Hückelhoven: Unwetter führte zu Konzertabsage der Rocking Chairs beim NEW-Musiksommer und vielen Einsätzen der Feuerwehren

Regenmassen treffen besonders Hückelhoven : Unwetter verhagelt NEW-Konzertsommer

Das Unwetter am Samstag traf im Erkelenzer Land besonders die Stadt Hückelhoven. Das NEW-Musiksommerkonzert fiel deshalb aus. Die Feuerwehren der Region waren bis abends im Einsatz. Nur eine Stadt blieb verschont.

Nach dem gelungenen Auftakt des zweiten NEW-Musiksommers am Freitag am Hückelhovener Rathaus fiel das für Samstag geplante Live-Konzert des Mönchengladbachers Quintett „Rocking Chairs“ buchstäblich ins Wasser. Das starke Unwetter, das am Nachmittag mit Hagel, Gewitter und Regen durch das Erkelenzer Land zog, machte Künstlern, Veranstaltern und Besuchern einen Strich leider einen Strich durch die Rechnung.

Stadtmarketing-Geschäftsführer Carsten Forg blieb nichts anderes übrig, als pünktlich um 20 Uhr allein die große Bühne zu betreten und das Aus für das beliebte Open-Air-Konzert bei freiem Eintritt zu verkünden. Zwar schien zu diesem Zeitpunkt bereits wieder die Sonne, doch das Unwetter hatte zuvor nicht nur das Technik-Zelt zerstört: In das Mischpult sei Wasser gelaufen, erklärte Forg, auch der Laptop des Technikers wurde nach dessen Angaben ein Opfer der heftigen Wetter-Kapriolen im Hückelhovener Stadtraum. Die für den Samstagabend gebuchte Band Rocking Chairs sei pünktlich vor Ort gewesen. Trotzdem war der Auftritt auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht mehr möglich, erklärte Carsten Forg weiter. Selbst wenn Ersatz-Geräte zu beschaffen gewesen seien, werde keine Versicherung Schäden ersetzen, nachdem kurz zuvor die Geräte zerstört worden seien. Unwetter-Vorhersagen habe es bis 21 Uhr an jenem Abend gegeben, sodass ein Auftritt als grob fahrlässig einzustufen gewesen wäre.

Das NEW-Musiksommerkonzert war zwar abgesagt worden, doch Sebastian, Alex und Josef hatten trotzdem einen schönen Abend. Foto: Uwe Heldens

Voll war es nicht auf dem Platz. Nur einige wenige Besucher hatten es sich an hölzernen Tischen und Bänken bequem gemacht. Forg entschied kurzfristig, die Gäste mit Musik vom Band zu unterhalten. Die Rocking Chairs sollen nun zu einem anderen Termin ihr Publikum in der ehemaligen Zechenstadt unterhalten, versprach Forg. Er machte auch deutlich, mit Verweis auf die zahlreichen Einsätze der Feuerwehr: „Die Hückelhovener haben jetzt erst einmal andere Sorgen.“

Tatsächlich waren die Hückelhovener Einsatzkräfte noch bis 22 Uhr damit beschäftigt, alle Einsatzstellen abzuarbeiten. Um 15.40 Uhr gingen die ersten Alarmierungen laut Feuerwehr-Sprecher Josef Loers ein, insgesamt 50 unwetterbedingte Einsätze galt es letztlich zu absolvieren. Gemeldet wurden überwiegend vollgelaufene Keller sowie überflutete Straßenzüge, wobei in Millich die meisten Schäden registriert wurden. Besonders ernst war die Situation gegen 16.10 Uhr, als ein Auto in Millich im Bereich der alten Bahnunterführung in den Wassermassen steckengeblieben war und die Person im Fahrzeug nicht mehr herauskam. Die Feuerwehr befreite sie aus den steigenden Wassermassen.

Die Unwetterzelle hatte jedoch nicht nur Hückelhoven und den NEW-Musiksommer im Griff, auch in Erkelenz rückte die Feuerwehr zu 15 Einsätzen aus. „Im Prinzip hatten alle Alarmierungen mit Wasser zu tun“, berichtete Stadtbrandinspektor Helmut van der Beek. Einsatzschwerpunkt war in Hoven, wo die Ortsdurchfahrt 50 Zentimeter hoch unter Wasser stand – und dementsprechend auch die Keller der anliegenden Häuser vollliefen. Auch in Schwanenberg und Golkrath machten die Wassermassen Schwierigkeiten, einige Gullideckel mussten gezogen werden.

Ähnlich, wenngleich nicht so umfangreich, war die Lage in Wegberg. Dort war die Feuerwehr in insgesamt acht Fällen damit beschäftigt, Straßen von Schlamm und Wasser zu befreien (Venn, Merbeck und Rath-Anhoven) sowie zwei umgestürzte Bäume zu bergen. „Insgesamt haben wir mal wieder Glück gehabt“, fasste Feuerwehr-Leiter Dietmar Gisbertz den Samstagnachmittag zusammen. Vom Glück kann vor allem in Wassenberg die Rede sein, denn Feuerwehr-Leiter Holger Röthling teilte mit, dass schlicht „gar nichts“ los gewesen sei.

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