Hückelhoven: Buntes Fest der Vielfalt verbindet

Hückelhoven : Buntes Fest der Vielfalt verbindet

Beim Abend der Kulturen im Gymnasium Hückelhoven machen Schüler und Lehrer deutlich, wie vielfältig die Kulturen der Stadt sind. Durch Tänze, Gesang oder Gespräche werden verschiedene Nationen vorgestellt.

"Vielfalt verbindet" lautet das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche des Gymnasiums in Hückelhoven. Für Birgit Fluhr-Leithoff, Leiterin des Interkulturellen Arbeitskreises und Hauptorganisatorin des Abends, trifft dieser Satz auf den Punkt: "Wir haben gerade in Hückelhoven eine so bunte und vielfältige Gemeinschaft. Für mich ist es ein echtes Anliegen zu zeigen, dass Integration kultureller Reichtum ist - Vielfalt verbindet nicht nur, sie bereichert eben auch".

Genau das bewiesen die Teilnehmer am Abend der Kulturen, der schon seit sechs Jahren ein fester Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Neben traditionellen Tänzen und Gesängen einiger Gruppen stellten die Moderatorinnen Andrea Kardis und Fluhr-Leithoff Hückelhovenern aus unterschiedlichen Ländern Fragen zu ihrer Herkunft und ihrem Leben in Deutschland.

"Es gibt weltweit 193 Staaten und in unserer Stadt leben 100 Nationalitäten", erklärt Fluhr-Leithoff. Die Hückelhovener Gesellschaft sei ein Abbild der Geschichte - "und ob es die Menschen, die früher zum Arbeiten in den Bergbau kamen, sind oder die Flüchtlinge aus Syrien heute, alle sind ein Teil unserer Stadt".

Um genau diese Personen geht es beim Abend der Kulturen: So erzählt zum Beispiel Fisnik, Schüler des Abiturjahrgangs des Gymnasiums, von der Flucht seiner Eltern vor 27 Jahren aus dem heutigen Serbien nach Deutschland. Er selbst ist in Erkelenz geboren und besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. "Ich denke, ich kann stolz darauf sein, ein Teil gelungener deutscher Integrationsgeschichte zu sein", fasst er zusammen. Für ihn zeigen die einfachen Situationen im Leben viel mehr als große Schlagzeilen über Migration - "das fängt schon damit an, dass Freunde nach den Rezepten von meiner Mutter fragen", erklärt er. Ein Beispiel jüngerer Integration ist Amrou Arab, der vor zwei Jahren mit seinem jüngeren Bruder aus Syrien über die sogenannte Balkanroute geflohen ist. Er hat die deutsche Sprache bereits gelernt und beginnt nächste Woche mit seinem Studium. Über eine offizielle Bewerbung bei der UN kamen vergangenen Monat auch seine Eltern nach Hückelhoven. "Jetzt können wir endlich ein neues Leben beginnen, so wie wir es vor dem Krieg auch hatten", sagt Arab.

Die verschiedenen Geschichten der Hückelhovener, ob aus Rumänien, Spanien oder Sri Lanka, freuen auch Landrat Stephan Pusch: "Dieser Abend zeigt, dass Kulturen nebeneinander existieren können und wir dieses Thema immer wieder aufnehmen müssen - gerade nach der Wahl am Sonntag sollte uns das eine Lehre sein".

Auf dieses Ergebnis bezieht Birgit Fluhr-Leithoff auch das Motto des Abends: "Das ist jetzt wichtiger und aktueller als je zuvor: Vielfalt verbindet".

(kabo)