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Hückelhoven: Eisenbahn - Welt für sich in Miniatur

Hückelhoven : Eisenbahn - Welt für sich in Miniatur

Modell-Eisenbahn-Freunde aus Gangelt mit einer Schau zu Gast im Evangelischen Altenzentrum Hückelhoven.

Bürgermeister Bernd Jansen brachte seinen jüngsten Spross Anton mit zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung im evangelischen Altenzentrum. Eisenbahn-, Flugzeug- und Blaulichtfahrzeugmodelle waren ganz nach seinem Geschmack.

"Da gehe ich mal mit", hatte er seinem Vater gesagt, der sich ebenfalls begeistert zeigte von den zahlreichen Exponaten. Im Speisesaal der Senioreneinrichtung zeigten die Modell-Eisenbahn-Freunde aus Gangelt, kurz MEF, was sie in ihrer Freizeit am liebsten tun. So hatten die Liebhaber der Miniaturwelt auf Schienen nicht nur eine 9,60 Meter lange Modelleisenbahn aufgebaut, sondern auch die Wartburg, das Wasserschloss Mespelbrunn im Spessart sowie die Göltzschtalbrücke im Vogtland.

Fingerfertigkeit und Feinmotorik würden mit diesem Hobby geübt, betonte der Hückelhovener Verwaltungschef, der ein- bis zweimal im Jahr im Evangelischen Altenzentrum zu Gast ist, wie er verriet. "Schließlich sind wir fast Nachbarn", sagte Jansen mit Hinblick auf die unmittelbare Nähe zum Rathaus.

Auch Bewohner, Mitarbeiter sowie Ehrenamtler hatten zu der umfangreichen Gemeinschaftsausstellung beigetragen. Die Idee hatte Alltagsbegleiter Michael Wiedemann, der selbst seit rund drei Jahrzehnten Blaulichtmodelle sammelt. Circa 200 Modelle nennt er inzwischen sein eigen.

Auch sein Bruder Willi Wiedemann aus Wassenberg machte mit bei der Ausstellung, die nur am Wochenende zu sehen war. Modellbau ist bereits seit 50 Jahren sein Steckenpferd. Rund 800 Modelle sind zusammengekommen, seit Wiedemann den damaligen Flugplatz in Wildenrath bei einem Tag der offenen Tür besuchte. Auch Walter Mühlenbruch präsentierte sein Hobby - das Küstenwacheschiff namens "Fallstaff", den Quadrocopter "Phantom 3 Advanced", den er mit Hilfe einer Fernbedienung in den Himmel aufsteigen ließ, einen Krabbenkutter aus der DDR, das Schiffsmodell, das er zu Ehren seiner Schwiegermutter, die im Evangelischen Altenzentrum lebt, "Thea" getauft hat.

Bewohner Josef Heck zeigte sein Ultraleichtflugzeug, Pfarrer Wolfgang Krosta eine Tankstelle. Für den musikalischen Rahmen der offiziellen Eröffnung sorgte Alleinunterhalter Alfred Reipen, der die Heimbewohner alle vier Wochen mit Musik erfreut. Der Hobbymusiker hatte unter anderem Udo Lindenbergs Erfolgshit "Sonderzug nach Pankow" auf Lager.

Weil viele der Bewohner auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, ist ein Besuch bei den Gangelter Modell-Eisenbahnern nicht möglich - ihr Vereinsheim befindet sich in der ersten Etage ohne Aufzug. Deshalb lud Ute Ossa-Kühnel vom Sozialen Dienst eine Abordnung des MEF nach Hückelhoven ein. Franz Lück als stellvertretender Vereinsvorsitzender berichtete von der Gründung vor 32 Jahren in Geilenkirchen. Zunächst habe man sich privat getroffen und ausgetauscht, erste kleine Baumodule zusammengesetzt.

(cb)