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Hückelhoven: Sportlerehrung mit kritischer Note

Große Feier in Hückelhoven : Sportlerehrung mit kritischer Note

Mehr als 120 Einzelsportler wurden bei der Sportlerehrung in Hückelhoven geehrt. Doch zu Beginn gab es erst einmal kritische Worte.

Passender hätte der Stadtsportverband Hückelhoven seine Präsentation mit den zu ehrenden Sportlern bei der Sportlerehrung in der Aula des Gymnasiums am Freitag nicht beginnen können. Denn der erste Sportler, der für seine Leistungen 2018 ausgezeichnet wurde, war Radu Placinta. Ein 14-jähriger Ringer des TKV Hückelhoven, der im Vorjahr sowohl bei den Rheinland- als auch bei den Landesmeisterschaften den dritten Platz erreichte. Placinta war es nämlich, der wenig später noch einmal eine Hauptrolle spielte: Das Hückelhovener Ringertalent wurde mit dem „Hans-Josef-Geiser-Preis“ als bester Nachwuchssportler ausgezeichnet. „Ich war total überrascht“, sagte Placinta, erst seit zwei Jahren als Ringer aktiv, anschließend. „Aber die Auszeichnung motiviert mich auch gleichzeitig für weitere Wettkämpfe.“ Auch Paul Sieben, Geschäftsführer, des TKV freute sich riesig über die Ehrung seines Schützlings. „Das war schon eine große Überraschung und ist auch eine Auszeichnung für die Arbeit unseres Vereins.“

Neben der Würdigung sportlicher Leistungen, bieten die Sportlerehrungen für die Sport-Ehrenamtler aber auch immer eine willkommene Gelegenheit, ein paar Worte in Richtung Politik, allen voran an den Bürgermeister, zu richten. In diesem Fall war es der Vorsitzende des Stadtsportverbands, Jürgen Sester, der die Gelegenheit wirkungsvoll nutzte. Denn er hatte ein wichtiges Anliegen. Der Hückelhovener Sport benötige dringend mehr Geld. 25.000 Euro werden von der Stadt als Stadtförderungsmittel pro Jahr gezahlt. „Diese werden an 43 Vereine verteilt“, sagte Sester. Das sei im Ergebnis pro Verein viel zu wenig. „Vielleicht kann ja in den nächsten Haushaltsberatungen eine Aufstockung der Mittel auf 40.000 Euro erreicht werden“, sagte er und bekam für seine Forderung viel Applaus aus dem Publikum. Mehr Geld forderte Sester außerdem für den Stadtsportverband. „Auch wir brauchen eine bessere finanzielle Ausstattung“, sagte er. Bürgermeister Bernd Jansen war wenig später sichtlich daran gelegen, den Vorwurf, die Stadt kümmere sich (finanziell) nicht intensiv genug um den lokalen Sport, zu entkräften. „Auf Kreisebene können wir uns im Vergleich mit den anderen Kommunen durchaus sehen lassen“, sagte Hückelhovens Bürgermeister. „Aber ich nehme den Ball gerne auf für die nächsten Haushaltsberatungen, ob wir vielleicht nicht doch noch mehr leisten können“, sagte Jansen. Die bisher gezahlten 25.000 Euro seien aber auch schon eine ganze Menge. „Deshalb sage ich auch zu Recht: Wir sind eine Sportstadt.“

Jasmin und Christian Jansen kamen mit ihren Hunden Gaia und Buck.  Foto: Adrian Terhorst

Betrachtet man die Anzahl der zu ehrenden Sportler, könnte man ihm zustimmen: 126 Sportler und neun Teams wurden insgesamt geehrt; darunter die drei Spitzensportler Tessa Ternes (Taekwondo – Budo Yamang Hückelhoven), Reiner Schlebusch (Sportschützen – SSV Rurtal Hückelhoven) und Felix Hoppe (Leichtathletik M85 - VSV Grenzland-Wegberg). Als Ehrenamtler ausgezeichnet wurden Klaus Ermler, Jochen Hubert, Hubert Pantin und Kurt Geißler.

Die Ehrenamts-Preisträger (v.l.): Hubert Pantin, Klaus Ermler, Jochen Hubert und Kurt Geißler. Foto: Adrian Terhorst

Nichts ändern soll sich übrigens auch künftig daran, dass jedes Jahr die Zahl der geehrten Sportler im dreistelligen Bereich liegt. „Wir wollen bewusst die Breite an Sportlern ehren und nicht nur ein paar besonders erfolgreiche. Auch aus dem Grund, dass wir die Sportler damit weiterhin motivieren.“ Eine zusätzliche Finanzspritze stünde dem nicht entgegen.