Förderwagen und Schacht 3 aus dem 3D-Drucker im Mineralien- und Bergbaumuseum Hückelhoven

Museum in Hückelhoven : Erinnerungen aus dem 3D-Drucker

Rechtzeitig zum Familienfest gibt es Neues beim Mineralien- und Bergbaumuseum Hückelhoven. Die Einrichtung kann zur Erinnerung bergbauliche Arbeitsmittel und Deko-Gegenstände mit einem 3D-Drucker herstellen.

Museen sind Orte, geschaffen, um Bewahrenswertes zu erhalten, zu pflegen und zu zeigen. Innovationen halten das Interesse wach. So gibt es jetzt den Schacht 3 und andere Bergbau-Souvenirs aus dem 3D-Drucker.

Mit Theo Jungblut sorgt ein ehemaliger Bergmann der Hückelhovener Zeche Sophia-Jacoba für das neue Angebot für seine ehemaligen Kollegen, die mit Matthias Schmitz und Franz Janke die Mineralien- und Bergbaufreunde führen, die die 3D-Produkte auf Homepage und Facebook bewerben.

Hobby ist die Produktion für den in Gangelt-Schierwaldenrath lebenden zweifachen Familienvater, der „als Erster an der Tür“ stünde, wenn die Zeche wiedereröffnet würde. Und das Hobby wiederum ist spannend, besonders die Entwürfe über das SDL-Format von Fotos oder sonstigen Darstellungen, die Theo Jungblut unter anderem zu Collagen und eben Druckvorlagen über eine Slice-Datei verarbeitet. 3D heißt, dass weitgehend vollständige Produkte aus dem Drucker kommen, Theo Jungblut verwendet dazu meistens den Kunststoff PLA, der über eine Düse, auf Englisch „nozzle“ (sprich: nossl) genannt, aufgeschichtet wird, im Prinzip wie mit einer Klebepistole.

So entstanden bisher bereits mehr als ein Dutzend Produkte, die sich vorwiegend mit der Zeche Sophia-Jacoba befassen, wie Förderwagen, die mit Kohlenachbildungen oder auch richtigen Mineralien gefüllt werden können, die der Verein im Angebot hat. Und das Angebot ist schon über die Homepage und die sozialen Medien des Vereins bekannt – eine Bestellung eines Förderwagens wird derzeit nach Norwegen ausgeliefert, ein Mineralienfreund will dort einen winzigen Teil seiner Sammlung einlagern, entsprechend trägt der Wagen die Aufschrift „Mineralsamling“, echt Norwegisch.

Und der Sammler schickt im Gegenzug dem Verein Mineralien aus seiner Heimat – die fehlen nämlich noch im Museum an der Ludovicistraße. Skandinavische Exponate bereichern das Angebot in Kürze.

Jedes Druck-Teil, seien es Wand-Embleme, Wandlampen oder auch die Figur „Kumpel Bolle“, wird individuell produziert – ein Wandemblem dauert allerdings auch schon mal vier Stunden. Theo Jungblut macht das für den Verein gegen den Materialkosten-Ersatz, der Druck ist sein Hobby, das er in den Verein einbringt.

Zu sehen sind die neuen Sachen auch am Wochenende, 20. und 21. Juli, wenn das Familienfest auf dem Museums-Gelände an der Lucovicistraße stattfindet. Geöffnet ist an den beiden Tagen jeweils von 11 bis 18 Uhr. Der nächste offene Sonntag ist dann wieder am 11. August in der Zeit von 11 bis 17 Uhr (mit Grillen).

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