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Baal: Tafel-Depot derzeit in Corona-Krise geschlossen

Baaler Tafel-Depot : Gebrauchtes auf 330 Quadratmetern

Ein Besuch im Baaler Tafel-Depot: 40 Ehrenamtliche arbeiten hier. Vorsitzender Heinz-Josef Schmitz hofft, dass die derzeit wegen Corona geschlossene Einrichtung bald wieder öffnen kann.

Kaffeemaschinen, Toaster, Bügeleisen, Lampen, Bettwäsche, Handtücher, Gardinen, Besteck, Gläser, Koffer, Tischdecken, Waschmittel, Spülmittel und, und, und: Wer das Tafel-Depot in der Baaler Ottostraße in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof betritt, hat den Eindruck, sich in einem großen Kaufhaus zu befinden. Mahmut Kocak zeigt die Räume, die der Stadt Hückelhoven gehören und früher als Kostümverleih Weisweiler eine Adresse für beispielsweise Schützenköniginnen oder Kundinnen auf der Suche nach festlicher Abendgarderobe war.

Heute ist Bekleidung vom Baby bis zum Teenager in der Abteilung zu finden, die „Kinderparadies“ heißt – Schuhe und Stiefel für die warme Jahreszeit, Wippen, Tornister, Schulartikel, Spielzeug, Spiele sowie Kinderwagen sind hier zu haben. Für die Erwachsenen ist gut erhaltene Damen- und Herrenbekleidung im Angebot: Blusen, Anzüge, Hemden, Hosen, Röcke, Pullover, Jacken, T-Shirts, Socken, Schlafanzüge, Krawatten, Mützen, Mäntel, Hüte, Schals. „Wir können aus dem Vollen schöpfen“, sagt Tafel-Vorsitzender Heinz-Josef Schmitz. Wegen der Corona-Krise muss die gefragte Einkaufseinrichtung zurzeit jedoch geschlossen bleiben. Schmitz, langjähriger Leiter des Sozialamts in der ehemaligen Zechenstadt, hofft, dass es bald weitergeht. Der Brachelener ist stolz auf sein „super Team“. Rund 120 ehrenamtlich Tätige sind normalerweise, ohne Corona-Krise, bei der Tafel regelmäßig im Einsatz, etwa 40 sind es im Baaler Depot. Sie nehmen Waren an und geben sie aus, sortieren, räumen ein, kassieren die kleinen Beträge, die berechnet werden.

Bürgermeister Bernd Jansen hat die Schirmherrschaft übernommen. Auf 330 Quadratmetern Einkaufsfläche bieten die Tafel-Helfer die Waren an. Anfang März 2016 wurde die ungewöhnliche Ausgabestelle eröffnet. Einkaufsberechtigt sind in erster Linie die Besitzer eines gültigen Tafel-Ausweises, zum Beispiel Empfänger von Hartz-IV-Leistungen oder Grundsicherung. Aber auch in schlimmen Notsituationen wird schnell und unbürokratisch geholfen. Schmitz erinnert sich noch gut an den furchtbaren Schwelbrand im vergangenen Jahr in Millich, bei dem eine Familie mit vier Kindern ihr Zuhause verlor und buchstäblich vor dem Nichts stand. Das Tafel-Depot versorgte die Millicher Brand-Opfer. „Da zögern wir natürlich nicht lange“, sagt Tafel-Chef Schmitz.

Oft werden Schmitz und seine Helfer von Spendern gefragt, ob sie das Depot mit seinen großen Verkaufsräumen besichtigen dürften. „Dann sehen die Leute, dass die Sachen vernünftig aufbereitet und wiederverwendet werden.“ Mit anderen Hilfsorganisationen wird kooperiert und je nach Bedarf ausgetauscht, zum Beispiel mit der Caritas-Kleiderkammer. „Wir verfügen über eine gute Logistik und Organisation. Sonst ginge es nicht.“

Immer mittwochs in der Zeit von 13.30 bis 16.30 Uhr werden die Sachen normalerweise (ohne Corona-Krise) abgegeben. Spendenannahme ist donnerstags von 9 bis 12 sowie von 14 bis 16 Uhr. Während der Öffnungszeiten ist das Tafel-Depot unter 0160 93432203 erreichbar, auch per SMS oder WhatsApp.
www.hueckelhovener-tafel.de