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Großbrand bei Holzland Wicht: Verkaufshalle abgebrannt - Lager gerettet

Verkaufshalle komplett abgebrannt : Großbrand in Brachelen gelöscht

Aus bislang ungeklärter Ursache ist beim nächtlichen Großbrand bei Holzland Wicht in Brachelen am Dienstag die Verkaufshalle komplett ausgebrannt. Der Feuerwehr gelang es mit 250 Einsatzkräften, die Lagerhallen zu retten. Drei Männer waren leicht verletzt.

Am Morgen nach dem Flammeninferno bei Holzland Wicht liegt die Verkaufshalle in Trümmern. 250 Feuerwehrleute hatten den Großbrand die ganze Nacht hindurch bekämpft und verhindern können, dass auch die Lagerhallen niederbrannten. Die Löschmaßnahmen konnten am Mittwoch um 7.30 Uhr zurückgefahren werden. Alle drei Stunden lösten sich dann Feuerwehrkräfte aus Hückelhoven bei der Brandsicherheitswache ab.

Die Brandmeldeanlage hatte am Dienstag gegen 20 Uhr ausgelöst. Die eintreffenden Feuerwehrkräfte sahen Feuer im Eingangsbereich zum Verkaufsraum und drangen über die Eingangtür nach innen vor. Trotz erster Löschmaßnahmen nahm die Brandintensität stark zu und es kam zu einer schlagartigen Durchzündung, der Brand breitete sich rasant unter der Fassadenverkleidung aus. So mussten aus Sicherheitsgründen die Angriffstrupps abgezogen werden. Weitere Kräfte aus den Nachbarkommunen Wassenberg, Wegberg, Heinsberg, Geilenkirchen, Erkelenz sowie dem aus Linnich und Stockheim im Kreis Düren wurden nachgefordert.

Pro Minute wurden Feuerwehrsprecher Josef Loers zufolge 18 Kubikmeter Löschwasser gebraucht: „Die Einsatzstelle wurde frühzeitig in vier Einsatzabschnitte eingeteilt“, berichtet er. „Wegen des massiven Löschwasserbedarfs, in der Spitze 18.000 Liter pro Minute, konnte durch das Trinkwassernetz die Wassermenge nicht geliefert werden. Um ausreichend Löschwasser an die Einsatzstelle zu bekommen, wurden mehrere Versorgungsleitungen bis zum Baggersee Kapbusch verlegt sowie Wasserentnahmestellen am Teichbach eingerichtet.“

Bei drei Männern forderte der anstrengende Einsatz bei hohen Temperaturen seinen Tribut. Ein Mitarbeiter des Unternehmens mit 35 Beschäftigten hatte zu Beginn der Löscharbeiten Gerätschaften und Fahrzeuge aus einer Halle geholt und dabei eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten. Er wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, ebenso wegen Kreislaufproblemen ein erschöpfter, dehydrierter Feuerwehrmann. Ein weiterer Feuerwehrmann wurde ambulant behandelt und mit Flüssigkeit versorgt. Er nahm sofort wieder die Arbeit auf. Laut Josef Loers ging es allen am Mittwoch wieder gut.

Viele Menschen aus der weiten Umgebung sahen die große Rauchsäule über Brachelen. Sie wurden über die Warn-App „Nina“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor der Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung gewarnt. Der Messzug des Kreises Heinsberg führte umfangreiche Schadstoffmessungen durch, die Werte blieben laut Feuerwehr im Normalbereich.

„Nachdem der Ausstellungs- sowie der Verkaufsraum teilweise eingestürzt waren, konzentrierte man sich auf das Halten der Lagerhalle“, so der Feuerwehrsprecher. Um an die Glutnester im Brandschutt zu gelangen, wurde in der Nacht durch einen THW-Fachberater die Brandstelle begutachtet und anschließend begonnen, mit einem Radlader den eingestürzten Bereich zu räumen, um so an die immer wieder aufflammenden Glutnester zu gelangen. Die Verpflegung der Einsatzkräfte stellte die Einsatzeinheit 4 des Malteser Hilfsdienstes (MHD) sicher.

Die zwei Kilometer lange Wasserversorgung zum Baggersee konnte am Mittwoch wieder abgebaut werden. Um 2 Uhr waren Hückelhovener Kräfte eingerückt, um sich in der Feuerwache neu zu strukturieren, so Josef Loers. Zu dem Zeitpunkt übernahmen Löscheinheiten aus Wassenberg, Wegberg und Geilenkirchen den Einsatz, ab 4 Uhr waren wieder Hückelhovener Kräfte am Brandort. „Jetzt sind wir wieder am Zug“, erklärte der Feuerwehrsprecher am Morgen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Verkaufsbereich von Holzhandel von Feuer komplett zerstört