Informationsabend in Hückelhoven Ein Ehrenamt für Jedermann

Hückelhoven · Das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum Heinsberg, die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Hückelhoven und das Deutsche Rote Kreuz luden zu einem Informationsabend zum Ehrenamt im Stadtgebiet.

In Hückelhoven ging es um das Thema Ehrenamt.

In Hückelhoven ging es um das Thema Ehrenamt.

Foto: dpa/Patrick Seeger

„Engagement zum Aperitif“ - unter diesem Titel bot die zwanglose Informationsveranstaltung in den Räumlichkeiten des KAI des DRK Hückelhoven einen eindrücklichen Querschnitt durch den Ehrenamtsbereich der Stadt. Bei Speisen und Getränken durften sich die Besucher an den verschiedenen Ständen dazu erkundigen, wie und wo sie sich in ihrer Heimat engagieren können.

Ehrenamtliche Unterstützung für das Verkaufsteam wird etwa beim Eine-Welt-Laden gesucht, der fair gehandelte Waren anbietet. Mitunter aus diesem Grund trägt Hückelhoven seit einem Jahr den Titel „Fair-Trade-Stadt“ und ist die 829. Kommune in Deutschland, die dieses Zertifikat erworben hat. „Grundsätzlich wollen wir in den Köpfen der Menschen etwas verändern und sie dafür sensibilisieren, dass sie schon mit ihrem Einkauf die Stellschrauben für globale Gerechtigkeit bedienen können – und seien sie noch so klein“, sagte der Vorsitzende Bruno Bürger. Außerdem lobte er das Interesse der Hückelhovener Bürger: „Es gibt wirklich viele Leute, die nur darauf warten, sich engagieren zu können.“ Als Ehrenamtler bei der Lambertus-Pflege steht vor allem der persönliche Kontakt zu den pflegebedürftigen Menschen im Mittelpunkt. „All die Mühe, die man hineinsteckt, bekommt man unmittelbar zurück – vor allem zeigt sich das in der Dankbarkeit der Menschen“, sagte Paul van Ackeren. Ehrenamtlichen werde eine gute Gemeinschaft geboten, die vor allem von der tollen Anleitung seitens der hauptamtlichen Kräfte profitieren würde. „Wir bemühen uns auch, die persönlichen Interessen unserer Ehrenamtler weitestgehend mit einzubeziehen. Die Erfahrung zeigt, dass wir gemeinsam mehr möglich machen können, wenn wir den Leuten da entgegenkommen. Außerdem bieten wir auch einen Ehrenamtlerausflug im Sommer sowie die Teilnahme an Festivitäten an - so etwas gehört für uns unbedingt mit dazu.“ Claudia Kobiella und Conny Weiß gehören zu den 43 ehrenamtlichen Kräften, die das Team der Lambertus-Pflege in diversen Bereichen unterstützen, und berichteten von ihren Erfahrungen. „Ich begleite beispielsweise den Fußballstammtisch, da sehen wir uns gemeinsam die Zusammenfassungen der Spiele an und zeichnen die besten Tipper mit Urkunden aus. Der Wettbewerb macht unseren Teilnehmern unheimlich viel Spaß“, so Kobiella. Conny Weiß freute sich vor allem über die zwischenmenschlichen Glücksmomente: „Ich versuche immer jedes bisschen Lebensfreude herauszukitzeln, und dann sehe ich, wie sich die Leute verändern, plötzlich mit Feuereifer bei der Sache sind. Ich darf dabei zusehen, wie diese Menschen aufblühen, und dieser Moment ist einfach unbeschreiblich schön.“ Der lockere Informationsabend war der erste dieser Art. Die ursprüngliche Idee dazu hatte das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum des Kreises Heinsberg bereits vor Corona. Zusammen mit Petra Hudler als Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Hückelhoven und Claudia Walter, der Leiterin des DRK-KAI in Hückelhoven, wurde beschlossen, die gemeinsamen Kräfte zu bündeln, um die Veranstaltung möglichst plastisch und praxisnah zu gestalten. „Wir haben uns absichtlich gegen einen Messecharakter entschieden, weil wir die Leute niederschwellig zusammenbringen wollten“, sagte Angela Mirbach vom SFZ Heinsberg. „Für die Premiere in Hückelhoven stand für uns der Austausch mit Institutionen aus und für Hückelhoven im Mittelpunkt, um den Anwohnern einen Eindruck davon zu vermitteln, was für eine Bandbreite an Möglichkeiten zum Engagement lokal besteht. Wir können aber natürlich vorerst nur einen Ausschnitt zeigen und hoffen, dass dieser als Multiplikator dient.“ Die Organisatorinnen zeigten sich glücklich über den gelungen Auftakt. „Hückelhoven war für uns ein guter Testlauf - demnächst wollen wir die Veranstaltung auch in weiteren Städten des Kreisgebietes durchführen“, meinte Mirbachs Kollegin Janine Cammarana vom SFZ.