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Hückelhoven: Chanchengleichheit im Rathaus noch keine Realität

Hückelhoven : Chanchengleichheit im Rathaus noch keine Realität

"Der Erfolg hat kein Geschlecht." Dieses Zitat der französischen Schriftstellerin de Staël-Holstein (1766-1817 in Paris) ist gleichsam das Vorwort zum neu aufgelegten Frauenförderplan, den die Stadt Hückelhoven dem Rat vorgelegt hat. Frauen Wege ebnen zu Führungspositionen, Möglichkeiten bieten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Gleichstellung von Frau und Mann verbessern - das sind einige Ziele des Frauenförderplans für die Verwaltung.

"Viel erreicht, aber noch nicht am Ziel", heißt es im Fazit zur Bestandsaufnahme: "Trotz positiver Entwicklungen sind dennoch die Aufgaben zwischen Männern und Frauen nicht gleich verteilt." Vor allem in Positionen mit Führungs- und Leitungsfunktionen seien Frauen weiterhin unterrepräsentiert. Der erste Frauenförderplan für die Stadtverwaltung datiert aus dem Jahr 2000. Seither seien "Verbesserungen für den beruflichen Werdegang von Frauen erzielt worden, doch die Chancengleichheit im städtischen Erwerbsleben von Frauen und Männern ist noch keine Realität", heißt es in dem alle drei Jahre fortzuschreibenden Konzept.

Von den 387 städtischen Beschäftigten sind 61 Prozent Frauen. Doch zu welchen Konditionen in welchen Positionen arbeiten sie? Die Analyse der Beschäftigtensituation zeigt zum einen wenig überraschende Ist-Zustände: Etwa, dass es in Kindergärten 35 weibliche Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst gibt, aber keinen Mann, dass es drei Dezernatsleiter gibt, aber an der Position keine Frau oder elf Amtsleiter und nur vier Amtsleiterinnen. Andere Details aus der differenzierten Betrachtung der Beschäftigtengruppen weisen auf Handlungsbedarf hin, Frauen weiter zu fördern.

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⇥Archiv-Foto: Norbert
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Die meisten (206) Frauen sind tariflich Beschäftigte, nur 30 sind Beamtinnen (gegenüber 42 Beamten). In befristeten Stellen (als Vertretung für beurlaubte oder erkrankte Mitarbeiter) arbeiteten Ende Juli 25 Frauen und acht Männer. Vollzeit arbeiteten 66 Prozent aller Mitarbeiterinnen, in Teilzeitstellen 34 Prozent. Diese "typisch weibliche Erwerbsform" bedeute aber, dass das Angebot an reduzierter Wochenarbeitszeit auf weniger qualifizierte Arbeitsplätze beschränkt ist und kaum Weiterbildungschancen oder Aufstiegsmöglichkeiten beinhaltet. In Ausbildung (zehn Stellen) und Praktikum (fünf) halten sich Frauen (acht) und Männer (sieben) fast die Waage. Sieben Frauen, aber kein Mann nutzten zum Stichtag 31. Juli 2015 Elternzeit.

"Der Gesamtanteil der beschäftigten Frauen ist kontinuierlich gestiegen, und auch die berufliche Qualifizierung der weiblichen Beschäftigten hat in den letzten Jahren zugenommen", zieht der Frauenförderplan Bilanz. "Dennoch sind Frauen in Führungs- und Leitungspositionen unterrepräsentiert."

(RP)