Hückelhoven: Apfelfest in Brachelen mit Informationen zur Zukunft der Kommer Mühle

Apfelfest in Brachelen : Finsteres Mittelalter, Falkner und Schmied

Beim sechsten Apfelfest in Brachelen wurde über die Zukunft der Kommer Mühle informiert.

Apfelbratwurst vom Grill, frisch gepresster Apfelsaft, Apfelessig aus eigener Herstellung und, und, und: Die Mitglieder des Heimat- und Naturvereins Brachelen hatten zur sechsten Auflage ihres Apfelfestes eingeladen. Auf dem Hof der Tierarztpraxis Feldmann trafen viele hundert Besucher ein – sie wollten dem Brachelener Schmied Willi Op het Veld bei seiner Arbeit über die Schulter schauen, sich vom Moped-Club „Die Fuchsschwänze“ Grillspezialitäten servieren lassen oder bei Kaffee und selbst gebackenen Kuchen sowie knusprigen Reibekuchen in gemütlicher Runde zusammen sitzen.

Zum zweiten Mal fand die herbstliche Apfel-Sause auf dem weitläufigen Anwesen der Tierarztpraxis statt. Zuvor war die historische Wasserburg Haus Blumenthal Treffpunkt gewesen. „Wir möchten an verschiedenen Standorten zeigen, wie schön unser Dorf ist“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende Michael Küsgen das Veranstaltungskonzept.

Bei Führungen zur nahe gelegenen Kommer Mühle erfuhren die Besucher, dass der Brachelener Heimat- und Naturverein ein neues Vorhaben verfolgt. Küsgen kaufte die alte Mühle, die zur kulturellen Begegnungsstätte ausgebaut werden soll. Dafür erhielt der Verein Fördermittel des Landes in Höhe von 50.000 Euro. Denkbar seien unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten, so der neue Eigentümer.

Ins finstere Mittelalter wurden die Festgäste versetzt, als Bernd Birkmann und die mit ihm befreundeten Rittersleute ihr Lager im Garten aufschlugen. Ein Besuch im Mittelalter-Dorf mit historischer Taverne, in der Met und Kirschbier ausgeschänkt wurden, lohnte. Hier waren zahlreiche Händler anzutreffen, darunter eine Kräuterfrau, ein Weißgerber und ein Medicus, der vor Amputationen nicht zurück schreckte. Bei näherem Hinsehen entpuppten sich die mitgebrachten Utensilien jedoch – zum Glück – als Kunstblut und Gliedmaße von Puppen.

Falkner Detlev Kerkmann war aus Sindorf bei Kerpen angereist. Er hatte nicht nur seinen gefiederten Freund mitgebracht, den die Besucher auf den Arm nehmen durften, sondern auch einige Frettchen. Kürbisse und Herbst-Dekorationen waren bei der großen Missionsausstellung zu kaufen. Kleine Besucher kamen beim Entenrennen und bei „Jugend forscht“ auf ihre Kosten, Experimente rund um das Thema Energie standen dabei auf deren Programm.

Mitgebrachte Äpfel wurden auf Wunsch zu Saft verarbeitet. Aber auch die Aktiven des Vereins, etwa 40 fleißige Helfer waren im Einsatz, hatten im Vorfeld viel geleistet. Sie hatten rund drei Tonnen Äpfel in Privatgärten geerntet, zerkleinert, gepresst, erhitzt und in Flaschen abgefüllt.

„Brachelen im Wandel der Zeit“ hatte Vereinsvorsitzender Dieter Wolf einen Vortrag überschrieben, in dem er seine zahlreichen Zuhörer in vergangene Zeiten entführte. Die Brachelener Grundschüler hatten Windräder gebastelt.

Mehr von RP ONLINE