Grüne Hückelhoven: Hubert Minkenberg soll Bürgermeister werden

Kandidat stellt sich vor : Hückelhovener Grüne: Minkenberg soll Bürgermeister werden

Im Februar 2020 soll Musikprofessor und Chorleiter Hubert Minkenberg offiziell als Bürgermeisterkandidat gewählt werden können.

Hubert Minkenberg braucht man Musikfreunden in der Region nicht lange vorzustellen. Seit Jahren ist er als Chorleiter („Westvocals“) und Leiter von Musikprojekten aktiv. Jetzt will der 63-Jährige auch als Politiker in seiner Heimatstadt Hückelhoven durchstarten und als Bürgermeisterkandidat für die Grünen antreten. „Auf diesen Wahlkampf kann man sich nur freuen“, sagte Grünen-Vorsitzender Ulrich Horst nach Minkenbergs Vorstellungsrede bei der Mitgliederversammlung im Hotel am Park. Im Februar soll Minkenberg offiziell als Kandidat gewählt werden. Dies dürfte reine Formsache werden.“

Erst seit rund einem Jahr ist der Musikprofessor, Musiker, Pädagoge, Fachbuchautor und Komponist Mitglied der Grünen, „aber mein Herz schlägt seit Jahren für die Partei“, betonte der in Doveren lebende Vater von fünf Kindern. Seit fünf Jahren ist er sachkundiger Bürger für die Grünen im Stadtrat. Bei seiner Vorstellung betonte er die Prägung im Elternhaus durch den sozial engagierten Vater (Lehrer), dem die Integration der Türken immer besonders am Herzen gelegen habe. Leider sei die frühere, durch Zechenzeiten entstandene Solidarität über soziale Grenzen hinweg heute weniger ausgeprägt in der Stadt. Minkenberg will sich gegen zunehmende Ghetto-Bildung einsetzen.

Mehr Transparenz bei der Auftragsvergabe öffentlicher Bauprojekte würde Minkenberg als Bürgermeister befördern. Er kritisiert eine Entwicklung des Stadtbildes, für die er den Kastenbau des Ärztehauses am Landabsatz als negatives Beispiel nannte. Statt mit vielen gebührenfreien Parkplätzen zu werben, solle die Stadt lieber die nicht-motorisierte Verkehrsinfrastruktur fördern. Minkenberg schwebt die möglichst autofreie Innenstadt mit neuen Mobilitäts-Ideen vor. „Warum nicht Lastenfahrräder für Betriebe fördern oder Rikschas für Menschen mit Behinderung?“, fragt er. Am Lob des Strukturwandels der Stadt macht er Abstriche: „Wir haben fast nur neue Billigarbeitsplätze bekommen.“ Deshalb setzt Minkenberg bei der Ansiedlungspolitik auf Alternativen, will mehr um Mittelständler als etwa um verkehrsintensive Logistikfirmen werben. Natürlich ist der Grüne gegen die zunehmende Versiegelung der Landschaft und will gegen die die Natur durchschneidende L364n kämpfen. Im sozialen Bereich setzt er auf mehr Angebote, die Jung und Alt verbinden, sowie den Verzicht auf Kita-Gebüren für sozial schwache Familien.

Zu Beginn der Versammlung wurde „Grünen-Urgestein“ Hans-Georg Lippert, der seit 25 Jahren aktiv ist, als Schriftführer auf eigenen Wunsch abgelöst. Ihm folgt Ulrike Minkenberg. Bernd Pierich ist neuer Beisitzer. Vom aktuellen Höhenflug der Grünen im Land profitieren auch die Hückelhovener, die laut Ulrich Horst in den letzten Monaten zehn neue Mitglieder gewonnen haben und jetzt 23 „Köpfe“ zählen.

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