit für Akquise.

Sind es nur Geschäftsleute aus dem Einzelhandel?

Schmitz-Schibbe Nein. Es sind neben den Einzelhändlern Ärzte, Anwälte, Gastbetriebe, Freiberufler und Dienstleistungsunternehmen dabei. Auch nicht in Hückelhoven ansässige Firmen gehören zu den Mitgliedern. Wir möchten Hückelhoven als Stadt weiterbringen, wozu nicht nur der Einzelhandel gehört.

Welchen Vorteil bietet die Mitgliedschaft in der Werbegemeinschaft?

Schmitz-Schibbe Der offensichtlichste Vorteil für jedes Mitglied persönlich sind wohl die vergünstigten Anzeigenpreise bei Gemeinschaftlicher Werbung zu unseren Aktionen. Es gibt jedoch viele nicht so offensichtliche Vorteile: der gute und direkte Kontakt zur Stadt und zum Stadtmarketing, die Planung, Organisation und Durchführung vieler Veranstaltungen, die Kunden nach Hückelhoven bringen, sowie die notwendige Beantragung der Verkaufsoffenen Sonntage, um nur einige zu nennen.

Sind die Beiträge stabil?

Schmitz-Schibbe Ja, die Beiträge liegen seit vielen Jahren stabil bei 45 Euro im Quartal.

Eine eigene Internetseite hat die Werbegemeinschaft nicht mehr.

Schmitz-Schibbe Diese ist zurzeit tatsächlich offline. Wie viele Vereine haben auch wir auf die neue DSGVO (Datenschutz) reagieren müssen. Wie bereits zuvor erwähnt, ist Zeit nicht gerade im Überfluss vorhanden, so dass wir erst einmal jemanden finden mussten, der sich darum kümmert. Für ein professionelles Unternehmen fehlt uns schlichtweg das Geld. Die neue Seite ist jedoch in Arbeit und geht bald online.

2004 gab es eine große Diskussion darüber, ob die Parkhofstraße Fußgängerzone werden sollte...

Schmitz-Schibbe Oh nein!

...Sie sind also froh, dass es nie dazu kam.

Schmitz-Schibbe Darüber sind wir sehr froh! Das wäre für die Geschäfte der Tod. Eine Einbahnstraße ist die bessere Lösung, wenn auch mit dem Risiko, dass Fahrradfahrer entgegengesetzt fahren dürfen. Da muss jeder, der ausparkt, sehr vorsichtig sein.

Die kostenfreien Parkplätze sind wohl eher ein Vorteil.

Schmitz-Schibbe Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Städten. Es hat jeder verstanden, dass er die Parkscheibe einstellen muss. Auswärtige Kunden begrüßen das sehr.

Ist Ihr Ziel, Hückelhoven als Einkaufsstadt interessant zu machen, noch aktuell, nachdem sich die frühere Zechenstadt zur gut besuchten Einkaufsstadt gewandelt hat?

Schmitz-Schibbe Stillstand ist Rückschritt heißt es. Daher wollen wir Hückelhoven immer weiter nach vorne bringen und noch bekannter als Einkaufsstadt machen. Es ist wichtig, Erreichtes nicht nur auf dem Stand zu halten, sondern weiter zu entwickeln. Es darf nicht der Fehler gemacht werden, Hückelhoven zu einer Stadt unter vielen zu machen. Neben der Ansiedlung von Filialisten sollte besonders das Individuelle und auch Inhaber-geführte Geschäft gefördert werden, denn nur so können wir uns von der Masse abheben.

Seit 2016 gibt es die Mehrwegtüte. Kommt sie nach wir vor gut an?

Schmitz-Schibbe Wir waren recht früh mit der Idee aktiv, auf Plastik zu verzichten, was mehr denn je bei den Kunden positiv ankommt. Zudem bekommt der Kunde die Tasche beim Einkauf geschenkt. Sollten bei den Händlern keine Taschen mehr vorhanden sein – unser Lager ist noch gefüllt.

Vom Ball des Handels zum Fest und jetzt zur Matinee – schlagen Sie neue Wege ein?

Schmitz-Schibbe Das Interesse schwindet. Jeder hat am Wochenende seine Pläne und Abendveranstaltungen. Aber die Ehrung „Bürger des Jahres“ wollen wir nicht sterben lassen. Wir haben uns geeinigt, die Ehrung alle zwei Jahre Jahre in einem nach wie vor festlichen Rahmen vorzunehmen. Die Matinee ist Neuland. Wir müssen schauen, wie das angenommen wird.

Welche Aktionen bleiben auf jeden Fall im Jahresverlauf erhalten?

Schmitz-Schibbe Unser Jahresprogramm ist seit vielen Jahren fest und wird immer mal wieder durch neue Aktionen belebt. Die wohl bekanntesten und wichtigsten Aktionen sind die Tour de Rur, der Wep-Strom Lauf und die beliebte Sterntaleraktion sowie die vier Verkaufsoffenen Sonntage.

Und da gibt es „Kaufleute mit Herz“.

Schmitz-Schibbe Stimmt. Wir tun etwas Soziales aus dem Topf der Werbegemeinschaft, packen zu Weihnachten Päckchen für die Tafel. Dieses Jahr haben wir zudem 100 Tickets für den „Haldenzauber“ gekauft, die wir ebenfalls über die Tafel an Bedürftige verlosen.

Ihr Wunsch für die Zukunft der Werbegemeinschaft?

Schmitz-Schibbe Dass sie bestehen bleibt. Dass sich Leute finden, die das Ganze durch ihren Einsatz und ihr Engagement unterstützen, um die Gemeinschaft und das Geschäftsleben weiter nach vorne zu bringen.

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