Hückelhoven: Mehmet Yilmaz führt Gäste durch die Moschee

Tag der offenen Moschee : Gebetshaus öffnet seine Türen

Bereits zum 21. Mal ist Mehmet Yilmaz dabei, wenn das Gebetshaus in Hückelhoven die Pforten für Besucher öffnet.

Als Mitglied im Integrations- und Bildungsverein Hückelhoven, der wiederum dem Verband des islamischen Kulturzentren (VIKZ) angeschlossen ist, hat Mehmet Yilmaz gerne die Aufgabe übernommen, Gäste durch die Moschee zu führen.

„Nicht nur an den Tagen vom 3. bis zum 7. Oktober, auch bei unseren ‚Four Days‘ und bei zwei Terminen mit der Volkshochschule bieten wir Führungen an“, sagte Yilmaz, der 1981 als Jugendlicher aus Ankara nach Deutschland kam, in Hückelhoven heimisch wurde und längst die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Aus dem gesamten Kreisgebiet kamen die Interessenten, zum Teil mit dem Fahrrad und nicht zuletzt auch in dem Wissen, dass es wieder leckere Speisen geben wird. „Alles selbst gemacht von unseren Frauen“, betonte Yilmaz, ehe er die große Schar in den Gebetsraum führte, nicht ohne zu versichern, dass der große Gebetsraum auch Frauen offen stehe, diese aber lieber unter sich bleiben würden. „Die Frauen dürfen zu uns, aber wir nicht zu ihnen.“

Über andere islamische Vereinigungen will Yilmaz sich nicht äußern. „Wir gehören dem VIKZ an, der die älteste Vereinigung in Deutschland ist.“ Er weist auf einige Besonderheiten hin: „Wir haben keine Symbole, Fahnen oder eine nationale Ausrichtung.“ Die Gebete, die fast immer nur in arabischer Sprache gesprochen werden, seien der Dreh- und Angelpunkt des Lebens in der Moschee. Es gibt die Unterweisung im Religionsunterricht, es gibt die Treffen. „Aber wir haben zwei Themen, die absolut nicht zur Sprache kommen: die Politik und der Sport.“ Wobei, wie Yilmaz schmunzelnd hinzufügt, die Diskussionen über den Sport hitziger sein würden. „Deshalb haben wir auch keinen Sportverein.“

Für den Bildungsverein sei Integration keine Floskel, meint Yilmaz bei einem Tee in einem der großen Zelte vor der Moschee, in denen die Gäste und die Gemeindemitglieder, deren Zahl bei rund 1500 liegt, miteinander reden und essen. Manch Besucher hat nach der Führung durch die Moschee noch einen Blick in den Garten geworfen, in dem an Ständen Handarbeiten angeboten wurden, oder hat an den Speiseständen arabische und türkische Köstlichkeiten probiert. „Wir machen schon seit Jahren gemeinsam mit der Volkshochschule Kochkurse, die sehr gut besucht werden.“ Und es gebe Sprachkurse. Denn die Sprache, die Kommunikation und das gegenseitige Verstehen seien die besten Voraussetzungen für eine Integration in einer friedlichen Gesellschaft.

Nicht ohne eine Einladung für den heutigen Freitag entlässt Mehmet Yilmaz seine Gäste. Als Ausnahme wird das Freitagsgebet um 13.20 Uhr in Deutsch gesprochen.

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