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Hückelhoven: Mann mit Samuraischwert getötet, Mordkommission ermittelt

Mordkommission ermittelt in Hückelhoven

Mann mit Samuraischwert getötet

Die Polizei hatte den Bereich des Tatorts großräumig abgesperrt. FOTO: Uwe Heldens

Hückelhoven Ein 47-Jähriger hat bei einer Auseinandersetzung vor der eigenen Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus in Ratheim mehrfach auf zwei Männer eingestochen. Einer wurde getötet, der andere verletzt.

Es müssen schaurige Szenen gewesen sein, die sich am Sonntagabend in der Ackerstraße in Hückelhoven-Ratheim abgespielt haben, bei denen ein Mann auf brutale Weise sein Leben verlor. Gegen 21.15 Uhr wurden Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr zu einem Einsatz in die Ackerstraße gerufen. Anwohner hatten einen Streit in der Nachbarschaft wahrgenommen, an dem laut Staatsanwaltschaft Mönchengladbach insgesamt drei Personen beteiligt waren.

Bei der lautstarken Auseinandersetzung soll einer der Männer, ein 47-Jähriger, im Hausflur des Mehrfamilienhauses vor seiner Wohnungstür eine Art Samuraischwert gezückt haben und damit auf die beiden anderen Männer – beide unbewaffnet – eingestochen haben. Dabei hat der mutmaßliche Täter einen zehn Jahre jüngeren Mann so stark verletzt, dass der herbeigerufene Notarzt später nur noch dessen Tod feststellen konnte. Der dritte Mann, 57 Jahre alt, sei ebenfalls von den Hieben mit dem Schwert verletzt worden, allerdings bestand keine Lebensgefahr, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Er konnte sich verletzt aus dem Haus retten.

Info

Erinnerung an Tat von vor zwei Jahren

2019 Vor zwei Jahren gab es ebenfalls ein Tötungsdelikt in der Ackerstraße. Auch damals wurde ein Mann mit einem Samuraischwert getötet. Der Täter war zum Zeitpunkt der Tat stark alkoholisiert und konnte sich nicht an die Tat erinnern.

Im Februar 2020 wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt. Gleichzeitig hatte das Gericht die Unterbringung in einer Entzugsklinik angeordnet.

Durch seine Rufe und Schreie wurden Menschen in der Nachbarschaft aufmerksam und strömten auf die Straße. Der Mann wurde zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Der mutmaßliche Täter sei vor Ort von der Polizei festgenommen worden, er habe keinen Widerstand geleistet oder einen Fluchtversuch gewagt, berichtet die Staatsanwaltschaft. Das Motiv des Täters ist unklar, die Ermittler versuchen es nun herauszufinden.

Auch am Montagmorgen waren Beamte der Spurensicherung noch vor Ort beschäftigt. Es wurde Beweismaterial sicher gestellt. FOTO: Uwe Heldens

In der Nachbarschaft ist der mutmaßliche Täter durchaus bekannt gewesen. Es soll sich um einen Türken handeln, wegen dem in der Vergangenheit schon häufiger die Polizei gerufen werden musste. Rechtsanwalt Kamil Ugur etwa berichtet in einer Diskussion in den sozialen Medien davon, dass er bereits zwei Mal Strafanzeige gegen ihn erstattet habe, nur habe sich da nichts bewegt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, sei der mutmaßliche Täter allerdings nicht vorbestraft.

Ins Fenster des mutmaßlichen Täters ist ein Plakat geklebt, das zum Teil verdeckt ist. Es ist jedoch eindeutig der Spruch „Asyllobby = Terrorhelfer“ zu erkennen. Es handelt sich dabei um ein Plakat, mit dem die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 Wahlkampf gemacht hatte.

Die Tat am Sonntagabend hat in Ratheim für großes Aufsehen gesorgt. Die Polizei war schnell nach dem Notruf vor Ort und sperrte den Bereich großflächig ab. Das war allerdings gar nicht so einfach. Wie ein Augenzeuge berichtet, habe sich innerhalb kürzester Zeit eine riesige Menschentraube auf der Straße und auf dem Bürgersteig gebildet, die nur schwer vom Tatort fernzuhalten war. Teils waren es Menschen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnen, andere wurden von dem verletzten Mann benachrichtigt und kamen daraufhin in die Ackerstraße. Viele der Menschen riefen wild und laut durcheinander, alle waren auf der Suche nach Antworten, wollten wissen, was passiert ist.

Einer der anwesenden Männer habe sich dabei als eine Art Lautsprecher hervorgetan, die Einsatzkräfte bedrängt und gesagt, er werde erst Ruhe geben, wenn die Polizei mit Informationen rausrücke. Als einer der Beamten mitteilte, dass ein Mann tödlich verletzt wurde, sei es noch hektischer geworden, so der Augenzeuge weiter, so dass schnell polizeiliche Unterstützung hinzugerufen wurde. Die Feuerwehr habe unterdessen den Rettungswagen sichern müssen. Auch bei der Festnahme des mutmaßlichen Täters sei es abermals laut geworden.

Erst in der Nacht soll sich sich die Menschentraube langsam aufgelöst haben. Die Spurensuche am Tatort habe die Beamten die ganze Nacht beschäftigt. Erst am Vormittag gegen zehn Uhr wurde die Beweissicherung abgeschlossen. Wie ein Augenzeuge berichtet, wurde viel mögliches Beweismaterial sichergestellt, unter anderem auch ein Kleinwagen. Die Mordkommission ermittelt seit dem Notruf ununterbrochen.