Hückelhoven: Orientalische Nacht in Hilfarth

Orientalisches in Hilfarth : Ein Hauch von 1001 Nacht

Annett Frantz-Kochs und ihr Ensemble „Amira Shay“ hatten zur achten Orientalischen Nacht in den Festsaal Sodekamp-Dohmen eingeladen. Viele befreundete Bauchtanz-Formationen wirkten mit.

Ein Hauch von Orient umwehte den Saal Sodekamp-Dohmen. Fast wie ein Märchen aus 1001 Nacht: Rund 50 Tänzerinnen erzählten die Geschichte der Schwestern Zaynah (gespielt von Jennifer Siekierka) und Yasmin (Jasmin Storms), deren unbeschwertes Leben ein Ende findet, als der adlige Vater an einer schweren Krankheit verstirbt und ihnen seinen Besitz mit Ländereien hinterlässt. Jetzt sind die jungen Frauen ganz auf sich allein gestellt, denn die Mutter lebt schon lange nicht mehr. „Die abenteuerliche Reise zum Schnee“ – so hat Annett Frantz-Kochs die Geschichte genannt, die sie geschrieben und als fantasievolle Tanzshow in Szene gesetzt hat. Drei Stunden lang zogen die Mitwirkenden in farbenprächtigen Kostümen das Publikum in ihren Bann.

Für die achte Auflage der Orientalischen Nacht hatte sich Organisatorin Annett Frantz-Kochs etwas Besonderes einfallen lassen. „Vor einigen Jahren haben wir schon mal eine Geschichte erzählt“, berichtete die Dremmenerin, die in Thüringen aufgewachsen ist und Judokämpferin war, bevor sie den Bauchtanz als Leidenschaft entdeckte. Ohne Erzählerin sei es damals schwierig gewesen, die getanzte Geschichte zu verstehen. Diesmal trat Marina Herper aus Heinsberg in Aktion, um den Zuschauern die Kapitel vorzutragen, die von der nicht ungefährlichen Reise der Schwestern durch fremde Länder handelte. Die Sängerin, die in mehreren Chören im Raum Wegberg und Heinsberg mitmischt, lässt sich in der Erkelenzer Rock School des Musikers Samy Oeder coachen. Sie stimmte zu Beginn ein Lied an und entführte das Publikum zusammen mit den Tänzerinnen in eine märchenhafte Welt mit Wikinger-Frauen, die Säbel durch die Luft schwingen, einer Meerjungfrauen-Königin, Naturgeistern, der weisen Frau und tanzenden Medusen im Wasser.

Gastgeberin Annett Frantz-Kochs, die viele der bunten Kleider entworfen und genäht hatte, war im Dauereinsatz. Sie leitet nicht nur seit vielen Jahren das Ensemble Amira Shay, sondern stand auch als Solistin, Duo-Partnerin und mit ihrer Gruppe auf der Bühne. Was das Publikum nicht wusste: Bei der Umsetzung der „Abenteuerlichen Reise zum Schnee“ gab es eine besondere Herausforderung. Weil die Tänzerinnen und Formationen aus Köln, Alsdorf, Krefeld und Bonn angereist waren, fanden keine gemeinsamen Probentermine statt. „Alle haben für sich geprobt“, verriet Annett Frantz-Kochs zufrieden.

Zum Schluss, nach überstandener Krankheit und überwundenen Gefahren tief unten im Meer, wird alles gut. Die Schwestern sind froh, wieder zu Hause zu sein und erkennen, wie glücklich man dort sein kann. Ihre Erkenntnis: Man braucht keine fremden Länder, kein anderes Klima, keinen Reichtum, um glücklich zu sein. Wichtiger ist für Jasmin und Zaynah, zufrieden zu sein mit dem, was man hat, an dem Ort, den man schätzt, mit den Menschen, die sie mögen. Applaus belohnte die Akteure für ihre professionell wirkenden Darbietungen. Dabei gab es auch ein Wiedersehen mit dem Mönchengladbacher Tänzer Joel Kamphausen, der 2016 in seiner Rolle als „Prinz Oceanheart“ begeisterte und diesmal als märchenhafter Flaschengeist Wünsche erfüllte. Moderatorin Cerstin Wagner versprach, dass es 2021 eine weitere Orientalische Nacht im Saal Sodekamp-Dohmen geben wird. Organisatorin Annett Frantz-Kochs und ihr Ensemble Amira Shay werden sich dafür wieder einiges einfallen lassen. Fast ein Dreivierteljahr hatten die Frauen dafür eifrig geprobt.