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Auftakt der Interkulturellen Woche in Hückelhoven

Interkulturelle Woche Hückelhoven : Zusammen leben – zusammen wachsen

Die Interkulturelle Woche findet noch bis zum 29. September statt. Das Fest der Kulturen in Hückelhoven bildet den Abschluss. Ziel ist es, „den anderen in seiner Andersartigkeit anzunehmen“, so Schirmherr Stephan Pusch.

Zusammen leben -zusammen wachsen“: Die Interkulturelle Woche findet noch bis zum 29. September in der ehemaligen Zechenstadt statt. Internationales Frühstück, ein interreligiöses Gebet am Friedenspfahl, Lieder, Tänze und Spiele aus der ganzen Welt sowie ein antifaschistisches Fußballturnier stehen dabei auf dem bunten Programm.

Bei der Auftaktveranstaltung im C-Gebäude des Gymnasiums machte Landrat Stephan Pusch, der die Schirmherrschaft übernommen hat, deutlich, was echte Integration bedeute. Es gehe darum, „den anderen anzunehmen in seiner Andersartigkeit“, gemeinsam friedlich zusammen zu leben. Religion und kulturelle Hintergründe sollten dabei akzeptiert werden. Migration habe es schon immer gegeben. Pusch: „Wenn Menschen sich aufmachen und dabei damit rechnen zu ertrinken, können wir das nicht verhindern.“ Assimilation sei aber der falsche Ansatz, der den Menschen ihre Würde nehme. Die Interkulturelle Woche bedeute „gelebte Integration, die nicht von oben verordnet wird“.

Bürgermeister Bernd Jansen sprach von einer „guten Tradition“; bereits seit zehn Jahren werde die Interkulturelle Woche veranstaltet. Im Namen des Arbeitskreises, der die Veranstaltungsreihe zusammengestellt hat, begrüßte Birgit Fluhr-Leithoff die Anwesenden. Die Region Heinsberg mit ihrer Lage im Dreiländereck stelle sich als bestes Beispiel für das Zusammenwachsen dar. Man komme sich näher, wachse gemeinsam, entwickle sich gemeinsam und verbessere gemeinsam etwas, betonte die frühere Lehrerin des Hückelhovener Gymnasiums. Schon vor der Gründung der EU habe es hier eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit gegeben. Man habe sich das Ziel gesetzt, ein Zeichen zu setzen gegen die Weltpolitik, die Flüchtlinge gar nicht erst bis nach Europa kommen lasse und bestehende Rechtsgrundsätze der Seenotrettung außer Kraft setze. „So global das Denken ist, so lokal oder auch regional muss das Handeln sein“, erklärte Birgit Fluhr-Leithoff.

Sieben junge Teilnehmer der Internationalen Vorbereitungsklasse (IVK) am Hückelhovener Gymnasium, die nach ihrer Ankunft in Deutschland fit gemacht werden für den Unterricht, kamen zu Wort. Lehrerin Christine Wolff berichtete von ihrem Besuch in Ostdeutschland beim Rockfestival für Demokratie „Jamel rockt den Förster“. Ein Briefwechsel aus der Zeit des Nationalsozialismus, der deutlich machte, wie aus Freunden Feinde wurden und sich die Gesinnung der Menschen veränderte, wurde von Schülern des Gymnasiums eindrucksvoll vorgetragen. Anna Schmitz, ehemalige Schülerin des Gymnasiums, und Musiklehrer Benedikt Möller, der mit den sangesfreudigen Mädchen und Jungen einige Lieder einstudiert hatte, begleiteten die Auftaktveranstaltung musikalisch.

Das große Fest der Kulturen als Abschluss der Woche findet am Sonntag, 29. September, 11 bis 17 Uhr, in der Mehrzweckhalle sowie im Foyer der Aula an der Doktor-Ruben-Straße statt. Kulinarische Spezialitäten aus vielen Ländern und ein buntes Bühnenprogramm mit verschiedenen Mitmach-Aktionen verdeutlichen dabei die Vielfalt der Menschen im Kreis Heinsberg. Dabei übernimmt Bürgermeister Bernd Jansen die Schirmherrschaft, Veranstalter ist die Stadt Hückelhoven. Mehr als 100 Nationen seien in Hückelhoven zu finden, so der Stadtchef.