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Hückelhoven wählt Integrationsrat

Integration in Hückelhoven : Ein Rat für Menschen mit Migrationshintergrund

Wenn am 13. September die Kommunalwahl stattfindet, wird in der Stadt Hückelhoven auch ein Integrationsrat gewählt. Dazu fand nun eine Informationsveranstaltung statt, die über Details aufklärte.

Ein Gremium, das die Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund aufgreift, sie heranführt an politische Verantwortung: Bei der Kommunalwahl am 13. September wird in Hückelhoven der neue Integrationsrat gewählt. Kaan Cevahir, Musikwissenschaftler und Leiter einer Integrationsagentur, kandidiert als Parteiloser auf der Liste der FDP. Der 30-jährige Hückelhovener lud mit den Liberalen zu einer Infoveranstaltung mit dem Vorsitzenden des Landesintegrationsrats, Tayfun Keltek, ein.

Im Bürgerhaus am See erläuterte der pensionierte Lehrer, dass ein Integrationsrat – laut Gemeindeordnung vorgeschrieben in Kommunen mit mindestens 5000 ausländischen Einwohnern – ein Gremium für Chancengerechtigkeit und Förderung von Potenzialen sei. Eine Selbstverständlichkeit sei das Erlernen der deutschen Sprache im Kindesalter. Bilinguale Erziehung sei eine Chance, die Weltfirmen entdeckt hätten bei Bewerbern. Etwa zwei Drittel der Migranten seien berechtigt, den Integrationsrat mitzuwählen, darunter Eingebürgerte, Aussiedler und EU-Bürger.

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Vertreter der Parteien, Vereine sowie Migrantenorganisationen waren der Einladung gefolgt. Der Integrationsrat sei ein Instrument zur politischen Partizipation auf kommunaler Ebene und die politische Vertretung der Migranten in der Stadt. Wer mitwirken will, muss sich beeilen. Nur noch bis zum 27. Juli können Wahlvorschläge im Hückelhovener Rathaus eingereicht werden, wie Bürgermeister Bernd Jansen sagte. Das Sammeln von Unterstützer-Unterschriften sei abhängig von der Größe der Stadt und in Hückelhoven nicht notwendig. Sechs gewählte Mitglieder des Integrationsrates und fünf Stadtverordnete sollen den Integrationsrat bilden. Jansenerinnerte an den Ausländerbeirat „Damals haben wir den Fehler gemacht, dass keine Ratsvertreter darin mitgewirkt haben“, so Jansen. Der neue Integrationsrat könne die Stadt bereichern. „Integration ist keine Einbahnstraße. Der Wille muss da sein“, betonte er. Hückelhoven sei „in dritter Generation Multikulti-Stadt“ mit 100 verschiedenen Nationen. Tayfun Keltek erläuterte, dass der Integrationsrat dem Stadtrat Anregungen und Empfehlungen vorlegen könne. Der Vorsitzende des Integrationsrates sei berechtigt, bei der Beratung der Angelegenheit an der Sitzung des Stadtrates teilzunehmen. Als mögliche Themen führte der Kölner unter anderem das Fördern von Antidiskriminierungsarbeit, eine interkulturelle Öffnung der Verwaltung, die Verbesserung der schulischen Erfolge bei Migrantenkindern sowie die Verbesserung der Lebenssituation Asylsuchender und die Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde. FDP-Landtagsabgeordneter Stefan Lenzen, Sprecher seiner Fraktion für Integration und Flüchtlinge, bewertete die Bildung des neuen Gremiums als „einmalige Chance“.