Haft für Veruntreuung von Geld Urteil gegen Ex-Pfarrer aus Hückelhoven ist rechtskräftig

Hückelhoven · Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Revision des Angeklagten einstimmig als unbegründet verworfen. Der ehemalige Pfarrer muss für zwei Jahre und sechs Monate hinter Gitter.

Georg K. verbarg sein Gesicht vor einer Akte.

Georg K. verbarg sein Gesicht vor einer Akte.

Foto: Eva-Maria Geef

Im vergangenen Jahr im August ist der Prozess gegen den ehemaligen Pfarrer Georg K. Kostenpflichtiger Inhalt vor dem Amtsgericht Mönchengladbach zu Ende gegangen. Der ehemalige Geistliche, der unter anderem in Hückelhoven tätig war, war wegen Untreue in 145 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden, und ein Geldbetrag in Höhe von rund 100.000 Euro als Wertersatz wurde eingezogen. Nun ist das Urteil rechtskräftig.

Dem Urteil war eine Verständigung zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft vorausgegangen. Gegen das Urteil hatte einer der beiden Verteidiger des Angeklagten Revision eingelegt. Mit Beschluss vom 23. März hat nunmehr das Oberlandesgericht Düsseldorf die Revision des Angeklagten einstimmig als unbegründet verworfen, weil das Urteil des Amtsgerichts rechtsfehlerfrei ergangen ist.

Laut Urteilsbegründung aus dem vergangenen Sommer hat der Mann im Zeitraum zwischen März und Dezember 2017 ein Kollektenkonto der Gemeinde Hückelhoven zu einer Vielzahl von Überweisungen ins Ausland genutzt, die „keinen Kirchen- sondern eigenen Zwecken“ dienten. Insgesamt habe der Mann über 100.000 Euro auf ausländische Konten transferiert. Nachdem im Januar 2018 bei einer Revision Unregelmäßigkeiten auf den Gemeindekonten aufgefallen waren, wurde der Pfarrer, der seit 2013 in Hückelhoven tätig war, im Frühjahr 2018 suspendiert. Das Bistum Aachen erstattete Strafanzeige.

Das nun rechtskräftige Urteil ist nicht das erste Gerichtsurteil gegen Georg K.. Bereits im Dezember 2016 wurde er vom Amtsgericht Erkelenz zu einer Geldstrafe in Höhe von 2700 Euro wegen „leichtfertiger Geldwäsche“ in vier Fällen verurteilt. Und eigentlich hätte auch der Prozess viel früher beginnen sollen. Doch der ehemalige Geistliche wurde im August 2020 am Brüsseler Flughafen Zaventem verhaftet. Der belgische Zoll soll in seinem Gepäck fast drei Kilogramm Heroin entdeckt haben, als dieser von einer Reise aus Südafrika zurückgekehrt sei. Ein belgisches Gericht verurteilte ihn daher zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen bandenmäßigen Heroinhandels.

(mwi)
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