In Hückelhoven und Wassenberg bekannter Unternehmer Hans-Jörg Koch bei Benefizrallye

Benefizrallye Dresden-Dakar-Banjul : 8000 Kilometer bis Afrika

Der Unternehmer Hans-Jörg Koch startet bald zum zweiten Mal bei der Benefizrallye Dresden–Dakar–Banjul. Der 55-Jährige bringt diesmal gesammelte Plüschtiere auf den schwarzen Kontinent.

Vom dynamischen Duo zum erfahrenen Einzelkämpfer: Hans-Jörg Koch, Inhaber des Rafting-, Kanu- und Kajaktourenanbieters „Mit Paddel und Pedale“, wird es wieder wagen. Allein diesmal und ganz auf sich gestellt. Als klar war, dass sein ehemaliger Mitarbeiter Pascal Abels ihn nicht wieder begleiten würde bei der Benefizrallye Dresden-Dakar-Banjul, fasste Koch den Entschluss, die knapp 8000 Kilometer bis in die gambische Hauptstadt ohne Beifahrer zu bewältigen.

„Ich habe nicht großartig nach jemandem gesucht“, erzählt der 55-jährige Unternehmer, dessen rote Boote häufig auf der Rur in Hil­farth und Orsbeck anzutreffen sind. Denn Hans-Jörg Koch, der lange in Kanada lebte, bevor er sein Freizeitunternehmen im Kreis Heinsberg etablierte, weiß, dass es alles andere als leicht ist, den passenden Co-Piloten für das waghalsige Abenteuer zu finden. „Da muss alles zu 100 Prozent stimmen“, weiß er. Seine neue Mission, nachdem er im November 2017 rund 2000 gebrauchte Brillen, 5000 Kugelschreiber sowie 32 Handys auf den schwarzen Kontinent brachte: Plüschtiere. „Die afrikanischen Kinder kennen solches Spielzeug gar nicht“, hat Koch, selbst Großvater, erfahren.

Für Teddy & Co. hat der Rallyeteilnehmer inzwischen einen Aufnahmestopp verhängt. Dreieinhalb riesige Plastiksäcke waren im Nu gefüllt. Zu groß war die Spendenbereitschaft in der Region. Was er aber noch dringend benötigt für seine Teilnahme an der Benefizrallye, die der Dresdener Verein Breitengrad halbjährlich organisiert: einen Ölwechsel für den alten Fiat Ducato, der zum Schluss vor dem Fußballstadion in Banjul versteigert wird; eine Ersatz-Batterie für den Wagen, in dem er unterwegs auch schlafen wird, weil der Zeltaufbau ihn zu viel Zeit kostet; und eine Fünf-Kilogramm-Gasflasche.

Weil Hans-Jörg Koch allein fährt, wird er einiges anders organisieren und planen. Den gemeinsamen Start in der sächsischen Landeshauptstadt lässt er aus, stößt erst danach dazu. Insgesamt 41 Teams sind zurzeit gemeldet, 33 waren es 2018. Angst vor der großen Herausforderung hat er nicht. „Einer hilft dem anderen, wenn mal was ist. Die tolle Kameradschaft dabei habe ich ja schon kennengelernt.“ In Europa macht der ADAC liegengebliebene Rallye-Autos wieder flott.

„Europa ist der langweiligste Part“, verrät Koch. Durch Frankreich und Spanien führt die Strecke, weiter nach Marokko, Mauretanien und Senegal, bis nach drei Wochen die Hauptstadt Banjul in Gambia erreicht ist. „Ab Afrika wird nur noch zusammen gefahren als Kolonne.“ Besonders anstrengend: die sechs Tage quer durch den heißen Wüstensand der Sahara. Die Vorstellung, stecken zu bleiben. Gut 130.000 Kilometer ist sein Fahrzeug aus dem Jahr 2004 gelaufen. „Für afrikanische Verhältnisse fast ein Neuwagen“, sagt Hans-Jörg Koch und zeigt Fotos von kaputten Taxis und Autos ohne Scheinwerfer – regelmäßige TÜV-Prüfungen gibt es dort nicht.

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