Hückelhoven: Sexuell missbrauchter Katze „Heaven“ im Tierheim Heinsberg geht es besser

Nach Vorfall in Hückelhoven : Missbrauchte Katze „Heaven“ ist auf dem Weg der Besserung

Nach Tagen des Hoffens und Bangens geht es der offenbar sexuell missbrauchten Katze im Tierheim Heinsberg langsam besser. Die Einrichtung erreichten viele trostspendende Nachrichten - sogar aus der Schweiz.

Gute Nachrichten aus dem Tierheim Heinsberg: Die grausam missbrauchte Katze, auf den Namen „Heaven“ getauft, ist seit Pfingsten auf dem Weg der Genesung. Das vergangene Woche in Ratheim in einem Keller entdeckte verletzte Tier war am 4. Juni „in mühevoller Kleinstarbeit operiert“ worden, so die Facebook-Seite des Tierheims. Dennoch wurde das Gewebe ihrer großen Wunde immer wieder nekrotisch.

Mittlerweile kümmert sich ein ganzes Team von Tierärzten um die rote Tigerkatze, so Tierheimleiterin Sina Braun. „Das war grausam daneben zu stehen, wenn die Tierärzte überlegten, ob es nicht besser wäre, sie einzuschläfern“, sagte sie am Dienstag. Doch das Wundgewebe löse sich nicht weiter auf, sondern fange nun an zu heilen. Eine geänderte Schmerzmedikation hat das Erbrechen der kleinen Patientin gestoppt.

„Heaven“ schläft viel in ihrer Box, frisst ausgesuchtes Futter, spielt nicht, ist aber dankbar, wenn sich ein ruhiger Mensch zu ihr setzt und sie streichelt. „Beim Tierarzt ist das so eine nette Katze“, sagte Sina Braun. „Allerdings gerät sie in Panik, wenn sie an Kopf und Hals festgehalten werden soll.“ Zweimal täglich wird die Wunde gespült.

Seit fast 20 Jahren im Tierheim erlebt Sina Braun einen solchen sexuellen Missbrauch zum ersten Mal. Den Fall wollte das Team öffentlich machen, um zu informieren und damit Menschen, die ein ähnlich verletztes Tier sehen, den Mut haben zu sagen: Ich glaube, hier stimmt etwas nicht. „Viele haben nicht gewusst, dass es so etwas gibt“, hat Sina Braun aus unzähligen Reaktionen gesehen. „Dabei macht Missbrauch von Schwächeren vor nichts Halt.“

Man wisse von Pädophilen, die aussagen, angefangen hätte alles mit einem Haustier. Manche Zuschrift spendete Trost in den für die Pfleger schwierigen Tagen. „Es gab sehr schöne E-Mails bis aus der Schweiz, die gehen uns nahe“, so Braun, „die wünschen der Katze und dem Team alles Gute.“

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