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Hückelhoven: Bekanntheitsgrad von Schacht 3 auf hohem Niveau gehalten

Veranstaltungen kommen gut an : Schacht 3 zieht nach wie vor viele Besucher an

Auf vielfältige Art wird der Bekanntheitsgrad des Industriedenkmals Schacht 3 auf hohem Niveau gehalten. Im Mittelpunkt stehen nun die Planungen für eine Veranstaltung in 2022, mit der an die Zechenschließung 1997 erinnert werden soll.

2248 Personen, darunter 303 Kinder, wurden im Jahr 2018 in 89 Führungen mit dem Industriedenkmal Schacht 3 der früheren Hückelhovener Steinkohlenzeche Sophia-Jacoba vertraut gemacht. Diese Zahlen nannte Reinhard Prüfer als Geschäftsführer des Fördervereins für das Industriedenkmal in der jüngsten Jahreshauptversammlung, die im Museum stattfand.

Darüber hinaus haben laut des Geschäftsberichts die Museumstage, der Tag des offenen Denkmals, die drei größten Trödelmärkte der Region den Schacht breit bekannt gemacht. Aber auch die Veranstaltungen anderer Anbieter wie die Sommermusik mit James Blunt und Johannes Oerding, die DGB-Maikundgebung, die Autokinonächte, das Frühjahrskonzert der Bergkapelle Sophia-Jacoba, hätten den Bekanntheitsgrad des Denkmals auf hohem Niveau gehalten, so Reinhard Prüfer.

Für den kürzlich verstorbenen langjährigen Kassierer Karl-Josef Heinrichs trug dessen Stellvertreter Frank Krüger-Sebastian einen positiven Bericht vor, das Jahr 2018 habe mit einem Überschuss geendet. Ihn wählten die Mitglieder einstimmig zum neuen Kassenchef, dem auch die Organisation der Trödelmärkte obliegt.

Kein gutes Haar ließ Fördervereinsvorsitzender Detlef Stab an der Energiepolitik und am Verhalten der NRW-Behörden in Bezug auf den „Hambacher Forst“, er machte „rechtsfreien Raum“ aus. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gelänge es der Polizei noch nicht einmal, die Personalien von Rechtsbrechern festzustellen. Angesichts der Vorgänge dort, die Baumhausbauer hätten jetzt sogar Bäume gefällt, um ihre widerrechtlichen Aktionen zu intensivieren, stellten sich die Fragen „wo leben wir, sind wir noch ein Rechtsstaat?“. Derartige „Demonstranten“ hätten von Energiepolitik überhaupt keine Ahnung, Deutschland habe einen Anteil von lediglich 0,8 Prozent am weltweiten CO-2-Ausstoß. Aber die Politik verfahre mit der Braunkohle wie vorher bereits mit der Steinkohle. Bei der Schlussveranstaltung zum Ende des Steinkohle im Dezember hätten die Redner „den Bergbau hoch gelobt, aber die, die da hoch gelobt haben, haben den Steinkohlenbergbau zum Ende geführt“.

Der Vorsitzende des Fördervereins hatte für die Mitglieder noch ein paar statistische Fakten ermittelt – demnach wurde von 2002 an eine halbe Million Euro investiert, seit 1997 seien am Denkmal rund 30.000 Schichten gefahren worden. Nun bereite man sich auf eine Veranstaltung „25 Jahre Schließung von Sophia-Jacoba“ im Jahr 2022 vor.

Die Planungen für das Umfeld von Schacht 3 durch die Stadt stellte den Mitgliedern Marcel Römer vom städtischen Planungsamt vor, für das ein integriertes Handlungskonzept entworfen wurde, das nun in eine Sanierungssatzung mündete. Eine spezielle Planung für den Bereich vom Schacht in Richtung Millich „Winkelhalde“, ist in Auftrag gegeben, die vorgesehene Open-Air-Arena, Sportanlagen und einen Park vorsieht. Die Maßnahmen werden aber einige Jahre in Anspruch nehmen.

In den Bergmannssiedlungen haben sich in den vergangenen Jahren die einheitlichen Häuser teils stark verändert, sind überformt, umgeformt worden auch durch Wärmendämmungsmaßnahmen, die neue Satzung soll die historischen Fassaden und damit das Straßenbild erhalten. Hausbesitzer, die entsprechende Wärmedämmungsmaßnahmen treffen wollen, können dazu Fördermittel erhalten. Die Stadt Hückelhoven wird darüber hinaus, so Marcel Römer einen Sozialmanager einstellen, der seinen Standort am Friedrichplatz, also im Quartier Sophia-Jacoba haben wird.