Hückelhoven: Theatergruppe Märchenbengel inszeniert Rotkäppchen und der böse Wolf

Hückelhovener Märchenbengel : Rotkäppchen sagt, wo es langgeht

Das Ensemble der Hückelhovener Märchenbengel führt am ersten Adventswochenende eine emanzipierte Rotkäppchen-Variante der Gebrüder Grimm auf – ein Besuch bei den Theaterproben.

Den Text lernt er mithilfe einer speziellen Handy-App. Eigentlich wollte Nico Staas (46) keine große Hauptrolle übernehmen, nachdem er im vergangenen Jahr sein Debüt gab bei den Märchenbengeln, als seine Lebensgefährtin Sonia Diaz (41) in der Titelrolle des gestiefelten Katers brillierte. Sie war es auch, die den gelernten Steuerfachangestellten auf den Geschmack brachte. Bühnenerfahrung hatte Nico Staas, der in der aktuellen Märchenbengel-Inszenierung den Part des bösen Wolfs übernimmt, noch keine. „Meine Oma hat mir früher Rotkäppchen vorgelesen, als ich ein kleiner Junge war“, erinnert sich der gebürtige Effelder, der heute in Millich zu Hause ist.

Als Großmutter, die von ihm gefressen wird und in deren Nachthaube und Nachthemd er auf das arglose Rotkäppchen (Lourisa Murphy) wartet, agiert Birgit Cepeda. Wie die meisten Mitspieler gehört sie schon seit vielen Jahren zum Ensemble der Hückelhovener Märchenbengel. Die lustige Truppe ist schon längst ein eingespieltes Team. „In zwei Minuten starten wir mit der ersten Szene“, ruft Regisseurin Gabi Aglan in das Halbdunkel des katholischen Jugendheims St. Lambertus.

Hier wird immer mittwochabends eifrig geprobt. Kleine und große Zuschauer für insgesamt rund eineinhalb Stunden eintauchen lassen in eine fantasievolle Märchenwelt, in der zum Schluss das Gute das Böse besiegt, ist das Anliegen der Laienspieler, die erneut einen bekannten Klassiker der Gebrüder Grimm auf die Bühne bringen. Als Erzählerin Greta ist Janet Münchs im Einsatz. Regisseurin Gabi Aglan hat die Rolle der Frau Bürgermeister übernommen.

Was die neue Inszenierung der Märchenbengel so besonders macht: Das Mädchen mit der roten Kappe, die es von seiner Großmutter geschenkt bekommen hat, ist emanzipiert, weist den alten, eher tollpatschig und bisweilen hilflos wirkenden Wolf in seine Schranken. „Normalerweise steht der Wolf ja für das Böse im Märchen. Das ist bei uns ein bisschen anders“, verrät Nico Staas schmunzelnd. Übrigens hat er auch die farbenfrohen Plakate für die vier Aufführungen rund um das erste Adventswochenende gestaltet.

Zur Premiere laden die Hückelhovener Märchenbengel für Freitag, 29. November, 17 Uhr, ins Lambertus-Jugendheim ein. Weitere Aufführungen finden statt am Samstag, 30. November, 17 Uhr, sowie am Sonntag, 1. Dezember, 14 und 17 Uhr. Bis dahin wird weiterhin eifrig geprobt. „Noch dürfen wir unsere Textbücher auf der Bühne in der Hand halten. Das ist nach den Herbstferien vorbei“, erzählt Staas. Schon seit dem Ende der Sommerferien bereiten die theaterbegeisterten Frauen und Männer den großen Auftritt von Rotkäppchen, Großmutter und dem bösen Wolf gründlich vor. Sie malen Kulissen, basteln einen großen Ofen aus Pappe, besorgen die Kostüme, lernen den Text. „Wir möchten an unserer langjährigen Tradition festhalten und den Kindern aus Hückelhoven und Umgebung wieder ein Grimm-Märchen in der Vorweihnachtszeit bieten“, sagt Rolf Berghofen.

Der Hilfarther unterstützt Regisseurin Aglan, übernimmt zusätzlich eine kleinere Rolle als Baumstumpf. Die kostenlosen Eintrittskarten für die vier Vorführungen sind ab sofort erhältlich.

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