Fachtag Sprache im Familienzentrum Traumland Hückelhoven 2018

Fachtag Sprache in Hückelhoven: Impulse für Sprache im Kindergarten

Sprachliche Bildung im Kindergarten mit Qualitätsmanagement: Hückelhoven vertieft Fortbildung der Kita-Teams mit „Fachtag Sprache“. In alltagsintegrierten Projekten wird das Sprechen mit den Kleinen weiter entwickelt.

Dass Sprache im Mittelpunkt der frühkindlichen Entwicklung und Bildung steht, ist nichts Neues. Doch das NRW-Familienministerium hat die Sprachförderung in Kindergärten auf aktuellen Stand wissenschaftlicher Untersuchungen gebracht – unter Federführung von Professorin Renate Zimmer von der Universität Osnabrück – und unterstützt die alltagsintegrierte Sprachbildung und Beobachtung in Kindertagesstätten. Die Stadt Hückelhoven hat sich bereits im Jahr 2014 auf den Weg gemacht, um die Qualität der sprachlichen Bildung kontinuierlich in den städtischen Tageseinrichtungen weiter zu entwickeln und stetig zu verbessern. Nach einem Fachtag Sprache 2017 wird am heutigen Dienstag ein zweiter Fachtag mit Workshops und Referaten im Kindergarten Traumland durchgeführt.

In Hückelhoven wurden innerhalb der letzten Jahre alle pädagogischen Fachkräfte der Stadt in sieben Modulen zu den verschiedenen Themen der alltagsintegrierten Sprachbildung geschult, darunter fallen auch Mehrsprachigkeit, Umgang mit Medien sowie der Komplex Bewegung und Sprache. In jeder Tageseinrichtung wurde eine „Sprachbeauftragte“ benannt, die sowohl als Multiplikator dient als auch die Qualität der Sprachbildung in der Einrichtung sichern soll. Nicole Dieck-Prüter ist Multiplikatorin im Familienzentrum Traumland. Natürlich habe es Sprachförderung auch zuvor schon gegeben, aber: „Es geht darum, die Qualität zu steigern“, sagt sie. Auch die Kinder aus Migrantenfamilien gingen heute mit viel höherem Sprachstand als noch vor fünf Jahren in die Grundschule. Aus einem Beobachtungsbogen ergeben sich Fördernotwendigkeiten. Danach wird für jedes Kind ein Bildungsplan erstellt.

„Es geht nicht mehr um reine Gruppenförderung“, unterstreicht Nicole Dieck-Prüter, „sondern um individuelle Förderung im Alltag.“ Das erfordere eine ganze Menge Engagement von den Fachkräften und einen Plan, wie man das im Alltag gut umsetzt. „Da müssen viele Steinchen zusammengefügt werden.“ Alle vier Wochen treffen sich die Sprachbeauftragten, um zu reflektieren, was in ihren Einrichtungen gut umgesetzt worden ist. Alle städtischen Mitarbeiterinnen seien zwar gleich geschult worden, doch jede Einrichtung habe Projekte ganz individuell umgesetzt, berichtet Peter Wiese vom Jugendamt.

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Wie vielfältig die Wege zur Sprachförderung im Alltag sind, haben sechs städtische Kitas beim Fachtag 2017 mit einem „Markt der Möglichkeiten“ demonstriert. In Millich drehte sich alles „Rund um den Bauernhof“, dazu wurde gebastelt, wurden Bilderbücher angeschaut und echte Tiere besucht. In Rurich gab es einen sprachbezogenen Adventskalender – jeden Tag neue Geschichten und sprachliche Anregungen. Das Schaufenberger „Haus der kleinen Forscher“ entwickelte das Thema Sprache weiter, in Kleingladbach lieferten Petterson und Findus den roten Faden. Im Traumland sangen alle 90 Kinder ein Begrüßungslied in verschiedenen Sprachen, suchten Länder auf dem Globus und kochten auch zum Thema „Sprachen aus aller Welt“.

Überall geht es in erster Linie um die Alltagssprache, die in allen Situationen den Kindern in hoher Qualität angeboten werden soll. Der Erzieher spielt hier die zentrale Rolle: Unter Anwendung verschiedener pädagogischer Methoden wirkt er als Impulsgeber, zugewandter Zuhörer und bietet sich dem Kind als ständiger Gesprächspartner an.

Nach dem ersten Fachtag waren die Mitarbeiterinnen befragt worden, welche Themen sie gern vertiefen möchten. Und damit beschäftigen sie sich heute in Workshops im „Traumland“: Dialoghaltung und Sprache der pädagogischen Fachkraft, Sprachentwicklung und Sprachbereiche, Beobachtung und Dokumentation sowie wertschätzende Kommunikation mit Kindern und Eltern. Das Traumland ist übrigens eine vom Bund geförderte Sprach-Kita, eine von drei Einrichtungen im Kreis Heinsberg, die an dem Projekt „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teilnimmt.

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