Con Brio in Hückelhoven Musiker begeistern mit außergewöhnlicher Harmonie

Erkelenz · Mascha Wehrweyer auf der Geige und Julius Schepansky auf dem Akkordeon präsentierten ein Zusammenspiel, das die Besucher so noch nicht kannten.

 Mascha Wehrweyer (l.) und Julius Schepansky wussten zu überzeugen.

Mascha Wehrweyer (l.) und Julius Schepansky wussten zu überzeugen.

Foto: con brio

Zwei Jahre lang hatten die musikbegeisterten Hückelhovener auf das traditionelle Schlosskonzert auf Haus Hall der „con brio“ Freunde der Kammermusik Hückelhoven verzichten müssen. Und das Warten sollte sich lohnen. Denn am vergangenen Sonntag waren zwei junge Musiker eingeladen, die zur Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (BAKJK) gehören. Bereits zwei Mal standen die beiden im Veranstaltungsprogramm von „con brio“, die Konzerte konnten aber beide Male nicht stattfinden.

Nun war es aber endlich so weit und Mascha Wehrweyer (Geige) und Julius Schepansky (Akkordeon) waren in Hückelhoven zu Gast – eine Kombination, die in der Musikwelt alles andere als alltäglich ist. Er selbst hatte so eine Kombi auch noch nie live auf einer Bühne gesehen, sagte der con brio-Vorsitzende Rudolf Lengersdorf. Nur im Fernsehen habe es mal ein Zusammenspiel dieser beiden Instrumente gegeben. „Das hatte mich so fasziniert, dass ich so etwas unbedingt mal nach Hückelhoven holen wollte“, sagt er. Schließlich gehöre Abwechslung durchaus zum Konzept der con brio-Veranstaltungen.

Bei einigen Schlosskonzerten auf Haus Hall sei man in der Vergangenheit auch mal in den Schlosshof gegangen und habe die Konzerte Open Air stattfinden lassen. Dies sei aber eher bei stimmgewaltigen Instrumenten wie dem Saxophon der Fall gewesen. So fanden sich die etwa 90 Besucher auf dem ehemaligen Heuboden ein, der durch eine ausgezeichnete Akustik zu überzeugen weiß. Die wenigen Bedenken, es könnte ob der warmen Tage zuvor dort zu heiß sein, erwiesen sich als nicht gerechtfertigt.

Und auch die Frage, ob die beiden Instrumente denn überhaupt miteinander harmonieren würden, konnten ausnahmslos alle Zuschauer schon nach wenigen Klängen getrost mit „ja“ beantworten. „Beide Künstler beherrschen ihre Instrumente perfekt und haben das Publikum von Anfang an in ihren Bann gezogen“, urteilt Lengersdorf. Auf dem Programm standen auch Werke der klassischen Literatur, die für diese Instrumentenkombination eigens arrangiert wurden, teilweise von Julius Schepansky selbst, der mit seinen 24 Jahren  unter anderem auch als Jazzpianist erfolgreich ist. Manche der dargebotenen Stücke seien eigentlich für ein Klavier komponiert worden, sagt Lengersdorf. Doch die Zuschauer standen dann vor der Frage, was ein Klavier hätte besser machen können. „Eigentlich wurde das gar nicht vermisst“, betont der Vorsitzende. Mit viel Applaus und Standing Ovationen forderten die Besucher eine Zugabe, die mit Fritz Kreisslers – Puppentanz erfüllt wurde.

Die nächsten Veranstaltungen von con brio finden erst im Herbst wieder statt. Ein Orchesterkonzert mit der Philharmonie Südwestfalen aus Siegen steht ebenso auf dem Programm wie Irish Folk Music mit „Jack in the green“. Die Konzerte finden in der Aula statt.