"Hückelhoven brummt" wurde mit einem KOnzert von Brings eröffnet

Konzert von Brings beim 15. Cityfest : „Kölsches Jeföhl“ in Hückelhoven

Die Kölner Stimmungsband Brings eröffnete mit viel Energie das dreitägige Cityfest „Hückelhoven brummt“.

Das Publikum machte Selfies, klatschte begeistert mit, schunkelte, wippte im Takt der Musik und zeigte sich textsicher, als die Kölner Stimmungsband Brings das nach Hückelhoven brachte, was man das „Kölsche Jeföhl“ nennt. Drei Jahre ist es her, dass die fünfköpfige Formation aus der Domstadt, 1990 von den Brüdern Peter und Stephan Brings gegründet, zu Gast in der ehemaligen Zechenstadt war. Beim diesjährigen dreitägigen Cityfest „Hückelhoven brummt“ wurden die fünf Musiker erneut von vielen hundert Besuchern bei freiem Eintritt gefeiert.

„Wow, ein Wahnsinns-Ausblick“, zeigte sich Bürgermeister Bernd Jansen schwer beeindruckt, als er die große Bühne am Rathaus betrat, um die mittlerweile 15. Auflage des beliebten Stadtfestes offiziell zu eröffnen. Dann machte er Platz für die Mundart-Band, der auch Christian Blüm am Schlagzeug (Sohn des früheren Ministers Norbert Blüm), Keyboarder Kai Engel (sein Vater ist Bläck-Fööss-Gründungsmitglied Tommy Engel) und Gitarrist Harry Alfter angehören. Der Blick über die riesige Menschenmenge, die den Breteuilplatz füllte, machte den Ersten Bürger sichtlich stolz. Dennoch habe man den Anspruch, „immer besser zu werden“. Die Konzerte bei „Hückelhoven brummt“ stets kostenfrei anbieten zu können, sei nur mit Hilfe von Sponsoren möglich. Kreissparkasse und NEW hatten das beliebte Stadt-Spektakel wieder unterstützt. Jansen wünschte den Konzertbesuchern ein tolles Wochenende und gab die Bühne frei für Brings.

„Hückelhoven, wir grüßen Euch“, riefen die aus Köln angereisten musikalischen Gäste, um dann gut zwei Stunden lang ihr Publikum zu unterhalten. Von ihrer Heimatstadt handelte der Song „Kölle“, bei dem ihr Auftrittsort durchaus einem Vergleich standhielt: „Hückelhoven ist aber auch nicht schlecht.“ Immer wieder forderten sie die Hückelhovener zum Mitschunkeln auf, verrieten zwischendurch augenzwinkernd: „Böse Zungen behaupten, dass wir besser tanzen können als singen.“ Da waren die vielen Zuhörer offensichtlich anderer Meinung – sie sparten nicht mit Applaus für Brings, die ihre größten Hits zum Hückelhovener Cityfest mitgebracht hatten. „Su lang mer noch am lääve sin“, „Superjeile Zick“, „Poppe, Kaate, Danze“ und „Mir sin all nur Mensche“, sind Lieder, die der Gruppe auch außerhalb der Karnevalssession zu Erfolg verholfen haben. Auch Willy Schneiders Evergreen „Man müsste nochmal 20 sein“ aus dem Jahr 1953 gehört zum Repertoire der Mundart-Band, die seit vielen Jahren auch hin und wieder auf Hochdeutsch singt. „Wir sind alles kleine Sünderlein“, „Zu dir, zu mir“, „Für immer Hippie“ oder auch „Halleluja“ kamen an beim Publikum. Der Wettergott hatte es gut gemeint – kein Regen, keine übermäßige Hitze. Bei angenehmen Temperaturen feierten die Hückelhovener ihr 15. Stadtfest mit kühlem Gerstensaft, Wein, Sekt und fruchtigen Cocktails.

Vor dem Brings-Auftritt hatte der Kölner Songwriter Rasmus Schumacher die Rathaus-Bühne für sich eingenommen und ordentlich Stimmung gemacht. Seit 17 Jahren ist der Vollblutmusiker in der ganzen Welt unterwegs, gerade kam er aus Australien zurück. Mit Liedern von R.E.M., Simon & Garfunkel oder Coldplay unterhielt er die Menschenmenge in der Innenstadt.

Am nächsten Abend standen wieder Konzerte zum Nulltarif auf dem Programm. „Das Wunder“ nahm die Festgäste mit auf eine musikalische Zeitreise durch vier Jahrzehnte Rock und Pop: Nena und Peter Schilling, die Ärzte, die Toten Hosen, Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Silbermond, Sportfreunde Stiller, Jan Delay und viele mehr. Drei der Bandmitglieder feierten ein Wiedersehen mit der ehemaligen Zechenstadt. Mit ihrer früheren Formation „Luxuslärm“ waren sie vor genau zehn Jahren schon einmal beim Cityfest aufgetreten.

Auch für kleine Besucher hielten die Organisatoren aus dem Stadtmarketing diverse Attraktionen bereit. Krake, Trampolin und die Möglichkeit, gratis den Kinder-Gabelstaplerführerschein zu machen, waren ganz nach dem Geschmack der Jungen und Mädchen. Bärbel und Rudi, Bürgermeister Jansens tierischsten Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, waren auf dem Cityfest unterwegs. Das Biberpaar-Maskottchen verteilte süße Überraschungen an die Kinder.

Wenn die Jungs von Brings spielen, kommen die Menschen in Scharen nach Hückelhoven und haben eine „super jeile Zick“. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Darüber hinaus stellten sich die Vereine und Organisationen aus dem Stadtgebiet vor, darunter die American Footballer Heinsberg Bisons, das Technische Hilfswerk (THW) und die Sporttaucher, die zum Schnuppertauchen im 30 Grad warmen Becken einluden. Die Tanzschule Sandra Horn, Nachwuchs-Artisten aus der von Bianca Schiff geleiteten AG Zirkus Pepperoni am Hückelhovener Gymnasium und die japanischen Trommler der Gruppe Wadaiko von Stephanie Rosen-Strauch gaben interessante Einblicke. Die Rurtal-Korbmacher, die Mineralien- und Bergbaufreunde und die Mitglieder des Fördervereins Schacht 3, die Kaffee und Kuchen im Rathaus servierten und den neuen Wandkalender „Sophia-Jacoba im Wandel der Zeit“ verkauften, waren beteiligt am Gelingen des Hückelhovener Cityfestes, zu dem auch ein Kunsthandwerkermarkt in der hölzernen Budenstadt gehört, die man vom Weihnachtsmarkt kennt.

Mehr von RP ONLINE