Hückelhoven: Begeisterter Beifall für das Musiker-Duo

Hückelhoven: Begeisterter Beifall für das Musiker-Duo

Das Duo Aken2 mit dem auch als Chorleiter in Schwanenberg bekannten Pianisten Luis Castellanos und der Cellistin Soraya Ansari gab bei den Freunden der Kammermusik "con brio" ein umjubeltes Konzert.

Schumann, Brahms, Chopin, ein Flügel, ein Cello, ein junges Duo - und fast zwei Stunden netto herausragender Musik in der Hückelhovener Aula, mündend in minutenlangen Beifall mit vier "Vorhängen" und einer Zugabe: Das "Duo Aken2" gab auf Einladung der Freunde der Kammermusik "con brio" am Sonntagabend das Vereins-"Neujahrskonzert", wie Vorsitzender Rudi Lengersdorf es bei der Begrüßung der gut 150 Freunde klassischer Musik ausdrückte.

Insgesamt zehn Sätze bildeten Robert Schumanns "Fantasiestücke op. 73", Johannes Brahms' "Sonate Nr. 1 e-Moll op. 38" und Frédéric Chopins "Sonate g-Moll op. 65", wobei allein der erste Satz "Allegro moderato" dieser Sonate mit gut 20 Minuten Sonatenlänge besaß und einen kleinen Kraftakt für die Künstler bildete, ohne dass diesen das anzumerken war.

Seit sechs Jahren bilden die 1989 geborene Cellistin Soraya Ansari mit deutsch-persischen Wurzeln und der 1985 in Kolumbien zur Welt gekommene Pianist Luis Castellanos ein festes Ensemble. Perfektes Zusammenspiel mit umfassender Ausbildung und zahlreichen künstlerischen Auftritten machen die künstlerische Qualität des Duos aus, dessen eigenwilligen Namen Rudi Lengersdorf erläuterte. Demnach spielten die beiden Aachener bei einem niederländischen Festival neben einem zweiten Ensemble aus der Kaiserstadt, die pragmatischen Nachbarn benannten sie einfach "Aachen1" und "Aachen2".

Die beiden an der Hochschule für Musik und Tanz Köln/Aachen ausgebildeten Instrumentalisten gaben jeweils kurze Einführungen in die Stücke und deren Entstehungsgeschichte, eingepasst auch in die Programmreihenfolge.

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Dem Auftakt mit Robert Schumanns "Fantasiestücken" ließ Soraya Ansari die Erläuterung folgen, dass der Komponist einige Jahre nach deren Komposition nach Düsseldorf umzog und eines Tages einen etwas schüchternen jungen blonden Mann vor der Wohnungstür stehen hatte, der gern eine Sonaten-Eigenkomposition zur Wertung vorgespielt hätte - es war Johannes Brahms mit der Sonate Nr. 1 e-Moll op. 38, die das Duo dann in der Aula den Worten kongenial folgen ließ. Bereits zur Pause rief das Publikum mit anhaltendem Beifall die Künstler noch einmal auf die Bühne.

Nach der Pause dann Chopins differenziert-langes Werk g-Moll opus 65, seiner einzigen Komposition für Violoncello und Klavier, sein letztes Werk überhaupt, das zu seinen Lebzeiten gedruckt wurde, an dessen erstem Satz er selbst so zweifelte, dass er ihn bei der ersten Aufführung am 16. Februar 1848 in Paris wegließ. Es war gleichzeitig Chopins letztes öffentliches Konzert vor seinem Tod 1849.

Das Duo Aken2 belegte eindrucksvoll, dass Chopin seinem glanzvollen 1. Satz völlig zu Unrecht misstraut hatte. Der anhaltende Beifall bescherte dem Publikum mit Sergej Rachmaninows 3. Satz aus der Sonate Opus 90 als Zugabe ein Zusatz-Vergnügen.

(isp)