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Brachelen: Michael Küsgens kreiert Begegnungszentrum in Mühle

Pläne für alte Mühle in Brachelen : Aus Dornröschenschlaf wecken

Der Brachelener Michael Küsgens will in der Mühle ein Begegnungszentrum schaffen. Auch die Bürger sind gern aufgefordert, Ideen zu liefern.

Vor einem Jahr kaufte er die alte Mühle am Teichbach. Ohne genau zu wissen, welchem Nutzen man das stark renovierungsbedürftige Gebäude zuführen könnte. „Ich wusste nicht, was man damit anfangen kann“, erinnert sich Michael Küsgens an den wohl ungewöhnlichsten Kauf seines Lebens. Der Brachelener Rechtsanwalt, stellvertretender Vorsitzender des Heimat- und Naturvereins in seinem Ort, hatte das Anwesen mit rund 1200 Quadratmetern überdachter Fläche kennengelernt, als es noch von seinem ehemaligen Mandanten bewohnt wurde. „Daraus kann man was machen“, dachte sich der Jurist, der in einer Mönchengladbacher Kanzlei tätig ist. Und beschloss kurzerhand, die alte Mühle von anno 1350 aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.

Was Küsgens vorschwebt, erzählt er beim Rundgang durch die mit Efeu bewachsene Halle: Kleinkunstbühne, Jugendtreff, ein Café mit großer Außenterrasse. Kurzum: ein Begegnungszentrum für die Brachelener und ihre Gäste. Seit der Kaisersaal geschlossen und verkauft wurde, fehlt es im Dorf an Räumen für Veranstaltungen. Die Karnevalisten der Brökeler Kappehäuer mieteten ein Festzelt für ihre Sitzung – weil das katholische Jugendheim und die Kneipen im Ort zu klein sind, um eine brauchbare Alternative zu bieten. Auch der Brachelener Heimat-und Naturverein hat noch kein eigenes Domizil. Michael Küsgens kann sich viele Nutzungsmöglichkeiten für die alte Mühle gegenüber der Wasserburg Haus Blumenthal vorstellen. Auch eine Zusammenarbeit mit dem aus Brachelen stammenden Comedian Marc Breuer ist angedacht. Denkbar seien zudem ein Platz für einen Wochenmarkt, eine Schrauberwerkstatt, ein außerschulischer Lernort für die Mädchen und Jungen, Außengastronomie bei schönem Wetter.

Als „Glückstreffer“ bezeichnet er das NRW-Förderprogramm „Dritte Orte“, auf das die Hückelhovener Stadtverwaltung den Vereinsvorstand im Vorjahr aufmerksam machte. Insgesamt 150 Bewerbungen aus dem ganzen Bundesland gingen ein, 17 wurden prämiert. Auch der Heimat- und Naturverein Brachelen überzeugte die fachkundige Jury mit seinem Konzept einer vielseitigen Begegnungsstätte. Und erhielt 50.000 Euro aus dem Förderprogramm. Inzwischen wurden der Brachelener Architekt André Lindt sowie das Statikbüro Jörg Berger und Gottfried Lürkens beauftragt, mit der Planung für die frühere Ölmühle ins Detail zu gehen. In der zweiten Wettbewerbsphase sind bei Erfolg bis zu 600.000 Euro als Fördermittel abrufbereit. Bedingung: 20 Prozent müssen als Selbstbeteiligung aufgebracht werden. Michael Küsgens hofft, dass sich viele Bürger in die Planung einbringen: „Wir freuen uns über aktive Mithilfe jeder Art.“