Autotechnik Hess in Hückelhoven Autoschrauber-Familie feiert 45-Jähriges

Hückelhoven · Seit 45 Jahren ist Autotechnik Hess in Hückelhoven ansässig – und bei den Kunden beliebt. Die Mitarbeiter sind wie eine Familie, viele arbeiten schon mehr als 20 Jahre dort.

Hanno, Helmut, Stefanie, Helga Hess arbeiten gemeinsam in ihrem Unternehmen „Autotechnik Hess“. Das Fahrzeug ist ein Ford Fiesta I, Baujahr 1979.

Hanno, Helmut, Stefanie, Helga Hess arbeiten gemeinsam in ihrem Unternehmen „Autotechnik Hess“. Das Fahrzeug ist ein Ford Fiesta I, Baujahr 1979.

Foto: Ruth Klapproth/RUTH KLAPPROTH

Ans Aufhören denkt Helmut Hess auch mit seinen 71 Jahren noch nicht. Auch wenn er in den vergangenen Jahren schon etwas kürzer getreten sei und sein Sohn Hanno mehr und mehr Verantwortung im Betrieb übernommen habe, ein Leben ohne die Arbeit kann Helmut Hess sich nicht vorstellen.

Es ist gute 45 Jahre her, dass sich Helmut Hess mit seiner Autowerkstatt selbstständig gemacht hat. Ursprünglich, so berichtet er, war er auf der Zeche Sophia-Jacoba unter Tage. Die angestrebte Ausbildung zum Maschinenbauingenieur war dort nicht mehr möglich, so dass er sich anderweitig umschauen musste. So haben er und seine Frau 1976 die gesamten Ersparnisse investiert. Parallel zur Arbeit in der Werkstatt machte Helmut Hess noch seinen KFZ-Meister in der Abendschule in Düsseldorf. Es sei keine einfache Zeit gewesen, gesteht er. Anfangs habe seine Frau in ihrem Job als Dekorateurin das Geld für die Familie verdient. Doch die Selbstständigkeit trug schon bald Früchte, stetig wuchs der kleine Betrieb an Kunden. „Nach drei Jahren ist er aus allen Nähten geplatzt“, erinnert sich Helmut Hess. Es war klar, dass der Betrieb wachsen würde, so wurde 1981 in der Neckarstraße gebaut. Der Ort, wo das Unternehmen auch heute noch beheimatet ist. 2010 folgte der Bau einer weiteren Filiale, mittlerweile ist der Betrieb auch eine Prüfstelle für den TÜV Rheinland. Ein weiterer Anbau am Hauptsitz soll bald folgen, ursprünglich hätte der sogar schon fertig sein sollen. Doch durch die Pandemie und das Hochwasser sei es zu Problemen bei den Baufirmen gekommen.

Als Erfolgsrezept betrachtet Hess die gute Stimmung innerhalb des Betriebes, die durch viel Spaß an der Arbeit auch nach außen gelebt und getragen werde. Etwa zwei Drittel der Angestellten arbeiten schon mehr als 20 Jahre dort, bekräftigt Hess. Man sei daher wie eine Familie, es herrsche ein großes Vertrauen zueinander, die Mitarbeiter kennen die Strukturen und die Betriebsabläufe. Das mache sich auch bei den Kunden bemerkbar, die die Mitarbeiter und die Inhaber ebenfalls schon lange kennen und daher gerne wiederkommen. „Es ist schön zu sehen, wie glücklich die Leute sind“, sagt Helmut Hess. Zufriedene Kunden zu hinterlassen, sei stets die Maxime gewesen. Zum Kundenservice gehöre zum Beispiel auch ein Fahrdienst und ein Leihwagen, solange das eigene Auto in der Werkstatt ist. „Die Kunden müssen ja auch flexibel bleiben“, sagt Hess. Manche von ihnen kämen mit der Familie schon in der dritten Generation.

Mit der Zeit habe er viele Betriebe in der Branche kommen und auch wieder gehen sehen. Mit anderen brancheninternen Konkurrenten arbeite man aber auch gut zusammen, da habe sich über die Jahre ein gutes Geben und Nehmen eingespielt. Besonders Anfragen, wie Autotechnik Hess bei einem bestimmten Problem vorgehen würde, machen den Inhaber stolz.

Neben den baulichen Veränderungen steht das Unternehmen aber auch in anderen Bereichen vor Herausforderungen. So dürfe man den technischen Anschluss niemals verlieren, betont Helmut Hess. Als Beispiel nennt er die E-Mobilität. Durch die Teilnahme an verschiedenen Lehrgängen und Weiterbildungen bleiben Vater und Sohn ständig auf dem neuesten Stand. Logistische Herausforderungen stehen jeweils dann an, wenn die Reifen gewechselt werden. Da über 8000 Sätze Reifen eingelagert sind, gehe das alles nicht innerhalb weniger Tage.

Eine Leidenschaft, die sich Helmut Hess auch mit seinen 71 Jahren nicht nehmen lässt, ist der Motorsport. Anfang Februar, so war der Plan vor den Weihnachtsfeiertagen, soll es für eine Woche gen Süden zur historischen Rallye nach Monte Carlo gehen. Allerdings ist er nicht mehr so häufig unterwegs wie früher, etwa alle drei Monate, wenn es die Pandemie denn zulasse. Die sei nämlich auch für den Betrieb herausfordernd gewesen. Doch alle Mitarbeiter haben an einem Strang gezogen. Und auch die Kunden hatten stets Verständnis. Für Helmut Hess eine freudige Bestätigung.

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