Barbarafeier und Bergparade des Knappenvereins Hilfarth-Hückelhoven 2019

Feierliche Bergparade in Hilfarth : Erinnerung an Verdienste der Kumpel

Auch nach Beendigung der Steinkohleförderung in Deutschland will der Knappenverein Hilfarth-Hückelhoven die Tradition hochhalten. So feierte er sein Barbarafest und zog zum Ehrenmal durch Hilfarth.

„Wir begehen heute zum ersten Mal eine Barbara-Feier an dieser Gedenkstelle in einer Zeit, in der in Deutschland keine Steinkohle mehr gefördert wird. Im letzten Jahr haben wir den Abschied von der Steinkohle in Deutschland begangen. Daher ist es nur umso wichtiger, dass wir die Verdienste der Kumpel und des Bergbaus in Erinnerung halten und auch ihre heutige Bedeutung herausstellen.“ Das betonte CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Schnelle in seiner Gedenkrede am Ehrenmal für die toten Bergleute der Zeche Sophia-Jacoba an der Hilfarther Tannenstraße, die Würdigung nahm er auch als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bergbausicherheit des Düsseldorfer Parlaments vor.

Jeweils am Samstag vor dem 1. Advent begeht der Knappenverein St. Barbara Hilfarth-Hückelhoven seit mehr als 60 Jahren das Fest zu Ehren seiner Schutzpatronin, deren Gedenktag der 4. Dezember ist. Und der Knappenverein feierte diesen Gedenk-Nachmittag auf christlicher Grundlage nicht allein, bereits ab 15 Uhr spielte im Vereinslokal Windelen die Bergkapelle Sophia-Jacoba zur musikalischen Einstimmung, der traditionell „Bergparade“ genannte Umzug mit Grubenlampen durch Teile von Alt-Hilfarth und der Bergmannssiedlung zum Gedenkstein an der Tannenstraße folgte. Dass mit der Schließung der letzten Steinkohlezechen in den vergangenen Jahren in Deutschland auch der Nachwuchs für die bergmännischen Traditionsvereine fehlt, war an den Knappen-Freunden aus Herne-Horsthausen und Lünen-Alstede abzusehen, die mit immer kleineren Bussen aus dem Ruhrgebiet an die Rur reisen. Traditionell dabei Kumpel aus den Nachbarrevieren von Sophia-Jacoba, aus Aldenhoven und Merkstein. Mit in der Bergparade die Hilfarther Schützen im Ornat, der Ring deutscher Bergingenieure sowie Personen aus Vereinen und der Politik mit Bürgermeister Bernd Jansen an der Spitze sowie Mitglieder von Stadtrat und Kreistag von CDU und SPD. Die Musik brachten durch Hilfarth der Instrumentalverein Hilfarth und die Bergkapelle Sophia-Jacoba.

Thomas Schnelle erinnerte an die 325 toten Bergleute in der knapp 90-jährigen Geschichte der Hückelhovener Zeche und griff dabei das Grubenunglück vom 10. Februar 1930 heraus, in dem zwei Bergleute tödlich durch einen Strebbruch verunglückten, der Lehrhauer Hermann Lengersdorf nach 19 Stunden eingeklemmt, aber nur verletzt, geborgen werden konnte, unter anderem von einem seiner vier Brüder, die ebenfalls bei Sophia-Jacoba arbeiteten. Schnelle wertete dieses Geschehen als Beispiel für die Gefahren und den Kameradschaftsgeist, unter denen die Steinkohlenbergleute über Jahrhunderte die Energieversorgung in Deutschland gesichert haben.

Traditionell mündet die Bergparade in Hilfarth in einen festlich-ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Leonardskirche, den Kumpel mitgestalten, musikalisch traten den beiden Orchestern der Männergesangverein Hückelhoven-Kleingladbach, das Man­dolinen­orchester Rurperle Hilfarth und als Solist Dudelsack-Spieler Rainer Wagner aus Ratheim zur Seite.