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Heilpädagogisches Reiten in Ratheim​: Gelungene Inszenierung bei den Sternenreitern​

Heilpädagogisches Reiten in Ratheim : Gelungene Inszenierung bei den Sternenreitern

Kinder mit Handicap und Pferde arbeiten bei Therapeutin Ruth Adams gemeinsam. Das mündete nun in einem Theaterstück, dem die Kinder lange entgegengefiebert hatten.

Wer dem unheimlichen Schloss zu nahe kommt, kann sich nicht mehr bewegen: Vierzehn junge Darsteller und sieben Pferde oder Ponys der Gruppe Sternenreiter nahmen die zahlreichen Zuschauer in Ratheim am Wochenende mit in eine fantasievolle Welt. Die kleinen Akteure und ihre Besucher hatten der neuen Inszenierung nach dem bekannten Gebrüder-Grimm-Klassiker um so mehr entgegen gefiebert.

Das weitläufige Gelände im Ratheimer Ortsteil Krickelberg, auf dem Reittherapeutin Ruth Adams vor allem für Kinder und Jugendliche mit Handicap heilpädagogische Reitstunden anbietet, wurde einmal mehr zur Theaterbühne unter freiem Himmel.

Die Mitwirkenden erzählten die Geschichte der bösen Zauberin, die in einem gruseligen Schloss mitten im Wald wohnt. Jorinde und Joringel sind ein junges Liebespaar, das versehentlich in die Nähe des Schlosses kommt. Jorinde wird zur Nachtigall verwandelt, Joringel erstarrt, die Hexe nimmt das Mädchen mit. Joringel fleht sie an, sie freizulassen, aber sie lässt sich nicht erweichen. Joringel läuft oft um das Schloss herum. Dann träumt er von einer blutroten Blume mit einer Perle in der Mitte. Er wandert neun Tage und findet die Blume morgens mit einem Tautropfen in der Mitte. Dagegen ist die böse Hexe machtlos. Nicht nur die kleinen Nachwuchsmimen waren vor ihrem großen Auftritt nervös.

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Ruth Adams, die wieder die Rolle der Erzählerin übernommen hatte, bat um Rücksicht und „behutsames Klatschen“ für eins der sieben Tiere, das seit rund zwei Jahren auf dem Sternenreiterhof lebt und folglich wegen der anhaltenden Pandemie noch bei keiner Märchenaufführung mitgewirkt hatte. In fantasievollen Kostümen und mit prachtvoll geschmückten Pferden sorgten die Sternenreiter und ihre Betreuer wieder einmal für ein ungewöhnliches Erlebnis. Dabei setzten sie sogar internationale Akzente. Für die Spaziergänger im Wald der bösen Zauberin hatte Ruth Adams nicht nur die passenden Kostüme ausgewählt, sondern auch Musik aus dem jeweiligen Land, das repräsentiert wurde – ein rotes Flamenco-Kleid mit Fächer für die Spanierin, Holzschuhe und weißes Spitzenhäubchen für die Holländerin.

Auch für die richtige Musik war gesorgt, darunter Freddie Mercurys berühmte Barcelona-Hymne, Herman van Veens „Warum bin ich so fröhlich“ sowie Idas Sommerlied, das die Zuhörer für einen kurzen Moment ins schwedische Katthult entführte, wo Michel aus Lönneberga sein Unwesen treibt. Hazal Mat repräsentierte dabei die Türkei. Die Ratheimer Grundschülerin gehört zu den etwa zehn Prozent der Sternenreiter, die keine Beeinträchtigung aufweisen, aber viel Freude am Reitsport haben. Mutter Güldenur Genc-Mat, leitende Oberärztin an der Mönchengladbacher LVR-Klinik, war sichtlich stolz auf die Achtjährige, machte unzählige Erinnerungs-Schnappschüsse mit dem Handy.