Grabeskirche: St. Bonifatius in Hückelhoven-Schaufenberg mit neuer Funktion

St. Bonifatius in Hückelhoven-Schaufenberg mit neuer Funktion : Erste Grabeskirche

In Hückelhoven ist die erste Grabeskirche der katholischen Region eingesegnet worden. Das Gebäude in Schaufenberg von 1955 wurde drei Jahre umgebaut. 2500 Urnen können in St. Bonifatius ihren Platz finden.

Der Architekt wollte einige Male aufgeben. So schwierig zeigten sich die Umgestaltungsarbeiten. Jedes Mal überzeugte Gertrud Pacilli ihn davon, weiter zu machen. Am Samstagabend stellten rund 250 Menschen fest, dass das Weitermachen sich gelohnt hat: Die erste Grabeskirche der katholischen Region, das Bonifatius-Gotteshaus in Hückelhoven-Schaufenberg, wurde in einer festlichen Messe mit Regionalvikar Markus Bruns eingesegnet, und Architekt Axel Schlimm (Aachen) zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Gut zwei Millionen Euro sind in den Umbau von St. Bonifatius investiert worden.

Viel Symbolik, viel Metaphorik steckt in der 1955 fertiggestellten Kirche im Bergarbeiterort Schaufenberg, der vom Wassenberger Architekten Willi Andermahr die ziemlich außergewöhnliche Form eines Kelchs gegeben worden war, an die Axel Schlimm, Mathias Paulsen und Andreas Römmer als Facharchitekten mit viel Respekt zur Neugestaltung herangingen. Hilfreich war, dass die Nachkommen Willi Andermahrs als Erben sich im Rahmen dessen Urheberrechts sehr kooperativ zeigten.

Die erste Idee zur neuen Nutzung habe der damalige Leiter des Immobilienmanagements des Bistums Aachen, Bernd Wolters, gehabt, leitete Gemeindereferentin Brigitta Schelthoff die Messe im völlig neuen Obergeschoss der hohen Kirche ohne eigentlichen Glockenturm ein. Ihm, wie vor allem Gertrud Pacilli, als Mutter des Projekts, und Küsterin Angelika Feldhoff galt besonderer Dank der Pastoralreferentin wie auch des Regionalvikars Bruns, der das vierjährige Engagement für die erste Grabeskirche der Region würdigte, die laut Architekt Axel Schlimm in ihrer Form einmalig in der Bundesrepublik ist.

Regionalvikar Markus Bruns hielt am Samstagabend eine festliche Messe, in der die Grabeskirche St. Bonifatius in Hückelhoven-Schaufenberg eingesegnet wurde. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

2500 Urnen können in den Rundschränken im Boden- wie auch im Obergeschoss im Endausbau ihre Ruhe finden. Die Urnenkammern in Kupfer können mit einem eigens entwickelten Schließ-System mit Kupfer- oder Steinplatten geschlossen werden, ohne dass Scharniere oder Schlösser von außen zu sehen sind.

Der Kelchform entsprechend hat die Stahlbetondecke, die das Obergeschoss bildet, eine Rundform wie eine Hostie, in der Mitte rund durchbrochen und damit Durch-Blick ermöglichend. Licht spielt eine ganz große Rolle in dem innen ganz weiß gestrichenen Bau, dessen Beton-Flachdecke in der Mitte eine, selbstverständlich, runde Lichtkuppel erhielt. Willi Andermahr hatte bereits die Rundwand des Chors mit einer Vielzahl von kleinen Buntfenstern ausgestattet, die Markus Bruns an das berühmte Richterfenster im Kölner Dom erinnern. Die Sonnenwanderung verschafft dem Raum eine ganz eigene Atmosphäre zu den jeweiligen Tageszeiten.

Die Architekten gaben dem Werk ein Logo, das sich auch am Altar befindet und das christliche Symbol des Labyrinths zeigt, eine Rundform, deren Weg zur Mitte führt. Die liturgischen Ausstattungsmöbel wie Altar, Ambo, Kerzenständer und Kredenz wurden aus den alten Kirchenbänken gefertigt.

Und dass „Licht“ als Motto gerechtfertigt ist, belegte Regionalvikar und Propst Markus Bruns mit Statistik: 211 Mal enthält die Bibel dieses Wort.

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