Hückelhoven: Im Moschee-Garten leckeres Essen und gute Kommunikation

Hückelhoven : Im Moschee-Garten leckeres Essen und gute Kommunikation

Fastenbrechen mit deutschen Gästen unterm Kirschbaum - mit Lichterketten, Linsensuppe, gefüllten Weinblättern, süßem Baklava-Gebäck und Schwarztee.

Bei sommerlichen Temperaturen hielten die Gastgeber vom Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) ihr traditionelles Iftar-Essen im Ramadan diesmal unter freiem Himmel ab. Noch bis zum späten Abend des kommenden Donnerstag, 14. Juni, sind Essen und Trinken sowie Rauchen für gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang streng tabu.

Vertreter der Stadtverwaltung, des Integrationszentrums, der Kreispolizeibehörde, Schulen sowie Kreissparkasse Heinsberg waren der Einladung gefolgt. Dabei handele es sich um eine "gute Tradition", befand Bürgermeister Bernd Jansen. Das gemeinsame Essen sei mehr als Nahrungsaufnahme. Es bedeute auch Kommunikation. Insgesamt lebten, so der Verwaltungschef, rund 40 000 Menschen in der Stadt; 100 Nationen seien hier zu finden. Integration zu leben, sei der Auftrag, der sich auch an den Verband der Islamischen Kulturzentren richte. "Ich freu' mich schon aufs Essen", gestand Landtagsabgeordneter Thomas Schnelle. Auch Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, ist seit vielen Jahren "Stammgast" beim traditionellen Iftar-Essen. "Hier fühle ich mich immer willkommen. Zwischen uns besteht eine gute Partnerschaft."

Furkan Öz, einer der sechs Imame, die in den Gebets- und Begegnungsstätten des VIKZ tätig sind, lud die Gäste zu einer Führung durch das Gebäude an der Schaufenberger Jacobastraße ein. In der ehemaligen Näherei werden die männlichen Jugendlichen der Moscheegemeinde betreut, die auch das Haus an der Ludovicistraße in Hückelhoven betreibt. Aufenthaltsräume, Speisesaal, Schlafzimmer, Innenhof sowie der mit dickem Teppichboden ausgelegte Gebetsraum wurden für die Besucher geöffnet. Der Ramadan habe viele Facetten und positive Eigenschaften, betonte der junge Geistliche. Er nutzte die Gelegenheit, seine deutschen Zuhörer mit der Almosensteuer als eine der fünf Säulen des Islam bekannt zu machen. Diese Pflichtabgabe, auch Zekat genannt, betrage 2,5 Prozent oder ein Vierzigstel des Besitztums. Zum Besitztum gehöre unter anderem das Haus, in dem man wohne, das Auto sowie Kleidung.

Der Zekat als materieller Dienst habe für das Zusammenleben eine zentrale Bedeutung. Zugleich sei er eine Prüfung. "Allah hat die Menschen in ihren Fähigkeiten unterschiedlich erschaffen und ihren Lebensunterhalt nicht gleichmäßig verteilt", erklärte Furkan Öz. Dies sei als Weisheit Allahs anzuerkennen. Deshalb prüfe er manche Menschen mit Reichtum und andere mit Armut. Im Fastenmonat Ramadan sei man den sozial Schwachen näher als in jedem anderen Monat. Er sei zugleich eine Zeit der inneren Ruhe, Einkehr und Meditation.

(cb)
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