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Dreck-weg-Tag im Hückelhovener Flussviertel

Dreck-weg-Tag in Hückelhoven : Sensibilisieren für den Umweltschutz

Im Hückelhovener Flussviertel fand jetzt der erste Dreck-weg-Tag statt, der auf große Resonanz stieß. Weitere Aktionen sollen folgen.

Sie ärgert sich jedes Mal, wenn sie an der Autobahnauffahrt den achtlos weggeworfenen Unrat entdeckt. Oder skrupellose Autofahrer dabei beobachtet, wie sie während der Fahrt Müll durch das geöffnete Fenster werfen. Irina Wirth schüttelt verständnislos den Kopf. Auch in Hückelhoven sieht die Ratheimerin mit Entsetzen, was Umweltsünder anrichten. Deshalb hat sie sich sofort angemeldet, als die Stadtverwaltung zur ersten Auflage des Dreck-weg-Tages einlud. Dabei verfolgt Irina Wirth noch ein weiteres Ziel, das sie lachend eingesteht. „Mein Praktikum beim Deutschen Roten Kreuz beginnt am Montag. Da wäre es toll, wenn ich heute schon neue Leute kennenlernen kann.“ Sie schnappt sich Abfallzange, Arbeitshandschuhe und blaue Plastiksäcke.

Petra Hudler, die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Hückelhoven, hat die Utensilien auf einem langen Tisch ausgebreitet. Nach und nach treffen weitere Freiwillige ein, die sich angemeldet haben, um unter dem bezeichnenden Motto „Hückelhoven räumt auf“ mit gutem Beispiel voranzugehen. Das so genannte Flussviertel rund um die Rheinstraße bis zur Hilfarther Straße, Roermonder Straße und Jülicher Straße, in dem die Straßen nach Flüssen benannt sind, ist das Ziel der Teilnehmer des ersten Aktionstages, dem weitere im nächsten Jahr folgen sollen. Petra Hudler hat 38 Anmeldungen. „Aber es kommen sicherlich auch noch einige Leute ohne Anmeldung“, sagt sie. Während Petra Hudler die Einteilung des Quartiers in elf Bereiche anhand einer Skizze erläutert, bildet Irina Wirth ein Team mit Christel Gerth aus Schaufenberg. Die beiden Frauen lernen sich gerade erst kennen, verstehen sich auf Anhieb. Christel Gerth ist eine der drei Frauen, die im Rathaus der ehemaligen Zechenstadt vorgesprochen und den ersten Dreck-weg-Tag angeregt haben. Eine Idee, die Bürgermeister Bernd Jansen sofort aufgegriffen hat. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Axer ist mit Ehemann Ulrich dabei. Die Doverenerin erzählt von einer ähnlichen Aktion, die im März auf Initiative der Dorfgemeinschaft in Doveren bereits stattgefunden hat. Ehrenamtskoordinatorin Petra Hudler nickt. Auch in Ratheim und Kleingladbach hätten die Ortsvereine Dreck-weg-Tage auf die Beine gestellt. Julie Ilner leitet im DRK-Heim an der Feuerwache den Kristallisationspunkt gegen Armut durch Integration, kurz KAI. Zusammen mit der Hückelhovener Ehrenamtskoordinatorin hat sie die Veranstaltung organisiert. Sie freut sich über die große Teilnehmer-Resonanz, erklärt, dass die gefüllten Säcke später an die größeren Hauptstraßen gestellt werden, um von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs abgeholt zu werden. Sperrmüll am Wegesrand soll notiert oder sogar fotografiert werden. Sperrmüll oder größere Müllansammlungen auf privaten Grundstücken sollen ebenfalls gemeldet werden. „Das Ordnungsamt schreibt in solchen Fällen den Eigentümer an“, erläutert Petra Hudler.

Die Moscheegemeinde an der Hilfarther Straße hat ihre Mitglieder mobilisiert. „Wir sind mit 20 Leuten hier“, berichtet Vorstandsmitglied Adem Onur stolz. „Familien mit Kindern.“ Ihm und seinen Vorstandskollegen geht es darum, vor allem die Mädchen und Jungen zu sensibilisieren für die Themen Umweltschutz und Müllvermeidung. Der auffällige Flyer mit der Einladung zum Dreck-weg-Tag, der auch im Briefkasten der Gebetsstätte landete, rief die Moscheegemeinde auf den Plan, wie Öffentlichkeitsreferent Onur erklärt. „Es ist wichtig, dass schon die Kinder lernen, dass man Müll nicht einfach wegwirft.“ Rund dreieinhalb Stunden befreien die Ehrenamtler, darunter einige Hückelhovener Stadtverordnete, das Flussviertel von Unrat und Müll. Auch die Hückelhovener Tafel beteiligt sich, sammelt mit ihrem Tafel-Auto Müllsäcke ein. Das Wetter spielt mit; es ist warm an diesem Herbst-Wochenende. So kann der gemütliche Ausklang mit heißen Würstchen, Kaffee, kalten Getränken, Obst und Keksen unter freiem Himmel stattfinden.