Bistum Aachen zeigt Hückelhovener Pfarrer an

Ermittlungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten: Bistum Aachen zeigt Hückelhovener Pfarrer an

Das Bistum Aachen hat Anzeige gegen Pfarrer Georg Kaufmann erstattet. Er hatte sich vor zwei Wochen von seinen Aufgaben entpflichten lassen.

Das Bistum Aachen hat Anzeige gegen einen Pfarrer aus Hückelhoven erstattet. Im Raum stehen finanzielle Unregelmäßigkeiten, die bislang nicht zu erklären sind. Er hatte sich vor zwei Wochen von seinen Aufgaben entpflichten lassen.

Unter der Leitung des Pfarrers sei es zu "finanziellen Unregelmäßigkeiten" gekommen. Das Bistum Aachen hatte diese in einer Pressemitteilung vor gut einer Woche bereits eingeräumt. Nun werden sie Gegenstand von Ermittlungen.

"Nach Prüfung der ersten Erkenntnisse bezüglich finanzieller Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Amtsführung hat das Bistum Aachen nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gestellt", teilte das Bistum am Montag in einer Presseerklärung mit.

Anfang März um Entpflichtung gebeten

"Nachdem wir zusätzlich eine externe juristische Expertise eingeholt haben, haben wir die Klärung des Sachverhaltes nun in die Hände der Strafverfolgungsbehörden gelegt", erklärte Andreas Frick, Generalvikar des Bistums Aachen, in einer Pressemitteilung. "Wir sind immer noch dabei, die Sachverhalte zu prüfen und Rückschlüsse zu ziehen", ergänzte Stefan Wieland, Pressesprecher des Bistums, auf Nachfrage unserer Redaktion.

Zwei Jahre nach seiner Einführung in St. Lambertus hatte der frühere Militärdekan den Aachener Bischof Helmut Dieser um Entpflichtung von seinen Ämtern gebeten. Der gewährte ihm zum 5. März "Zeit zur persönlichen Besinnung und Orientierung".

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Nicht zu erklärende Kontobewegungen

Schon Ende Januar hatte das Bistum offenbar Hinweise auf nicht zu erklärende Kontobewegungen erhalten und die Revision nach Hückelhoven geschickt. Doch die Sachverhalte seien "undurchsichtig", sagte Wieland, zur Aufklärung brauche das Bistum "externe Hilfe und Sachverstand".

Das bestätigte Generalvikar Frick: "Die Aktenlage wirft - auch nach Befragung des Pfarrers - so viele Fragen auf, dass wir mit unseren Mitteln an die Grenzen stoßen und es nicht verantworten können, die Ermittlung durch staatliche Stellen hinauszuzögern."

Höhe des Schadens unklar

Dass zahlreiche Überweisungen an eine Person im Ausland gegangen sein könnten, wollte Stefan Wieland weder bestätigen noch dementieren. Zur Höhe des finanziellen Schadens wollte sich das Bistum nicht äußern.

Insider sprechen von einem namhaften sechsstelligen Betrag. "Wir wissen, dass die Situation eine Belastung für die Gemeinden ist, umso wichtiger ist eine rückhaltlose Aufklärung", sagte Bistumssprecher Stefan Wieland.

(gala)