Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkriegs am Friedenspfahl in Hückelhoven

Am Friedenspfahl Hückelhoven : Gedenken an den Kriegsbeginn

Pax Christi hatte zum Gedenken an den Kriegsbeginn vor 80 Jahre zum Friedenspfahl eingeladen.

Die Pax Christi Gruppe Hückelhoven hatte zum Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges am 1. September zu einer Gedenkfeier am Friedenspfahl eingeladen. In seiner Begrüßung erinnerte Hans-Jürgen Knubben, Sprecher der Hückelhovener Gruppe daran, dass der Zweite Weltkrieg mit einem grausamen Kriegsverbrechen begann, dem Luftangriff am frühen Morgen des 1. September auf die polnische Stadt Wielun, bei der als erstes das Krankenhaus zerstört wurde. Bürgermeister Bernd Jansen stellte in seinem Grußwort insbesondere das Leid und die Not der Kinder in den Mittelpunkt, die teilweise bis ins hohe Alter hinein unter ihren schrecklichen Erfahrungen gelitten haben. Er hob hervor, dass „mit der Erinnerung an den 1. September 1939 und dessen Folgen die Verpflichtung einhergeht, uns immer und überall für die Wahrung der Menschenrechte, für Frieden und Freiheit einzusetzen“.

Ausgehend von den Forderungen „Nie wieder Krieg“ (Leitwort der Antikriegstage am 1.9. seit 1957) und „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen“ (Willy Brandt) verwies Hans-Jürgen Knubben in seiner Ansprache auf die gegenwärtigen Kriegs- und Krisengebiete: Somalia, Syrien, Afghanistan, Südsudan, Jemen und viele weitere. Er hob hervor, dass wir ein Ende der Kriege in den genannten Ländern forderten, dass aber Rüstungsexporte nach Saudia-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und die übrigen Länder der Syrien- und Jemenkoalition im Wert von mehr als 5 Milliarden Euro in den letzten Jahren geliefert worden seien. Kritisch hinterfragte er auch, ob die USA die wichtigste Militärbasis außerhalb der Vereinigten Staaten in Ramstein (Rheinland-Pfalz) für militärische Aktivitäten (bewaffnete Drohneneinsätze im Jemen) nutze. Dazu sei sogar vom OVG Münster eine Aufforderung an die Bundesregierung ergangen, dies zu überprüfen.

Für Pax Christi sei es heute besonders wichtig, „sich gegen Tendenzen zu wehren, die den Nationalismus fördern, der eine entscheidende Ursache für Hass, Streit und Gewalt zwischen den Menschen und den Völkern in der Welt ist“. Dem sehr eindrücklichen Gedicht von Heidrun Gemähling „Gräber des Krieges“ folgte das Gedenken an die Opfer des Weltkrieges und aller Opfer von Kriegen und Bürgerkriegen unserer Tage, von Terrorismus und politischer Verfolgung.

Enttäuscht hat die Veranstalter laut Mitorganisator Bruno Bürger die relativ geringe Zahl der Teilnehmer. Da stelle sich die Frage: Wie wichtig ist es uns noch, ein Zeichen für den Frieden in unserer Welt zu setzen? Haben wir uns in mehr als 70 Jahren Frieden in Deutschland trotz der gegenwärtigen Kriege auf unserer Erde unter Beteiligung zahlreicher Staaten vielleicht zu bequem eingerichtet?

(RP)
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