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Altenpflegerinnen sorgen für Lichtblicke

Seniorenheim in Hückelhoven im Weihnachtsglanz : Altenpflegerinnen sorgen für Lichtblicke

Die Altenpflegerinnen Sonja und Jaqueline Hentschel hatten die Idee, das Außengelände der Pflegeeinrichtung opulent mit Lichterketten und Beleuchtungselementen zu schmücken.

Von Daniela Giess

Sie wollten etwas schaffen, an dem sich Kinder wie Erwachsene gleichermaßen erfreuen: Einen farbenprächtigen Lichterzauber in der schwierigen Corona-Zeit. Einen echten Hingucker im Advent – und das nicht nur für die insgesamt 91 Bewohnerinnen und Bewohner der Brachelener Pflegeeinrichtung Haus Berg, sondern für alle.

Die beiden Altenpflegerinnen Sonja und Jaqueline Hentschel verwandelten die Fläche rund um die Einrichtung in eine bunte Weihnachtswelt, die jeden Abend pünktlich mit Einbruch der Dunkelheit erstrahlt und die ganze Nacht über bis zum nächsten Morgen leuchtet.

 Von den beiden Pflegerkräften und Eheleuten Jaqueline Hentschel (l., 27 Jahre) und Sonja Hentschel (28) ging die Initiative aus.
Von den beiden Pflegerkräften und Eheleuten Jaqueline Hentschel (l., 27 Jahre) und Sonja Hentschel (28) ging die Initiative aus. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Die Idee kam den Hilfartherinnen, als der beliebte Millicher Haldenzauber wegen der anhaltenden Pandemie auf Eis gelegt werden musste. Und dann untersagte das städtische Ordnungsamt der St. Gereon Seniorendienste gGmbH als Betreiberin der Einrichtung auch noch den geplanten Weihnachtsmarkt im Innenhof – es gab zu große Bedenken, dass die Veranstaltung zu viele Menschen anzieht, die nicht auf Abstand gehalten werden können.

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Sonja und Jaqueline Hentschel waren enttäuscht. Schließlich wollten sie die weihnachtliche Budenstadt mit Glühwein, Kakao und Waffeln für die Senioren organisieren. „Wir hatten natürlich ein Hygienekonzept“, erklärt Sonja Hentschel (28). „Wir hätten nicht alle Bewohner auf einmal zu unserem Weihnachtsmarkt gebracht, sondern in kleinen Gruppen. Wir hatten dafür gute Zeitfenster.“ Doch weil das Weihnachtsdorf – so wollten sie den kleinen Markt nennen – als Veranstaltung eingestuft worden sei, habe die Hückelhovener Stadtverwaltung kein grünes Licht geben können.

Licht gibt es indes bis zum Dreikönigstag am 6. Januar immer abends und nachts auf dem großen Außengelände am Haus Berg. Gerd Palm, der Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste gGmbH, überantwortete den kreativen jungen Frauen ein Budget – mit dem Versprechen, den Brachelener Lichterzauber in jedem Jahr durch weitere stimmungsvolle Anschaffungen erweitern zu dürfen.

Fündig wurden Sonja und Jaqueline Hentschel bei ihren Einkaufstouren in Geschäften der gesamten Region sowie in Gartencentern in den benachbarten Niederlanden. Im Internet wollten sie nichts bestellen, sondern lieber die Händler in der näheren Umgebung unterstützen.

Und so kam es dazu, dass viele hundert Meter leuchtender Lichterketten und fantasievolle Figuren wie Schneemann, Rentiere, Vögel und Schlitten den ersten Brachelener Lichterzauber bilden. Die Muttergottes-Statue im Garten der Einrichtung wurde mit einem Lichterketten-Pavillon versehen.

Nach dreitägiger Aufbauarbeit war das Werk vollbracht. In kleinen Gruppen aus den verschiedenen Wohnbereichen sind die begeisterten Senioren zurzeit in warmer Winterkleidung gemeinsam mit den Pflegekräften abends auf dem Gelände unterwegs, um die Lichterzauber-Premiere ausgiebig zu bestaunen.

Auch vom Zimmer aus werfen sie immer wieder gern einen Blick auf das weihnachtlich beleuchtete Umfeld der Brachelener Pflegeeinrichtung. „Wir wollten ihre Augen zum Strahlen bringen“, sagt Jaqueline Hentschel (27) zufrieden. Denn wegen des Coronavirus muss auch Haus Berg – wie alle anderen vergleichbaren Einrichtungen – im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest viele Einschränkungen machen.

Weder für die Mitarbeiter noch für die Bewohner und ihre Angehörigen wird es diesmal eine Weihnachtsfeier geben. Auch an Heiligabend und dem Ersten und Zweiten Weihnachtsfeiertag wird es alles andere als einfach. Besuche bei der Familie sind nur noch für maximal sechs Stunden erlaubt, wenn eine anschließende Quarantäne vermieden werden soll. Das erläutert Manuela Garbrecht als Vorsitzende der Mitarbeitervertretung.

Dabei müssen sich die Heimbewohner und ihre Angehörigen verpflichten, dass die Maske während des Besuchs nicht abgesetzt wird. „Kontrollieren können wir das natürlich nicht“, sagt Garbrecht. „Wenn wir aber zum Beispiel sehen, dass jemand zurück gebracht wird, und niemand trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung, dann hat das eine Quarantäne zur Folge. Und das ist nicht schön für die Bewohner.“

Sie hofft deswegen auf die notwendige Kooperation. „Wir tun hier viel für unsere Bewohner.“ Der neue Brachelener Lichterzauber am Haus Berg sei dafür ein weiteres Beispiel. Inzwischen gelinge es Bewohnern wie Personal, Corona auch etwas Positives abzugewinnen.