Hückelhoven: Erneut wichtige Schritte für Zukunft der Stadt

Hückelhoven : Erneut wichtige Schritte für Zukunft der Stadt

Setzte die Stadt Hückelhoven im Jahr 2015 Meilensteine mit dem Baubeginn L 117n und Deutschlands größter Logistik-Baustelle, entwickelten sich die Großprojekte in diesem Jahr erfolgreich weiter.

Das wichtigste Utensil vom Jahresende 2015 lehnt noch an der Wand des Bürgermeisterbüros im Rathaus: die Schüppe für den Ersten Spatenstich zur Ortsumgeung Ratheim-Millich. Der Bau der über Jahrzehnte geplanten L 117 n macht Fortschritte. Im Sommer ließ sich entlang der Autobahn 46 die neue Verbindung zwischen der Landstraße 117 und der Ortsumgehung bei Millich schon gut erkennen. Jetzt ist die Querspange auf Millicher Seite fast fertig.

Ein Schlüsseltermin des Jahres war der Besuch von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek am 8. August im Rathaus. Er besichtigte auch Hückelhovens Wahrzeichen, den sanierungsbedürftigen Förderturm Schacht 3. Der Minister, zugleich Kuratoriumsvorsitzender der Industriedenkmal-Stiftung, stellte am Besucherbergwerk eine praktische Lösung für die dringende Sanierung des Turms und Entwicklung des Geländes vor: Als "Fördergebiet Bergbauerbe" stehen dem Gebiet von der Halde bis zum Friedrichplatz Fördermittel zu. Die Stadt muss dafür ein Integriertes Handlungskonzept erstellen. "Wir haben einen Konsens gefunden und den Weg eingeschlagen", sagte zufrieden rückblickend Bürgermeister Jansen. Für die Freizeitarena mit Open Air-Bühne könnten Fördertöpfe aus dem Bereich Tourismus/Städtebau angezapft werden.

Zufrieden und stolz machen den Bürgermeister auch einige Zahlen, die von der positiven Entwicklung der Stadt zeugen: Platz 1 beim Ranking über die beste Dichte an Nahversorgern, die Zentralität von 124,7 (die lag mal bei 70) als Indikator, wie die Innenstadt sich entwickelt, und die Summe von 14 Millionen Euro im Haushalt, mit denen die Stadt in wichtige Projekte investieren will. Die Zentralitätskennziffer erfasst das Verhältnis aus dem Einzelhandels-Umsatz in einer Stadt zu der dort vorhandenen Einzelhandels-relevanten Kaufkraft.

Industriegebiete Das Leuchtturmprojekt im Gewerbegebiet Rurtal an der Stadtgrenze zu Wassenberg - 120.000 Quadratmeter Logistikhallen auf 200.000 Quadratmetern Grundstück - ist im auslaufenden Jahr rasant gewachsen vom Zechenring bis an die L 117 heran. Den Bürgermeister freut es: "Das bestätigt den Strukturwandel", so Bernd Jansen. Die Jago AG hat bislang nach Angaben der Verwaltung etwa 80 erste Arbeitsplätze besetzt.

In Baal expandierte Wenko Prodlog erneut - im Oktober schwebte der Richtkranz über der neuen Hochregal-Lagerhalle. Die neue rund 5200 Quadratmeter große Abwicklungshalle soll ab März die Kapazitäten verdreifachen.

Kirchen Sowohl für die evangelische als auch für die katholische Gemeinde Hückelhovens war es ein Jahr des Umbruchs. Die evangelische Kirchengemeinde freute sich über die Wiederbesetzung vakanter Pfarrstellen und begrüßte das Pfarrer-Ehepaar Ute und Gerhard Saß. Die katholische GdG hat mit Pfarrer Georg Kaufmann wieder eine Leitung. Die weithin sichtbar über Hückelhoven thronende Bergarbeiterkirche St. Barbara wurde entwidmet, teilentwidmet wurde am Ostermontag St. Bonifatius Schaufenberg, wo ein Kolumbarium entstehen soll. Das Ratheimer Haus der Begegnung wurde zur Aufnahme von Flüchtlingen bereits hergerichtet. Die Zustimmung des Bistums Aachen vorausgesetzt, wird die Stadt das Gebäude kaufen. "Wir werden es vorhalten, falls noch mehr Flüchtlinge in die Stadt kommen", erklärte Bürgermeister Bernd Jansen den Hintergrund.

Vereine Die IG Ratheim-Busch-Bammich - ein Stück Sozialgeschichte der Bergarbeitersiedlung - hat sich nach 63 Jahren aus Nachwuchsmangel am 11. März aufgelöst. Schacht 3 freute sich im September über die Rückkehr der Grubenlok, die an der A 46 gestanden hatte. Ein Kran brachte sie heim. Trauer über ein entsetzliches Unglück dann am 24. September: Vor der Doppellok spielten Kinder auf einem Ausbau-Transportcontainer, die Kipplore geriet ins Wippen und erschlug einen einjährigen Jungen. Bis heute konnten Kripo und Gutachter die Ursache für das tragische Geschehen nicht mit letzter Sicherheit erklären. Der Förderverein hat die Lore kürzlich festgeschweißt - sie lässt sich nicht mehr bewegen.

Soziales Neues Angebot für junge Pflegebedürftige: Die Lambertus gGmbH eröffnete im September einen Erweiterungsbau mit einem Wohnbereich für 18- bis 55-Jährige und Plätzen für Palliativ Care-Versorgung Schwerstpflegebedürftiger. Nach Ratheim wurde in Hilfarth im November ein Generationen Campus eröffnet. In einer umgebauten Gewerbehalle in Baal eröffnete im März das Tafel Depot mit Möbellager, Bekleidung und Haushaltswaren, auch Flüchtlinge zogen ein.

Kindergärten Hinter ihrem Familienzentrum Im Rhin baut die Arbeiterwohlfahrt für eine weitere Gruppe. Platz steht noch zur Verfügung. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass eine zweite Gruppe benötigt wird, weil, wie Bürgermeister Bernd Jansen sagte, "das Neubaugebiet Ruraue so kinderreich bevölkert wird". Ein Standort ist auch für einen Kindergarten-Neubau in Ratheim gefunden. Einstweilen gehen Kindergartenkinder im Weidengrund zur Schule, denn die dreizügig gebaute, aber nur zweizügig belegte Grundschule konnte zwei Gruppen aufnehmen. In den Haushalt aufgenommen ist die Erweiterung des Familienzentrums Baal.

Events Hückelhoven führte einen neuen Besuchermagneten in die Riege der Feste und Märkte ein: Das 1. Street Food Festival rund ums Rathaus zog Anfang April an drei Tagen Tausende in die Stadt, schon am 30. September gab's an vier Tagen eine Neuauflage.

(gala)
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