Hückelhoven: Ehrenamtler auf vier Pfoten erfreuen Bewohner

Hückelhoven : Ehrenamtler auf vier Pfoten erfreuen Bewohner

Im Seniorenzentrum der Lambertus gGmbH in Hückelhoven gehören Hunde fest zum Alltagsleben.

Oskar fährt wie selbstverständlich Aufzug, wenn er auf eine bestimmte Etage im Seniorenzentrum der Lambertus gGmbH in Hückelhoven will, um Bewohner freundlich und mit dem Schwanz wedelnd zu begrüßen. Dass der kleine Hund so eine gute Orientierung hat, liegt daran, dass er jeden Tag sein Frauchen, die Mitarbeiterin in der Einrichtung ist, begleitet. Die Bewohner kennen alle den liebenswerten Vierbeiner. Für sie ist er zu einem wertvollen Mitbewohner geworden. Ihn zu streicheln, mit ihm zu schmusen oder ihn einfach um sich zu haben, ist für viele Bewohner etwas ganz Besonderes. Denn einsam fühlt sich in der Nähe von Oskar niemand. Oskars ehrliche Zuwendung bringt noch mehr Lebensfreude.

Der Hund ist im Seniorenzentrum sozusagen groß geworden und bewegt sich ganz frei in der Einrichtung, um Bewohner aufzusuchen. Er war auch schon Begleiter am Sterbebett bei Bewohnern, die Tiere mögen. Oskar ist sozusagen ein tierischer ehrenamtlicher Mitarbeiter. Neben Oskar gibt es zudem auch noch die Streichelhunde Maggi, Lou, Alina, Juppi und Peggy als tägliche Besucher in den Tagespflegen Gerderath, Ratheim und Hückelhoven. Sie alle sind Hunde von Mitarbeitern oder Tagespflegegästen, die mitgebracht werden dürfen und die mittlerweile zu einem unverzichtbaren Teil des täglichen Miteinanders geworden sind.

"Es ist ein Win-Win-Effekt für alle", sagt Marcel Ballas, Geschäftsführer der Lambertus gGmbH. Die Mitarbeiter und Gäste wüssten ihren Hund gut aufgehoben. Die Hunde dagegen seien fester Bestandteil des Lebens im Seniorenzentrum und der Tagespflege. "Ein Tagesgast hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Morgen mit dem Hund der Leiterin der Tagespflege spazierenzugehen", weiß Ballas. Für andere Bewohner und Gäste erweise sich das Zusammensein mit den Hunden fast schon als Therapie gegen Einsamkeit und depressive Phasen. "Gerade die Bewohner und Tagesgäste, die selber früher Haustiere hatten und aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit dies nun nicht mehr können, reagieren sehr positiv", so Ballas. Die Tiere seien wichtiger Bestandteil im Tagesablauf und eine Bereicherung für alle. "Sie gehören zum Leben hier dazu."

So mancher Bewohner und Tagesgast könne es nicht erwarten, seinen tierischen Freund zu begrüßen. Für die Hunde fallen da so manche Streicheleinheiten ab. "Der positive Einfluss, den die Hunde auf alte und auch demente Menschen haben, ist offensichtlich", unterstreicht Daniel Beckers, Prokurist der Einrichtung. Deshalb gebe es bei der Lambertus gGmbH auch weiterhin Hunde als tägliche Begleiter im Seniorenzentrum und den drei Tagespflegen. "Es handelt sich dabei um Hunde, die keine spezielle Ausbildung erfahren haben, aber die sich ausreichend eignen aufgrund ihres freundlichen, geduldigen und gehorsamen Wesens", sagt Beckers. Dies sehen die Bewohner und Tagesgäste ebenso. Kommen Oskar und Co. aus irgendeinem Grund einmal nicht, so werden sie von den Bewohnern, Gästen und Mitarbeitern schmerzlich vermisst.

(RP)