Erfolgsstücks Caveman in Hückelhoven aufgeführt

Erfolgsstücks Caveman : Mann und Frau passen nicht zusammen

Guido Fischer trat als moderner Höhlenmann Tom in Hückelhoven auf. Sein Thema: Mann und Frau.

Wer es bislang nicht wusste, der ist jetzt aufgeklärt: Frauen und Männer passen einfach nicht zusammen? Oder doch? Die Diskussion darüber wurde bei vielen Paaren fortgesetzt, die sich beim Soloprogramm Cavemann ertappt, wiedergefunden oder bestätigt fühlten. Guido Fischer als moderner Höhlenmann Tom wies die Besucher bei seinem Auftritt in Hückelhoven auf die Geheimnisse, die Hintergründe und die nie zu behebenden Vorurteile im Kampf der Geschlechter hin.

Sein Fazit: Der Mann ist nach wie vor emotional und funktional auf der Stufe des Neandertalers und hat immer noch die Manieren eines Höhlenmenschen, derweil sich die Frau fortentwickelt hat und zu einem pragmatisch-realistischen Wesen herangewachsen ist, das zwangsläufig mit dem männlichen Widerpart in Konfrontation treten muss. So ist es ein bitteres Los und erschwert das Leben, wenn der Jäger auf die Sammlerin trifft oder wie es im Untertitel des Erfolgsstücks Caveman von Rob Becker heißt: „Du sammeln, ich jagen.“

Beinahe hatte übrigens Fischers Jagd nach Pointen und komödiantischen Stand-up-Einlagen gar nicht in Hückelhoven stattfinden können, weil die Stadtverwaltung überraschend die Aula als Veranstaltungsort aus bautechnischen Gründen sperren musste. Der Veranstalter KulturPur hatte das Glück, im Saal Sodekamp-Dohmen kurzfristig eine Ausweichmöglichkeit zu finden, in der die rund 300 Besucher kurzweilige zweieinhalb Stunden mit viel Gelächter verbringen konnten.

Eigentlich ist es ganz einfach, hinter das verflixte Geheimnis zu kommen, weshalb es zwischen Frau und Mann hakt, quietscht, nicht stimmt. Tom muss endlich erkennen, dass seine Frau Heike eine Sammlerin ist, die alles hortet und nichts wegwirft und selbst die gemütliche Drei-Zimmer-Wohnung oder das Reihenhaus als ihre Höhle betrachtet, in der sie bestimmt und er nur geduldet ist. Und sie braucht nur zu erkennen, dass er der Jäger ist, der nichts tuend auf dem Sofa ruht und Kräfte sammelt, ehe er sich wieder auf die Jagd macht. „Warum betrachten wir Frauen und Männer nicht einfach als völlig unterschiedliche Kulturen?“, fragte sich der moderne Höhlenmensch Fischer alias Tom auf der Bühne und zog daraus seine Schlussfolgerungen. Es ist zwangsläufig, dass ein Gespräch zwischen Frau und Mann mehr oder minder ein Monolog ist. Die Frau als geborene Sammlerin sammelt Informationen, die sie dem Mann um die Ohren schleudert, er als Jäger sieht nur das Ziel, die Beute – und versteht nichts. Warum soll er sich in der Höhle betätigen? Warum soll er mitreden und Argumente für seine Position liefern – er hat doch keine gesammelt? Und schon läuft das gemeinsame Leben aus dem Ruder.

So ist es auch bei Tom, der vor verschlossener Tür steht und draußen ausharren muss, weil seine Heike glaubt, er habe die Jagd zu sehr genossen. Da muss er lamentieren, Jäger-Latein verzapfen, versuchen, seine Frau zu überzeugen, dass alles gut ist. Aber wie, ohne gesammelte Argumente? Wenn Heike ihm dennoch schlussendlich die Tür wieder öffnet, ist das das Zeichen der Versöhnung und der Liebe. Denn die Liebe ist es, die jeden Unterschied verdeckt und erklärt, warum Frau und Mann doch zusammenpassen. Oder etwa nicht?

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