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Hückelhoven: Seniorendienste machen Corona-Schnelltests

St. Gereon in Hückelhoven : Seniorendienste machen Corona-Schnelltests

Seit zwei Wochen führen die St. Gereon-Einrichtungen Tests auf das Virus in Eigenregie durch. Das Ergebnis gibt es nach 15 bis 30 Minuten. Ein Mitarbeiter erklärt, wie die Tests ablaufen.

Das Stäbchen tief in die Nase einführen, die entnommene Probe dann in das Teströhrchen stecken, fünfmal nach rechts und links bewegen, abwarten, bis die Flüssigkeit ansteigt: Jan Fabry hat sich schnell vertraut gemacht mit der richtigen Vorgehensweise beim Corona-Schnelltest. Seit rund zwei Wochen ist die Brachelener Pflegeeinrichtung Haus Berg, in der 90 Bewohner leben, mit einer mobilen Teststation ausgestattet. Insgesamt sechs leitende Angestellte der St. Gereon Seniorendienste gGmbH ließen sich im Kreisgesundheitsamt dafür schulen. Nur 15 bis 30 Minuten dauert es jetzt noch, bis das Testergebnis zuverlässig vorliegt.

„Das funktioniert ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest“, sagt Manuela Garbrecht, die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, schmunzelnd. Die Flüssigkeit im Röhrchen verfärbe sich rötlich und steige dann langsam an. Würden die Markierungen mit den Buchstaben T und C erreicht, sei das Ergebnis positiv, eine Infektion mit dem Virus liege vor. Werde nur die C-Markierung erreicht, sei das Ergebnis negativ – keine Infektion. Fabry, stellvertretender Pflegedienstleiter, ist wie Manuela Garbrecht froh über diese neue Möglichkeit. Sechs bis acht Tage habe man vorher auf das Testergebnis warten müssen. Die Prozedur mit dem PCR-Test war zeitraubend. „Wir mussten dafür jedesmal einen Termin mit dem Kreisgesundheitsamt ausmachen, die Probe hinbringen. Von dort wurde sie an ein Labor geschickt, und wir mussten abwarten, bis wir telefonisch informiert wurden“, berichtet Garbrecht.

Wie alle Pflegeeinrichtungen sollen auch die St. Gereon Seniorendienste in absehbarer Zeit mit 3000 Tests bedacht werden – so der Plan der Bundesregierung. 1000 orderte St. Gereon zunächst, 150 wurden geliefert. „Erstmal sind wir versorgt“, sagt Garbrecht. Getestet wird bei St. Gereon – auch das Johannesstift in Ratheim sowie das Christinenstift in Gereonsweiler gehören dazu – im Rahmen so genannter Anlasstests: Jemand steht im Verdacht, sich infiziert zu haben, weist Symptome wie Fieber oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns auf. „Dann testen wir die Person und die Kontaktpersonen“, erläutert Jan Fabry.

Andere Bewohner der jeweils acht- bis zehnköpfigen Hausgemeinschaft gehören dazu, auch das Pflegepersonal. Der 27-Jährige ist sich wie seine fünf Kollegen der großen Verantwortung bewusst, wenn er im Konferenzraum, der über einen separaten Ausgang verfügt, in Schutzkleidung testet: „Wenn das nicht richtig gemacht wird, gibt es ein falsches Ergebnis. Wir halten uns hier streng an die Gebrauchsanweisung des Herstellers.“ Ein enger Kontakt zum Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg sei Voraussetzung für die Einrichtung, um selber testen zu dürfen. Zunächst legten die Seniorendienste ihr ausgearbeitetes Konzept vor. Zu den Bedingungen gehört, die Kreisverwaltung über jeden positiven Test umgehend zu informieren.

Tester Jan Fabry hat festgestellt: „Es ist kein besonders angenehmes Gefühl, wenn das Stäbchen in die Nase eingeführt wird. Es kitzelt auch.“ Seinen Kollegen und den Bewohnern möchte er „ein Stück Sicherheit“ vermitteln. Der stellvertretende Pflegedienstleiter hat bemerkt, dass der Zusammenhalt während der Pandemie gewachsen ist: „Wir unterstützen uns gegenseitig, wo wir nur können. Man spürt viel positive Energie am Arbeitsplatz. Wir ziehen alle an einem Strang und sind füreinander da.“ Bei Erkältungsanzeichen bleiben die Mitarbeiter zu Hause, sie würden bei voller Lohnfortzahlung freigestellt, ergänzt Manuela Garbrecht.