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Hückelhoven/Erkelenz: Mahnfeuer gegen das Gewerbegebiet

Protestaktion zwischen Granterath, Hetzerath und Baal : Mahnfeuer gegen das Gewerbegebiet

Für kommenden Samstag laden die Besitzer des Biolandbetriebes Pott zu einer Informationsveranstaltung auf den Marienhof bei Hetzerath ein.

Wo landschaftliche und bauliche Veränderungen im Raum stehen, ist Protest aus der Bürgerschaft oftmals nicht weit. Im Erkelenzer Land sind in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren viele Menschen zu Protestaktionen an den Tagebaurand und in die vom Tagebau bedrohten Dörfer gekommen. Am Samstag ist eine Protestaktion am anderen Ende von Erkelenz geplant, beziehungsweise an der Stadtgrenze zu Hückelhoven, auf dem Biolandhof der Familie Pott.

Grund dafür ist freilich nicht der Tagebau, sondern ein drohendes Gewerbegebiet zwischen Granterath, Hetzerath und Baal und die B 57. Die Familie Pott ruft daher am Samstag, 15. Januar, von 16 bis 18 Uhr zu einem Mahnfeuer auf einem der Felder neben dem heimischen Marienhof auf. In den sozialen Medien und über Whatsapp rufen sie zur Teilnahme an der Aktion auf. „Wir möchten einerseits informieren, die Bürger aber auch für das Thema sensibilisieren“, betont Anne Pott. Viele hätten das möglicherweise gar nicht auf dem Schirm. Sie kritisiert, dass seitens der Politik zu wenig informiert werde, was derartige Planungen betreffe.

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Auch der „Verein der Freunde und Förderer des Naturschutzes Hückelhoven“ ruft auf seiner Facebookseite zur Teilnahme an der Veranstaltung auf. „Die Zerstörung unserer Natur und die Versiegelung unserer wertvollen Ackerflächen nimmt im Stadtgebiet Hückelhoven immer schneller seinen Lauf“, heißt es dort. Daher seien alle Interessierten Bürger eingeladen, an der Informationsveranstaltung teilzunehmen.

„Wir sind ein Biolandbetrieb. Mit einem so großen Gewerbegebiet im Rücken könnten wir das mit der Biolandwirtschaft vergessen“, sagt sie. Sollte das Gewerbegebiet entstehen, würde für Familie Pott etwa die Hälfte der Ackerflächen wegfallen. „Wir sind an einem Verkauf unserer Ackerflächen nicht interessiert, gefragt wurden wir allerdings auch nie“, führt Anne Pott im Vorfeld der Veranstaltung am Samstag aus. Die solle erst der Anfang sein, weitere Aktionen seien bereits in Planung. Aber zunächst hoffen die Organisatoren auf reges Interesse.

Im Kostenpflichtiger Inhalt Interview hatte Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen kürzlich betont, dass in Sachen Gewerbegebiet noch nichts entschieden sei. Es gehe um etwa 30 Hektar Sonderflächen, die im Regionalplan aufgetaucht seien. Die könnten auf anderer Seite der B 57 auf Hückelhovener Stadtgebiet in Richtung Hetzerath entstehen. Bislang sei das allerdings nur eine Planung, mit der sich die Verwaltung in den kommenden Wochen und Monaten auseinandersetzen möchte.