Integrative Kita der Lebenshilfe in Ratheim ist Bewegungskindergarten

Lebenshilfe-Kindergarten in Ratheim : Bewegung wichtig für Förder-Kinder

Die neue integrative Kita der Lebenshilfe Triangel Ratheim arbeitet künftig mit dem VfJ Ratheim zusammen. So lassen sich Sport und Pädagogik zugunsten der Kinder miteinander gut verknüpfen.

Die im Februar bezogene Lebenshilfe-Kita „Triangel“ in Ratheim hat einen Kooperationsvertrag mit dem VfJ Ratheim unterzeichnet und plant gemeinsame Aktionen. Zur Verleihung des Zertifikats „Anerkannter Bewegungskindergarten“ durch Vera van Ool vom Kreissportbund Heinsberg feierten die Kinder mit Eltern, Geschwistern und Erziehern ein Bewegungsfest.

Birgit Roye, Leiterin der Kindertagesstätte Triangel Geilenkirchen, nahm die Auszeichnung entgegen und berichtete stolz, dass nun alle drei Kitas der Lebenshilfe eingetragene Bewegungskindergärten seien. Voraussetzung für die Vergabe des Zertifikates ist die Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Sportverein. Eine weitere Voraussetzung war die Teilnahme von Erzieherinnen an Schulungen. Dort lernten sie, wie sich Sport und Pädagogik im Alltag der Kinder verknüpfen lassen. „Jeder Erzieher macht den Übungsleiterschein“, berichtete Angelika Schrimpf, seit Oktober neue Leitende Koordinatorin, jetzt im Gespräch mit der Redaktion.

In der neuen Kita in Ratheim werden 60 Kinder ab dem zweiten Lebensjahr aus dem Raum Hückelhoven, davon neun mit besonderem Förderbedarf, begleitet und individuell gefördert. Auf einer Gesamtfläche von fast 6000 Quadratmetern bietet die barrierefreie Einrichtung eine große Außenanlage, ausgerichtet auf die naturnahe Spiel-, Lern- und Bewegungsförderung für Kinder von zwei bis sechs Jahren. Das gesamte Gebäude ist so angelegt, dass die Kinder zu Bewegung angeregt werden. Wie gut das funktioniert, wurde beim Bewegungsfest deutlich, als die Kinder an verschiedenen Stationen Übungen absolvierten. Dafür erhielten sie eine Urkunde. „Gerade für Kinder mit Behinderung ist es wichtig, Bewegungserfahrungen zu machen und ihre motorischen Fähigkeiten zu stärken. Besonders empfänglich sind Kinder dafür vom vierten bis zum zehnten Lebensjahr“, so Vera van Ool. In der neuen Ratheimer Kita spielen die Kinder unbefangen zusammen, betont Angelika Schrimpf: „Kinder machen keine Unterschiede, das ist das Schöne am inklusiven Kindergarten.“ Es gibt Down-Kinder, entwicklungs- oder sprachverzögerte Kinder oder solche mit mehrfacher Behinderung. „Es wird erklärt, warum jemand dieses oder jenes nicht kann, und das wird akzeptiert“, sagt Schrimpf. Daher klappt soziales Lernen, das Geben und Annehmen von Hilfe, besonders gut. „Die Kinder wachsen selbstverständlich mit dem Umgang mit Behinderungen auf, das ist es, was das Zusammenleben hier so toll macht“, unterstreicht die Leiterin, die nach über 30 Jahren Berufsleben mit besonderer Freude in einer inklusiven Kita arbeitet. Und viele Eltern seien begeistert von dem Konzept, so Schrimpf. „Wir erhalten jetzt noch Nachfragen.“