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Hückelhoven: Händler verteilen Parkscheiben in der Stadt

Hückelhoven nimmt keine Parkgebühren : Händler verteilen Parkscheiben in der Stadt

Die Aktion „Schnäppchen statt Knöllchen“ der Werbegemeinschaft hat in Hückelhoven bereits Tradition. Die Händler weisen damit auf den besonderen Umstand hin, dass die Stadt Hückelhoven keine Parkgebühren nimmt.

Wer in der Stadt wohnt oder regelmäßig in Hückelhoven unterwegs ist, der weiß um diese Besonderheit natürlich bestens Bescheid: Um im Stadtgebiet sein Auto abzustellen, bedarf es in der ehemaligen Zechenstadt keines Kleingelds, sondern lediglich einer Parkscheibe. Damit hat Hückelhoven eine Ausnahmestellung in der Region, auf die Verwaltung und Einzelhändler gleichermaßen stolz sind.

„Die Stadt Hückelhoven verzichtet bewusst auf einige zehntausend Euro Parkgebühren – pro Monat“, sagt Ralf Sester, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft Hückelhoven, der an der Parkhofstraße einen Elektronikfachhandel betreibt. Nach dem Motto, wenn es den örtlichen Unternehmen gut gehe, gehe es auch der Stadt gut, setzt die Verwaltung stattdessen auf langfristige Mehreinnahmen durch die Gewerbesteuer. Daher verzichte man in Hückelhoven auf eine Parkraum-Bewirtschaftung.

Seit etlichen Jahren macht die Werbegemeinschaft jedes Jahr auf diese Besonderheit aufmerksam, indem sie kostenlos Parkscheiben verteilt. 4500 von den Pappscheiben haben Sester und seine Kollegen organisiert – genauso viele kostenfreie Parkplätze gibt es in der Stadt. Auch unter Corona-Bedingungen findet die Aktion statt. So reicht Sester die Scheiben etwa mit einer Greifzange zu den Kunden herüber, um so die nötigen Abstände einzuhalten.

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Die Verteilung der Parkscheiben sei nicht nur auf die Aktion am Freitag zentriert gewesen, betont Sester. Im Grunde laufe sie das ganze Jahr. Hin und wieder komme es vor, dass Kunden in die Läden kommen und klagen, sie hätten die Parkscheibe nicht dabei. In den Fällen können die Händler in Hückelhoven aushelfen. Jeder habe einige Scheiben für diese Zwecke parat liegen, sagt der Geschäftsführer.

Besonders die Kunden von außerhalb freuen sich daher über diese Hilfsbereitschaft. Die Aktion habe aber auch einen symbolischen Charakter: „Es soll ein Signal an die Stadtverwaltung sein, dass wir die Situation so wie sie ist sehr schätzen“, sagt Sester.