Hückelhoven: Gymnasiasten schärfen in Brüssel den Blick für Europafragen

Hückelhoven: Gymnasiasten schärfen in Brüssel den Blick für Europafragen

Vom 29. Januar bis 1. Februar kamen die Hückelhovener Gymnasiasten der Leistungskurse Sozialwissenschaften und Geschichte (Q2) Europa näher denn je: Sie hatten die Chance, zur Vertiefung des Themas "Europäische Integration" an einer Exkursion nach Brüssel teilzunehmen.

Dort stand die Teilnahme an einem Europaseminar, das eine Politikwissenschaftlerin des Gesamteuropäischen Studienwerks in Vlotho vorbereitet und realisiert hatte, im Vordergrund. Begleitet wurde die Gruppe von Wolfgang Roth und Stephanie Houben.

Am ersten Tag standen Informationen zur Europäischen Kommission und der Geschichte der europäischen Institutionen sowie ein historisch-politischer Stadtrundgang im Mittelpunkt. Am zweiten Tag besuchte die Gruppe zunächst das Europäische Parlament und hatte dort die Gelegenheit, das Parlamentsmitglied Arndt Kohn (SPD) aus Stolberg zu treffen und auch ihm kritische Fragen, etwa zum Brexit oder zur Flüchtlingsthematik, zu stellen. Bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU empfing Fregattenkapitän Zimmermann die Gruppe zu einem Gespräch.

Dann standen - aufgeteilt in Gruppen - Besuche des Parlamentarium (Museum zum Europäischen Parlament und der neueren europäischen Geschichte) bzw. des Hauses der europäischen Geschichte auf dem Programm. Weiter ging es mit einem Besuch beim Rat der Europäischen Union, die Aufgaben und Positionen der Nationalstaaten in der EU standen im Mittelpunkt. Hier erläuterte ein österreichischer EU-Beamte Aufgaben und Rolle des Rates im europäischen Institutionengefüge und diskutierte mit den Teilnehmern über die enormen Herausforderungen, mit denen sich die Europäische Union momentan konfrontiert sieht. Dabei wurde auch die Rolle der Bundesregierung im Europäischen Rat über die letzten Jahre hin kritisch beleuchtet.

Nach einer Mittagspause in der Innenstadt war die Gruppe zu Gast bei der "Permanent Delegation of the Republic of Turkey to the EU". Da lernte sie die Sichtweise der Türkei zu einer EU-Mitgliedschaft des Landes und zu den zahlreichen, aktuellen Menschenrechtsfragen kennen.

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Während der viertägigen Studienfahrt hatten die Schüler Gelegenheit, die historischen Grundlagen, die Funktionsweise der EU und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag zu erleben. Darüber hinaus lernten sie aktuelle Fragestellungen und zukünftige Herausforderungen des europäischen Integrationsprozesses durch die persönlichen Gespräche mit den EU-Diplomaten - die sich extra Zeit genommen hatten, um über ihre Arbeit zu berichten - und die anschließenden Diskussionsrunden besser zu verstehen.

Mitarbeiter der Europäischen Journalisten-Föderation schärften den Blick der Teilnehmer auf die in vielen Ländern brisante Situation für Journalisten.

Dass die Studienfahrt ein vertieftes Verständnis für die Europäische Integration geschaffen hat, zeigte sich in den Schüleraussagen. "Ich fühle mich jetzt mehr als Europäer als vorher", meinte denn auch ein Teilnehmer bei der Abschlussbilanz.

(RP)