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GemüseAckerdemie in Brachelen: Schüler einer Schule des Landschaftsverbands bei Christoph Frohn

Schüler besuchten Bauer in Brachelen : Mit der GemüseAckerdemie in die Felder

Zehn Kinder einer Schule des Landschaftsverbands Rheinland besuchten am Donnerstag den jungen Landwirt Christoph Frohn auf seinem Bauernhof und den Feldern in Brachelen. Ein Projekt der GemüseAckerdemie.

Viren-Pandemie? Lieber GemüseAckerdemie! Das entschieden zehn Kinder der Linnicher Bendenschule für körperliche und motorische Entwicklung des Landschaftsverbands Rheinland und reisten ins benachbarte Brachelen, wo sie auf dem Bauernhof von Christoph Frohn und dessen Familie erwartet wurden, um den Groß-Gemüseanbau kennen zu lernen. Den Klein-Gemüseanbau kennen sie schon von ihrer eigenen Schule in Linnich, wo sie zehn Gemüsebeete bewirtschaften. Groß- und Klein-Land-Wirtschaft finden sich in einem Projekt zusammen, das die gemeinnützige „GemüseAckerdemie“ im Rahmen eines Bildungsprogramms allein im Regierungsbezirk in 20 Schulen und landwirtschaftlichen Betrieben anbietet.

Und das Brachelen-Linnicher Zusammentreffen in einem dazwischen liegenden Feld-Gebäudekomplex ist das Pilotprojekt „Bauernhofmodul“ im Rahmen des Programms „GemüseAckerdemie“.

Die zwölf bis 14 Jahre alten Mädchen und Jungen aus den 6. und 7. Schuljahrgängen starteten mit einem Ratespiel, für das Christoph Frohn eine Menge Informationsmaterial in der Feldscheune in der sanft ansteigenden Brachelener Gemarkung auf einigen Heuballen ausgebreitet hatte. Die Aufgabe für die Schüler war es dann, von zehn großformatigen Farbfotos die darauf abgebildeten landwirtschaftlichen Großgeräte zu erkennen, ein Test also dafür, ob die Kinder im ländlichen Lebensbereich mit offenen Augen durch die Landschaft gehen/fahren. Die Namen bildeten eine kleine Hürde, aber in Gemeinschaftsarbeit wurden der Pflug, der Düngerstreuer, der Mähdrescher, der Ladewagen, der Kartoffelvollernter definiert. Aber man ist ja in der Schule, um zu lernen, zum Beispiel, was man in den eigenen Beeten anpflanzen kann, ohne dass dazu Acker-Großgeräte notwendig wären: Bis zu 30 Nutzpflanzen sind in der AckerSchule des Projekts üblich, die schön mit Handgeräten im humösen Boden vorbereitet, bearbeitet und beerntet werden. An der Linnicher Bendenschule sind acht Bodenbeete und zwei Hochbeete eingeteilt, letztere so gestaltet, dass Rollstuhlfahrer darunter Platz haben.

Beim landwirtschaftlichen Partner-Modul sind’s ein paar weniger, wie Christoph Frohn am Steuer seines Traktors in den Planwagen mit Schülern und teils Lehrern auf den Feldwegen zwischen Brachelen und Lindern hinein erläuterte. Der 22-jährige Landwirt demonstrierte, jeweils mit den Kindern im Grün stehend, die Merkmale von Zuckerrüben, Kartoffeln, Ackerbohnen und Ölrettich aus dem eigenen Anbau, damit Fragen auslösend, speziell nach den Bohnen und dem Rettich, deren kleinblättrige Gestalt in den Feldern an Rur, Wurm, Niers und Schwalm nicht so häufig zu sehen ist. Die Ackerbohnen, so Christoph Frohn, werden teils geerntet und im eigenen Brot verbacken, die anderen Teile genau wie der Ölrettich zur Qualitätssteigerung in den Ackerboden eingearbeitet, also nicht geerntet – leichtes Staunen in der im Herbststurm stehenden Schülerschaft, den Lehrern und Mitarbeitern der GemüseAckerdemie. Dem Sturm und den Geräuschen der schweren Traktoren fiel das freundschaftlich-gemeinschaftliche „Hallo!“ zum Opfer, das die Kinder einem pflügenden Kollegen von Christoph Frohn zuriefen.

Im Prinzip ist in der Ackerschule die Pflanzenbearbeitung und -ernte kein isoliertes Fach, alle Tätigkeiten werden in die Unterrichte ganzheitlich eingearbeitet, so wurden per mathematischer Geometrie die Beetgrößen berechnet für den Schulgarten – 0,80 mal drei Meter.

Zurück in der Feldscheune, mit knapp 30 Jungrindern im Rücken, die Silage futterten, wärmten Strohballen und ein Quiz durch Helena Schmitz-Peiffer vom Bauernhof-Modul die landwirtschaftliche Gemeinde auf. Wieviel Kartoffelsorten gibt’s: 4000; da machte Erstaunen die Runde. Wie hießen früher die Ferien, die jetzt beginnen? Oster-, Sommer- oder Kartoffelferien? Das war wohl eine Generationen-Frage, die Schmitz-Peiffer selbst so beantwortete: „Wenn wir frühere Zeiten hätten, würdet Ihr ab nächste Woche bei den Bauern Kartoffeln im Feld aufsammeln gehen.“