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Hückelhoven: Stadt zeichnet sieben Ratsmitglieder für ehrenamtliche Arbeit in der Politik aus

Ratsmitglieder mit Ehrenring ausgezeichnet : Würdigung für den Einsatz im Heimatort

Hückelhoven hat Ehrenringe an sieben Ratsherren verliehen. Bürgermeister Jansen lobte das politische Engagement, das sie schon zwei Jahrzehnte zeigen. Er sprach auch über zunehmende Aggressivität gegenüber Politikern.

Sechs der sieben Ratsherren, die die Voraussetzung für die Würdigung erfüllen, waren bei der Verleihung des Ehrenrings der Stadt Hückelhoven anwesend. Lediglich Christoph Tetz musste wegen einer anderen Verpflichtung absagen. Bürgermeister Bernd Jansen freute sich beim Festakt im Ratheimer Schulzentrum darüber, die ehrende Auszeichnung mitsamt Urkunde an Norbert Fister, Volkmar Gilleßen, Marcel Latour, Roland Müller, Michael Paulußen und Thomas Schnelle aushändigen zu können. Sie alle gehören dem Stadtrat seit dem 1. Oktober 1999 an.

Bei der Feier, die musikalisch vom Mandolinenorchester Rurperle aus Hilfarth umrahmt wurde, betonte der Bürgermeister den Wert des politischen Ehrenamtes: „Wir wollen heute Personen ehren, die sich im politischen Bereich für andere einsetzen, die zum Gemeinwohl beitragen und ihren Heimatort fördern – und damit etwas Besonderes leisten.“ Beim Blick auf die nunmehr 20-jährige Ratstätigkeit erinnerte Jansen an die Vielfältigkeit der kommunalpolitischen Arbeit in Hückelhoven. „Ich greife nur die Bewältigung des Strukturwandels, die Schaffung von Arbeitsplätzen aber auch die Schaffung eines eigenen Jugendamtes heraus.“ Letztendlich seien dies Faktoren, mit denen Hückelhoven heutzutage punkten könne und an denen die neuen Ehrenringträger mitgewirkt hätten.

Nachdrücklich betonte der Bürgermeister die ehrenamtliche Funktion der Kommunalpolitiker. Es sei wohl in der Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten, dass die Übernahme politischer Verantwortung auf ehrenamtlicher Basis erfolge und zusätzlich zur beruflichen Tätigkeit und zu familiären Verpflichtungen trete. „Das macht man nur, wenn man von seinem Tun überzeugt ist, wenn man politisch etwas bewegen und seine Geburts- oder Wohnort mitgestalten will.“ Der Reiz der Kommunalpolitik bestehe darin, dass sie direkt nachvollziehbar sei, sich im kleinen Rahmen abspiele und sich mit allen Lebensbereichen befasse. Das bedeute gelebte Demokratie. Deshalb sei es umso unverständlicher, dass sich Kommunalpolitiker und auch Bürgermeister immer mehr Pöbeleien und Drohungen ausgesetzt sähen. Dadurch würde es immer schwieriger für die Parteien, engagiert Männer und Frauen für das Ratsmandat zu gewinnen. Umso mehr sei denjenigen zu danken, die sich über Jahre und Jahrzehnte ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit stellten.

Im Namen der neuen Ehrenringträger dankte Thomas Schnelle (CDU), der auch Landtagsabgeordneter ist, für die Auszeichnung. Auch er ging auf die Anfeindungen und gar den Mord und den Mordversuch an Politikern ein: „Wir müssen hier als Politiker aller Parteien, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich tätig, zusammenstehen und mit dafür sorgen, dass anständig miteinander umgegangen wird.“

Vor einer Aufgabe ganz anderer Art haben die sieben Ratsherren zu Beginn ihrer Tätigkeit gestanden. „Wir waren damals neue Mitglieder in einem Rat, der zwei Jahre nach Schließung der Zeche Sophia-Jacoba gewählt wurde. Viele waren der Meinung, dass nach der Zeche die Lichter in Hückelhoven ausgehen.“ Daran mitgewirkt zu haben, dass es nicht dazu kam, haben auch die sieben neuen Ehrenringträger, die „mit viel Freude und stets einem Auge auf unser engstes Umfeld“ dabei waren.