Gymnasium Hückelhoven Astromesse – beliebter Treff für Sternengucker

Hückelhoven · Die Astromesse lockt seit 19 Jahren viele Hobby-Sternengucker nach Hückelhoven. Doch die Zahl der Aussteller ist rückläufig. Rolf Klemme gerät immer wieder ins Schwärmen, wenn er auf die jungen Gastgeber der Hückelhovener Astromesse angesprochen wird.

 Tabea Lüderitz (12), Lariza Botschek (13) und Cheyenne Franken (15, v.l.) von der Astro-AG schauten sich interessiert um.

Tabea Lüderitz (12), Lariza Botschek (13) und Cheyenne Franken (15, v.l.) von der Astro-AG schauten sich interessiert um.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Aus der niedersächsischen Kreisstadt Nordhorn reist der Händler an, seit es den beliebten Treff der Sternengucker gibt – seit 19 Jahren.

Die Mitglieder der Astronomie-Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium der ehemaligen Zechenstadt richten die Messe in jedem Jahr aus. Und unterscheiden sich dabei gravierend von ihren professionellen Mitbewerbern. „Sehr freundlich, sehr hilfsbereit“ – so umschreibt Teilnehmer Rolf Klemme das ungewöhnliche Engagement der Kinder und Jugendlichen. Der Niedersachse schätzt vor allem seinen immer gleichen Stammplatz in der Nähe des Eingangsbereichs der Mehrzweckhalle. „Als ich ankam, war schon alles genau so aufgebaut, wie ich es wollte.“ Die Hückelhovener Schüler helfen ihm nicht nur beim Aufbau der Verkaufstische. Auch die mitgebrachte Ware wird flink aus dem Kofferraum befördert und in die Mehrzweckhalle getragen.

Deshalb ist die Hückelhovener Astromesse immer ein Termin, auf den sich Klemme ganz besonders freut. Einer, der ihn an Messen erinnert, wie es sie früher gab. „Da konnte man sich ganz in Ruhe mit seinen Kunden unterhalten“, sagt der Nordhorner, der Teleskope und Zubehör verkauft. Die Standgebühren seien sehr erschwinglich, das Publikum immer interessiert. Deshalb ist es für Händler Klemme Ehrensache, auch bei der großen Jubiläumsmesse im kommenden Jahr wieder dabei zu sein, wenn die AG-Mitglieder zum 20. Mal ihre Astromesse ausrichten.

Robert Lebek leitet die Schüler-Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit Wilfried Reiners. Der Umgangston ist locker, die Mädchen und Jungen dürfen die beiden Männer duzen. Immer freitags in der Zeit von 19 bis 22 Uhr treffen sich die jungen Sternengucker in der Sternwarte der Schule. Ist der Himmel bedeckt, wird in gemütlicher Runde geklönt, im Internet gesurft oder in Fachzeitschriften gelesen.

„Der Freitag ist der beste Tag, weil die Schüler am nächsten Tag ausschlafen können“, erzählt AG-Leiter Robert Lebek. Mit den Einnahmen aus der jährlich stattfindenden Messe finanziert die Gruppe dringend notwendige Neuanschaffungen, aber auch Grillabende oder gemeinsame Ausflüge, zum Beispiel nach Münster ins Planetarium mit Museum.

Das Angebot zieht auch Schüler anderer weiterführender Schulen aus dem Stadtgebiet an. „Die Astro-AG ist toll“, schwärmt Lariza Botschek, die mit ihren Freundinnen Tabea Lüderitz und Cheyenne Franke zum Kellnerinnen-Dienst im Aula-Foyer eingeteilt ist. Die Gäste und Händler werden von den drei Mädchen mit Kaffee, kühlen Getränken und kleinen Mahlzeiten versorgt, leere Gläser oder Teller werden abgeräumt.

Das Trio hat sich aber auch noch eine ganz besondere Überraschung für die Besucher ausgedacht. In der Aula führen die drei Schülerinnen einen Tanz auf. Hier stehen auch Fachreferate auf dem Programm. Jochen Fehmer hat seinen Vortrag mit „Astronomie – nur für Nerds?“ überschrieben. Peter Stolzen informiert fachkundig über den „Roten Mond über Namibia und Deutschland“.

Insgesamt 33 Stände sind bei der 19. Auflage der Hückelhovener Astromesse belegt. Immer weniger, der Trend geht unweigerlich abwärts, meint Lebek. „Es wird immer weniger, immer schwieriger. Wir haben eine kleine Stammgemeinschaft, die jedes Jahr zu uns kommt, dazu einige Einzelaussteller.“ Rund 40 Stände seien es in der Vergangenheit schon gewesen. „Viele müssen rechnen“, erklärt Lebek das Wegbleiben einiger Aussteller.

Für die 20. Astromesse im nächsten Jahr hat er sich gemeinsam mit den AG-Teilnehmern schon etwas ganz Besonderes überlegt. Bernd Henschenmacher, früheres Mitglied der beliebten Arbeitsgemeinschaft und heute als Strahlenbiologe in Köln tätig, wird einen Vortrag halten. Der Wissenschaftler, der übrigens aus Brachelen stammt, nutzte jetzt die Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit den AG-Leitern in Hückelhoven.

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