Hückelhoven: Clownerei, Akrobatik, Menschen-Pyramiden

Hückelhoven: Clownerei, Akrobatik, Menschen-Pyramiden

Zirkusdirektor möchte er nicht genannt werden. "Weil wir nicht mit Tieren arbeiten", sagt Nicklas Lagrin. Mit Ehefrau Simone, die wie er aus einer Zirkusfamilie stammt, gründete er das Zirkusprojekt Regenbogen, in das inzwischen auch Tochter Sharon und Söhnchen Andrew eingespannt sind.

Eigene Ängste überwinden, dabei Spaß an der Bewegung und am Auftritt in der Manege empfinden: die Ziele der Lagrins, die mit Kindergärten, Schulen und Jugendämtern zusammenarbeiten. Für eine Woche war das große Zirkuszelt auf dem Parkplatz am Brachelener Kaisersaal aufgebaut. Hier wurden die insgesamt 93 Erst- bis Viertklässler seit Montag im Jonglieren und Zaubern unterrichtet. Lustige Clown-Späße, Luftakrobatik im Reifen sowie Menschen-Pyramiden standen dabei auf dem Stundenplan der begeisterten Grundschüler.

Durch einen Sponsorenlauf, bei dem die Nachwuchs-Artisten Familie und Bekannte um einen Betrag pro gelaufener Runde baten, finanzierten sie ihr Zirkus-Projekt. "Tolle Atmosphäre, das Zelt ist voll. Herzlich willkommen an alle", begrüßte Schulleiterin Jennifer Gisbertz-Künster die zahlreichen Zuschauer im voll besetzten Zirkuszelt. Rund 300 kostenlose Eintrittskarten waren an Eltern, Geschwister und Großeltern der Kinder verteilt worden. Gut eine Stunde lang verfolgten sie mit gespannten Mienen, welche Talente die jungen Brachelener bei ihrem Zirkus-Projekt entwickelt hatten - sie jonglierten mit bunten Ringen, ließen als kunterbunte Clowns Möhren unter einem goldenen Tuch verschwinden, zogen über dem Manegen-Rund als Akrobaten im Reifen viele bewundernde Blicke auf sich.

Als "jüngster Zirkusdirektor der Welt" führte Lagrin-Spross Andrew durch das abwechslungsreiche Programm. Der sechsjährige Knirps, der nicht nur als Moderator, sondern auch als Feuerschlucker und Spaßmacher "Der schlaue August" auftritt, unterstützt Papa Nicklas und Mama Simone bei ihrem Projekt, wird nach den Sommerferien eingeschult in Brachelen. "Wir sind in Linnich-Welz sesshaft geworden", verriet Nicklas Lagrin. "Da lag diese Entscheidung nahe." So lernte Andrew seine zukünftige Rektorin und die St.-Martin-Grundschüler aus Brachelen schon mal näher kennen, ehe er im Spätsommer die Schulbank drücken muss.

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An der Doverener Holzapfel-Schule ist das ungewöhnliche Zirkusprojekt in der kommenden Woche zu Gast. Ganz Europa wird von den Lagrins bereist. Nur in den Wintermonaten pausieren Projekt-Chef Nicklas Lagrin, dessen Vorfahren französische Artisten waren, und seine Familie. Im Zelt und in der Sporthalle bereitete er die kleinen Artisten auf ihren großen Auftritt vor. In den Klassenzimmern durften die Kinder ebenfalls Zirkusluft schnuppern - sie schrieben Kurzgeschichten zum Thema Zirkus, übten Seifenblasen-Kunststücke ein, jonglierten mit Bällen.

Für Nicklas Lagrin zählt jeder Projektteilnehmer gleich. "Alle sind Menschen. Mit Vor- und Nachteilen", sagt der Projektbegründer ernst. Schulleiterin Gisbertz-Künster nickt. "Alle haben sich dabei toll entwickelt."

(cb)